„design + gestaltung“ an der Unkeler Rheinpromenade
Kunst und Kunsthandwerk sprachen alle Sinne an
Unkel. Nach acht erfolgreichen Unkeler Pfingstmärkten „design & gestaltung“ haben Rex Stephenson und Gudrun Küpper dieses Jahr André Morfeld und Christine Bentley die Organisation der erfolgreichen Veranstaltung an der Rheinpromenade überlassen. Mit dem Wochenende vor Pfingsten hat sich auch der Termin geändert. Unverändert mit dabei als professioneller Design-Fachmann war aber wieder Bernd Roeter von der „galerie forum“, der die Qualität der Händler garantierte, die Skulpturen, Bilder, Objekte mit und ohne Funktion, Gebrauchsgegenstände aus Holz, Metall oder Keramik, individuellen Schmuck und kreative modische Accessoires präsentierten.
Große Herausforderung
„Es war uns schon klar, dass wir in große Fußstapfen treten, Aber es hat alles bislang gut geklappt“, zog André Morfeld am frühen Sonntagmittag ein erstes Resümee. Trotz des nicht gerade einladenden Wetters am Vortag mit teils eiskalten Temperaturen sei der Besuch zwar etwas verhalten, aber doch noch recht ordentlich gewesen. „Uns war klar, dass die Terminverschiebung weg von den Pfingstfeiertagen eine ungemeine Herausforderung sein würde“, gestand er ein. Dafür habe man aber durch diese neue Aussteller gewinnen können.
Nur geringfügige Änderungen gab es am dem vom Unkeler Projektteam betreuten „Stand der Stadt Unkel“, der seinen langen Pavillon gegenüber dem KD-Anleger aufgeschlagen hatte. Auf Kaffee und Waffeln habe man dieses Jahr verzichtet, um der Unkeler Gastronomie keine zu große Konkurrenz zu machen.
„Dem heutigen Sonntag sehe ich mehr als zuversichtlich entgegen, da schon jetzt das Wetter viel freundlicher ist als gestern“, war sich Christine Bentley mit ihrem Mitstreiter einig. In Zukunft werde man den Markt stärker auf junge Familie ausrichten. „Mit Kinderschminken und Kindermalaktion haben wir dieses Jahr ja schon den Anfang gemacht“, so Morfeld. Mit dem Motto „design + gestaltung zum Anfassen und Selbermachen“ werde man die Veranstaltung langfristig weiter ausbauen und verstärkt Unkeler Künstler einbeziehen.
Ambitionierte Gegenwartskunst
So waren etliche Mitglieder von „Landleben“ auf der Rheinpromenade vertreten, die sich mit der Ausstellung „Flora & Fauna“ an den Markttagen beteiligte. Die Keramikerin Diana Hillen hatte nicht nur ihre grasgrünen Lindwürmer auf die Ufermauer gesetzt, sondern auch Nilpferde und Froschkönige, während Petra Thyssen neben grauen, weiß geäderten „Rheinkieseln“ aus Filz eine ebenso flauschige wie farbeprächtige Sommerblumenwiese erblühen ließ.
Nicht allzu weit entfernt hatten sich zwei von Britta Bellin-Schewe umgearbeitete Schaufensterpuppen postiert, die von der Künstlerin auf die Namen „Amazone und Google“ getauft worden waren. Diese wiesen auf das Thema „Vernetzung“ hin, dem sich die Keramikerin und ihre Kolleginnen der Unkeler Künstlergruppe „panta r(h)ein 637“ nicht nur in Objekten widmeten.
Traditionelles Kunsthandwerk
Während man am nördlichen Ende des Design-Marktes der Münz-Sägerin bei ihrer filigranen Arbeit zusehen konnte, hatte die Ausstellerin an der Mariensäule zwei Spinnräder mitgebracht. Hölzer heimischer Baumarten hatte der Drechsler für seine blank polierten Broschen und Spangen verwendet. Umschlossen von schmalen Eisenstäben, die Kugeln und Ellipsen bildeten, waren farbige Glaskugeln, die in der Mittagssonne genauso glitzerten wie die kostbaren Unikate der zahlreichen Schmuck-Hersteller. Nicht in erste Linien die Optik, wohl aber den Geruchssinn sprachen dagegen die hanggemachten Seifen an.
Zum ersten Mal bei „design & gestaltung“ dabei war Christine Schirmmacher, die aus der Eifel Arbeiten ihres verstorbenen Mannes Hartmut, besser bekannt als „Merlin Flu“, mitgebracht hatte.
Neben größeren Bildern in plakativ-bunten Farben voller überbordender Lebensfreude und Phantasie zeigte sie auch kleinere Arbeiten in der von ihm erfundenen „Kaffeebrandtechnik“ aus Kaffeesatz, neben denen Glasschalen mit ihren Motiven von rotem Klatschmohnblüten und grünen Ginkgoblättern bis zu dunkelvioletten Oliven und gelben Zitronen mediterrane Atmosphäre versprühten, die am Sonntag viele Besucher zum längeren Verweilen verführte.
Einige neue Ideen haben Christine Bentley und André Morfeld bei ihrem Debüt als Markt-Organisatoren eingebracht.
