Politik | 10.02.2015

Linzer Stadtrat beschließt einstimmig die Sanierung der Ratshaus-Toiletten

„Kleine Variante“ kommt zur Ausführung

Lift an der Rathausrückfront ist derzeit nicht vorgesehen - Zugang über behindertengerechten Haupteingang

In einem sanierungsbedürftigen Zustand befinden sich die öffentlichen Toiletten im Linzer Rathaus. DL

Linz. Die öffentlichen Toiletten im Linzer Rathaus sind in einem mehr als beklagenswerten Zustand. „Defekte Urinale verursachen eine äußerst unangenehme Geruchsbelästigung im gesamten Gebäude. Kurz: Die Toiletten stinken zum Himmel“, fasste Bürgermeister Hans-Georg Faust auf der jüngsten Stadtratssitzung zusammen. Beraten wurde auf dieser, ob der von der Dattenberger Architektin Barbara Bußmann erstellte Gestaltungsentwurf für die Sanierung in Angriff genommen werden soll. Ausgearbeitet hatte das Mitglied der Initiative „Linz gestalten - Leben in der Altstadt“ einen Plan, in dem zunächst kein behindertengerechter Zugang zum Rathaus von der Rückfront aus vorgesehen ist.

Aber nicht nur der Zustand der Toilette macht einen Umbau notwendig. In der Touristenstadt Linz gibt es bislang kein einziges behindertengerechtes WC. Das soll sich nun ändern. Wo sich zurzeit die Waschbecken der Damentoilette befinden, also unmittelbar rechts neben dem Eingang vom Rathausflur aus, sieht der Entwurf das Behinderten-WC vor, an das sich an der Rathausrückfront nun das Herren-WC anschließt. „Hier sind nur noch fünf anstatt wie bisher acht Urinale vorgesehen. Dafür bekommen die Damen auf der ehemaligen Herren-Toilette ein WC mehr als bisher, da sich bei Großveranstaltungen bislang immer lange Schlangen vor der Damen-Toilette gebildet haben“, erläuterte der Bürgermeister den Entwurf von Barbara Bußmann.

„Nehmen wir mit dieser ‚kleinen Lösung‘ im Bestand Abschied von dem großen Projekt, das Rathaus von der Rückfront aus mittels eines Personenaufzugs behindertengerecht zu erschließen?“, fragte Michael Rücker (CDU). Nötig zur Erschließung der oberen Räumlichkeiten sei ein Aufzug nicht, weil diese Etage für die Öffentlichkeit nicht von Bedeutung sei, so Hans-Georg Faust. „Sollte ein Rollstuhlfahrer oder Rollator-Nutzer mich oder einen meiner Beigeordneten sprechen wollen, dann sind wir in der Lage, ihm im Ratssaal Rede und Antwort zu stehen, den er über die Rampe vom Marktplatz aus mittels des behindertengerechten Haupteingangs leicht erreichen kann“, führte der Bürgermeister aus.

Die Frage von Peter Gillrath (CDU), ob ein nachträglicher Lift-Einbau möglich sei, wurde von Joachim Reifert vom Linzer Bauamt verneint, da dann der Notausgang für das Zwischengeschoss blockiert würde. „Wir erschweren es älteren Menschen aus Kostengründen hier im Gebäude angesiedelte Institutionen zu erreichen, eine mehr als unbefriedigende Situation, solange auch gehbehinderte Menschen vor dem Rathaus nicht parken dürfen“, monierte Bruno Hoppen (CDU).

Grundsätzlich stimmte ihm der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Lehmann zu. „Natürlich ist das ein immenser Schönheitsfehler. Allerdings ist im Rathaus ja auch keine komplette Verwaltung untergebracht, was eine Lift-Lösung mit Mehrkosten von gut 250.000 Euro rechtfertigen würde“, gab er zu bedenken. Wenig sinnvoll sei es, bereits jetzt einen Schacht für einen späteren Lifteinbau vorzuhalten, da dies fast so kostspielig wie ein direkter Aufzugeinbau sei, gab Hans Georg Faust zu bedenken. Wenn man später bei der Rückfrontgestaltung des Rathauses mit einem Treppenlift nicht auskommen sollte, könnte ein Aufzug in dem an die Toilettenanlagen angrenzenden Atrium gebaut werden. Dann müsste allerdings zusätzlich noch ein Glasgang gebaut werden, erklärte er, bevor der Rat der von Barbara Bußmann vorgeschlagenen Sanierung ohne Personalaufzug einstimmig zustimmte, für die die Architektin 120.000 bis 150.000 Euro je nach Ausstattung veranschlagte.

In einem sanierungsbedürftigen Zustand befinden sich die öffentlichen Toiletten im Linzer Rathaus. Foto: DL

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dauerauftrag
Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Hausmeister, bis auf Widerruf
SB Standesamt
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Blütenfest
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.  Foto: pixabay.com
14

Allgemeine Berichte

BLICK aktuell sucht HeimatHelden!

Region. Auch in unserer Region gibt es sie: die stillen Stars des Alltags. Menschen, die anpacken, helfen, Verantwortung übernehmen oder einfach für andere da sind. Ob Feuerwehrmann, engagierte Ortsbürgermeisterin, unermüdliche Nachbarschaftshelfer oder die gute Seele im Sportverein – sie alle sind Heimathelden! BLICK aktuell möchte diesen Menschen eine Bühne geben und der Öffentlichkeit vorstellen – in einer neuen Serie in unserer Zeitung.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
7

Region. Wir von BLICK aktuell möchten wissen, wo in eurer Heimatstadt oder Kommune der Schuh drückt! Aus diesem Grund haben wir die neue Serie „HeimatCheck“ ins Leben gerufen. Ob kleine Ärgernisse oder große Probleme: Schreibt uns, was euch bewegt, und wir berichten für euch! Handlungsbedarf gibt es eigentlich immer, sei es bei:

Weiterlesen

Expertenwissen aus erster Hand: Im Rahmen eines Infoabends gibt Dr. Tim Mödder (Chefarzt Kardiologie, internistische Intensivmedizin und Schlaganfalleinheit) Einblicke in Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Herzklappenerkrankungen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
9

-Anzeige-Infoabend im Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr-Ahrweiler:

Herzklappenerkrankungen früh erkennen und gezielt behandeln

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Menschen kennen das Gefühl: Die Luft wird knapp, die Belastbarkeit lässt nach, vielleicht kommen Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen hinzu. Nicht selten werden solche Beschwerden zunächst als „Alterserscheinung“ abgetan. Doch in einigen Fällen steckt eine Erkrankung der Herzklappen dahinter – eine Diagnose, die ernst genommen werden sollte. Um für das wichtige Thema...

Weiterlesen

Rund ums Haus
Imageanzeige
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
Alles rund ums Haus
Doppelseite PR/Anzeigen
Anlagenmechaniker
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Stellenanzeige
Wohnträume
Werksverkauf Anhausen
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sachbearbeiter (m/w/d)
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Anzeige Lagerverkauf