Auch in der Alten und Freien Herrlichkeit Erpel gehört Klappern vor Ostern zum Geschäft
Kompetente Vertretung für die „dicke Osanna“
Zwischen Neutor und Bahnhof wurde neunmal die Uhrzeit angezeigt
Erpel. Von Linz aus ist der Brauch der vorösterlichen Klapperläufe auch etwa in Ockenfels und Kasbach-Ohlenberg wieder aufgelebt. Geklappert wird aber nicht nur in Rheingemeinden der VG Linz, nachdem am Gründonnerstagabend in den Kirchen die Altare leer geräumt worden sind und Orgeln sowie Glocken bis zum ersten Gloria in der ersten Ostermesse, mit der Jesu Auferstehung gefeiert wird, verstummen. Angeregt durch den Kunst- und Kulturkreis ad erpelle hat sich auch der Erpeler Junggesellenverein dem alten Brauch angenommen und organisiert seit einiger Zeit die traditionellen Klapperläufe in der Alten und Freien Herrlichkeit, um so den Bürgern anzuzeigen, was die Uhr an Karfreitag und -samstag geschlagen hat. „Wie im Vorjahr haben wir auch dieses Mal am Karfreitag um 7 Uhr mit dem ersten Klapperlauf begonnen“, berichtete Daniela Schwager am Samstagmittag auf dem Erpeler Maat. „Nachdem die Klapperjungen und -mädchen voller Elan geklappert hatten, waren sie dann auch wieder alle eingeladen, sich bei Peter Wolf ‚Om Maat‘ während des gemeinsamen Frühstücks nicht nur aufzuwärmen, sondern auch für die schon bald anstehende nächste Runde ausgiebig zu stärken“, so Daniela Schwager. Denn anders als in Linz begnügen sich die Erpeler Klapperläufer nicht mit drei Auftritten am Karfreitag und zwei am Karsamstag. Nach dem Lauf um 7 Uhr geht es am Fuße der Ley an beiden Tagen um 9 und 12 Uhr weiter und am Freitag dann, wegen der Messe ab 15 Uhr, bereits um 14.30 Uhr und abschließend um 18 Uhr. „Heute laufen wir am Nachmittag nur noch ab 15 Uhr hier vom Markt Richtung Neutor, durch die Grabenstraße zurück auf den Markt und von dort zum Südende des Ortes bis zum Bahnhof“, berichtete Daniela Schwager, die am Pütz mit einem Bollerwagen voller Klappern Position bezogen, um die meist recht jungen Klapperer aus dem Arsenal von Heino Schmitz zu „bewaffnen“. Rund 20 Teilnehmer hätten schon den ersten Termin am Karfreitag wahrgenommen und von Mal zu Mal seien es mehr geworden, um die Urlaubsvertretung der dicken Osanna lautstark zu übernehmen. Begeistert von der regen Beteiligung zeigte sich auch der 1. Vorsitzende des Traditionsvereins von 1737, Alexander Hirzmann. „Dass jetzt besonders viele Klapperläufer da sind, liegt natürlich auf der Hand. Nach dem Samstagmittaglauf ziehen wir wie im Vorjahr von Haus zu Haus, um uns für die Zeitangabe mit Süßigkeiten entlohnen zu lassen“, berichtete er. Und der Vorsitzende wie auch Daniela Schwager waren relativ sicher, dass vor allem die älteren Generationen das Wiederaufleben dieser vorösterlichen Tradition zu würdigen wissen würden. „In 2013 konnte zumindest jedes Kind nach dem gemeinsamen Eier- und Süßigkeiten-Sammeln mit einem prall gefüllten Beutel den Heimweg antreten“, erinnerten sie, bevor sie ein vorletztes Mal in diesem Jahr laut klappernd loszogen.
