Eine „Königin“ für die Streuobstwiese in Ohlenberg
Landrat pflanzte ein Apfelbäumchen
Rainer Kaul löste damit ein Versprechen ein, das er im Rahmen der 750-Jahr-Feier des Ortes gegeben hatte
Kasbach-Ohlenberg. Kräftig in die Hände gespukt wurde am Freitagnachmittag von Landrat Rainer Kaul sowie dem Bürgermeister von Kasbach-Ohlenberg Dieter Sander und seinem Beigeordneten Frank Becker. Der Grund: Kaul löste sein Versprechen ein, einen Baum zu spenden, das er der Gemeinde bei der 750-Jahr-Feier von Ohlenberg gegeben hatte. Nun galt es, das Apfelbäumchen, eine zu den ältesten Obstsorten Europas zählende Goldparmäne, auf der Streuobstwiese oberhalb des Sportplatzes einzupflanzen, nachdem fleißige Hände im Vorfeld bereits ein entsprechendes Pflanzloch ausgehoben hatten.
„Ich freue mich, so viele Gemeinderatsmitglieder und Vertreter der Ortsvereine neben Landrat Rainer Kaul und Hans-Peter Job von der Landespflege begrüßen zu können“, eröffnete Sander die Pflanzaktion. „Sie haben uns beim damaligen Festakt einen Baum versprochen, Herr Landrat, und in Absprache mit Herrn Job von der Landespflege haben wir uns dann diesen Platz hier ausgesucht“, so der Bürgermeister. Da durch den Naturpark, aber auch von der Landespflege Streuobstwiesen gefördert würden, werde ein Obstbaum gepflanzt. „Vielleicht wird bald auch der Schnitt für die anderen hier stehenden Obstbäume in das Programm aufgenommen“, gab Dieter Sander seiner Hoffnung auf Unterstützung bei der Pflege der Wiese Ausdruck.
„Ein Baum als Jubiläums-Geschenk ist erheblich ansehnlicher als der übliche Wappenteller des Kreises, den Sie als Gemeinde ja eh schon längst bekommen haben“, fand der Landrat. Zuvor hatte er dem Ort höchste Anerkennung und Respekt gezollt für die tolle Organisation und Durchführung der 750-Jahr-Feier, an der er ausgiebig teilgenommen hatte. Eine Goldparmäne und nicht den Baum des Jahres, den Wildapfel, habe er deshalb ausgewählt, weil die Gemeinde ihre Streuobstwiese im Osten der Gemarkung verjüngen wolle.
„Diese Apfelsorte, die wahrscheinlich aus England stammt und dort schon seit dem 12. und 13. Jahrhundert bekannt war, gehört zu den ältesten und anspruchsvollsten Apfelsorten Europas, wie die Bezeichnung ‚Reine des Reinettes - Königin der Prinzessinnen‘ nahe legt“, erläuterte Hans-Peter Job. In England wurden die Äpfel „Pearmain“ genannt, auch wenn man nicht mehr genau nachvollziehen könne, ob es sich dabei wirklich um die kleinen, süß-säuerlichen Goldparmänen gehandelt habe, die im September geerntet werde, so der Fachmann.
„Im Landkreis werden ja erfreulicherweise viele Streuobstwiesen angelegt, allerdings fällt mir immer wieder auf, dass es dann am erforderlichen Baumschnitt hapert“, erklärte Rainer Kaul. Offensichtlich sei vielen Kommunen nicht bekannt, dass sie für die Pflege der Streuobstwiesen Mittel aus dem Finanzausgleich einsetzen könnten, so sein Rat.
