SV Unkel-Badminton bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklassen
Katharina Prax trat in die Fußstapfen ihrer Eltern
Berlin/Unkel. Über 500 „Badmintonoldies“ zwischen 35 und 80 Jahren aus ganz Deutschland fanden über Christi Himmelfahrt den Weg in die Bundeshauptstadt, wo zum zweiten Mal in Folge an drei Turniertagen die Deutschen Meisterschaften der Altersklassen stattfanden. Wegen des lukrativen Austragungsortes finden immer mehr Alt-Aktive, vor allem aus Ostdeutschland und aus dem Raum Berlin, zu den Wettkämpfen zurück und machen die Meisterschaft von Jahr zu Jahr interessanter.
Mit dabei waren mit Claudia Bauch, Dieter und Brigitte Prax auch wieder die Vorzeige-Oldies des SV Unkel, die sich bei den Südwestdeutschen Meisterschaften die „Fahrkarten“ dafür sichern konnten und bei den besten deutschen Altersklassenspielern einmal mehr munter mitmischten. Auch dabei war erstmals die ältere Prax-Tochter Katharina, die bei ihrem Vater das Einmaleins des Badmintonspiels in Unkel erlernt hat und auch noch SV-Mitglied ist, inzwischen aber in Würzburg ihren Lebensmittelpunkt und in Veitshöchheim einen neuen Verein gefunden hat.
Claudia Bauch hatte ihre Premiere in O50, doch sie sollte im großen Ostberliner Sportforum mit einer doppelt so hohen Halle wie in Unkel bei schwierigen Sicht- und Bodenverhältnissen nicht in ihr Spiel finden und unterlag so mit ihren Partnern im Damendoppel (Dagmar Kuhfs aus Bad Marienberg und Lutz Stegert aus Sachsen) in der ersten Runde. Im Mixed brachte das Los dazu noch kein Glück, denn ihnen standen die an Eins gesetzten und späteren Zweiten Bunn/Bunn aus Schleswig-Holstein gegenüber. Drei fünfte Plätze gab es für Brigitte Prax in O60. Sie gehörte hier mit 65 Jahren zu den Ältesten und hatte demnach in ihrem letzten O-60-Jahr einen schweren Stand. Dennoch überstand sie im Einzel die erste Runde durch einen Sieg über Karin Theisen (NRW). Im Viertelfinale konnte sie gegen den „jungen Hüpfer“ und Neuling in dieser AK, Edeltraud Schmidt aus Berlin, nicht genug Gegenwehr leisten. Diese Gegnerin erwischte sie auch im Damendoppel mit Partnerin Helga Peek (Wiesbaden) in der zweiten Runde, nachdem sie das erste Spiel gegen Hahnemann/Theisen (NRW) glatt gewinnen konnten. In drei Sätzen scheiterten sie am Einzug ins Halbfinale.
Noch schwerer war es für sie im Mixed, da sich ihr Partner und Ehemann Dieter, gesundheitlich gehandicapt, mit 68 Jahren den wesentlich jüngeren Gegner erwehren musste. Aber auch hier zeigten sie gute Leistungen im Erstrundenspiel gegen die Nordlichter Rieche/Jörn-Schumann. Aber dann erwarteten sie schon die jüngeren Titelverteidiger Behrens aus Sachsen. Wer hier eine klare Sache erwartet hatte, sah sich aber getäuscht. Die amtierenden Deutschen Meister mussten im ersten Satz arg zittern, denn die Praxens hielten munter mit und gaben sich erst in der Verlängerung geschlagen, ehe sie im zweiten Satz die Überlegenheit der Favoriten anerkennen mussten, die anschließend weiter ihren Weg gingen zur erfolgreichen Titelverteidigung. Im Herrendoppel O65 scheiterte Dieter Prax an Gerd Jacobi (Thüringen) in der ersten Runde.
Mit ihren guten Leistungen empfahlen sich die Praxens erneut für die Europameisterschaft im September in Portugal, auf die sie aber leider wegen anderweitiger Verpflichtungen im Schulsport Badminton verzichten müssen. Eine Fahrkarte zur EM erkämpfte sich überraschend ihre älteste Tochter Katharina, die in Berlin zum ersten Mal als Altersklassenspielerin antrat. Im Damendoppel O35 hatte sie Simone Galla (Lauf) an ihrer Seite, die sie aus Jugendzeiten kannte. Zeigte sie sich schon nach ihrem Erstrundensieg über die an Drei und Vier gesetzten Schleswig-Holsteinerinnen Mews/Paulsen höchst zufrieden, so konnte sie nach ihrem überraschenden Dreisatz-Sieg über die an Fünf und Sechs gesetzten Nowak/Weisbarth (NRW) ihren Einzug ins Halbfinale kaum fassen. Doch fast wäre ihnen der Einzug ins Finale auch noch geglückt: Nach gewonnenem ersten Satz fehlten ihnen nur noch zwei Punkte, doch die an Nummer zwei gesetzten Geibig-Krax/Phoa (Regionalligaspielerinnen aus Hessen) drehten den Spieß noch um. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille trat Katharina Prax nicht nur in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Eltern, sondern sie rettete in diesem Jahr auch die „Familienehre“, denn seit Teilnahme an den Deutschen AK-Meisterschaften stand in den letzten Jahrzehnten immer jemand aus der Familie auf dem beliebten „Treppchen“.
Auch im Mixed kam sie mit Sascha Firth eine Runde weiter, wo sie gegen die amtierenden Weltmeister Niesner/Vogelgsang (Nord/Süd) eine gute Figur machten, aber deren erfolgreiche Titelverteidigung nicht vereiteln konnten.
Das allein macht aber nicht den Reiz dieses Events aus: Das Miteinandersein der „jungen Alten“ und „alten Jungen“, das Wiedersehen der Generationen ist etwas ganz Besonderes, vor allem wenn dies in Berlin stattfindet. Viele kennen sich bereits aus der Jugendzeit und können Erinnerungen und Erfahrungen austauschen. Und so bleibt Berlin auch in den nächsten drei Jahren Ausrichter dieser Veranstaltung und wird immer eine Reise wert sein.
