Seit 33 Jahren ist das Kasbacher Karnevals Komitee nun schon im Fastelovend aktiv
Kasbachtal ist wieder in Narrenhand
Verhaftung des als Pirat verkleideten Orts-Chef Frank Becker geglückt
Kasbach/Ohlenberg. Mit Pauken und Trompeten verkündeten, wie schon seit fünf Jahren, die Musiker der „Alten Garde“ us Hünnije: „Die Jecken vom Kasbacher Karnevals Komitee, das in diesem Jahr sein närrisches Jubiläum „33 Jahre KKK“ feiert, haben im Ort die Hosen an!“ Bereits um 11.11 Uhr war die Narrenschar um die KKK-Vorsitzenden, Astrid Malzmüller und Heike Winkelbach, die Kasbacher Möhnen „Jong un Flöck“ um Manuela Alfter und die Ohlenberger „Mokkakännchen“ um Obermöhn Elke Köster zusammen mit der Kinderprinzessin Leonie I. „vom Petersclan zu Ohlenberg“ vor dem Haus von Bürgermeister Frank Becker in Orsberg aufgeschlagen, um ihm als ersten Orts-Chef am nördlichen Mittelrhein die Schlüssel für die Gemeindekasse zu entreißen und ihn in Ketten zu legen. „Es hat uns einige Mühen, ja richtige Kämpfe gekostet, den heftigen Widerstand von Frank zu brechen“, berichtete Astrid Malzmüller am frühen Nachmittag bei der Sitzung im Bürgerhaus. Immerhin hat sich der Orts-Chef mit seinen diensteifrigen Bütteln nicht nur bis an die Zähne bewaffnet in einen Piraten der Südsee verwandelt, sondern auch Straßensperren vor der Haustür aufgebaut. Standhalten konnten die jedoch den geballten weiblichen Charme dann doch nicht. „Wie mein Vorgänger Dieter Sander habe auch ich leider keinen Erfolg mit meinem Widerstand gehabt. In Ketten gelegt hat man mir zwar die Bewegungsfreiheit genommen, reden darf ich aber noch“, so Frank Becker, der sich freute, dass die Tradition des Karnevals in der Doppelgemeinde am Leben gehalten wird. „Außerdem weiß ich jetzt endlich, wie viele Leute in mein Wohnzimmer passen“, unkte er, eine Erfahrung, auf die er in 2016 aufbauen kann.
Leonie I. befreite den Chef
Dann übte die zehnjährige Leonie I., die von ihren Paginnen Michelle und Zoe begleitet wurde, schon einmal mit einem dreifachen „Alaaf!“ die jecken Massen zu begeistern. Ihren großen Tag hat die Viertklässlerin der Bürgermeister-Castenholtz-Grundschule, die gerne reitet, wenn sie nicht bei den Ohlenberger „Tanzflöhen“ tanzt, beim Kinderkarneval der „Mokkakännchen“ im Bürgerhaus. Nicht erst dann wird sich Frank Becker wieder frei bewegen können, nahm ihm die Kinderprinzessin doch schon vor der Ehrung von Laura Malzmüller, von der die Sponsoren-Präsentation erarbeitet worden war, vom Hausmeister-Ehepaar in Dani und Berthold Bäcker und von Martin Flöck als KKK-“Mann für alle Fälle“ die Ketten ab.
An frühere Zeiten erinnert
Dann widmete sich Astrid Malzmüller dem närrischen Jubiläum des Vereins, der auch dieses Jahr wieder ohne eigene Tollität durch die Session kommen muss. Das war vor 33 Jahren unter dem Vorsitz von Hans Bung ganz anders, regierte da doch Sigward Hübner als Prinz Siggi I. „vom Tröötezuch“ mit seinen Adjutanten Karl Kraus und Peter Wester das Kasbachtal. „Vor 30 Jahren bekleidete dann unser Ehrenvorsitzender Karl Kraus als Karl I. ‚von alle Neune‘ dieses Amt zusammen mit Sigward Hübner und erneut Peter Wester als Adjutanten“, erinnerte die Vorsitzende und Präsidenten des KKK. 1995 führte dann Manfred Prassel als Manfred I. „vom närrischen Bahnhof“ mit seinen Adjutanten, den heutigen Ehrenmitgliedern Wolfgang Schlüter und Helmut Schmitz sowie mit Pagin Andrea Boden das Kasbacher Narrenschiff sicher durch die Wogen. „Genau zehn Jahre ist es her, dass meine Schwester als Prinzessin Heikle I. ‚von den Piccolinos‘ mit ihrer Adjutanten Birgit Sass an der Spitze des KKK stand und charmant durch die Session führte“, schloss Astrid Malzmüller den Rückblick, die 2010 von Rudi Sass als erste Frau den Vorsitz im KKK übernommen hatte, in dessen Vorstand inzwischen Robert Wagner Hahn im Korb ist.
„Tanzflöhe“ gaben ihr Bestes
Dann übernahm Heike Winkelbach zusammen mit ihrer Schwester die Moderation des närrischen Sonntags, an dem zunächst die „Kleine Prinzengarde“ die Bühne beherrschte, über die dann auch die kleinen „Tanzflöhe“ wirbelten. Mit der KG Unkel und den Hünnijer Jecken waren dann die ersten befreundeten Gesellschaften an der Reihe, bevor Prinz Tobi I. „vun de jröön-wiesse Husarenfamilich“ mit seinen Adjutantenbrüdern Holger und Hendrik zusammen mit seinen Husaren und dem Elferrat triumphalen Einzug im Bürgerhaus hielt und das Kasbachtal als seine närrische Enklave in Besitz nahm. „Verzällcher för ze Laache“ gab dann das Kölner Karnevalsduo „Botz un Bötzje“ zum Besten. Unterhalten wurden die Jecken im Saal auch von der KG Dattenberg, dem Linzer Funkencorps Blau-Wiess, den Roten Husaren aus Linz, der KG aus Ariendorf und aus Erpel, bevor die „Tanzflöhe“ mit ihrem Showtanz am frühen Abend ein Finale eröffneten, das von der Großen Prinzengarde beschlossen wurde.
