Das Künstler-Duo „Stapf & Gabbe“ beeindruckte das Rheinbreitbacher Publikum
Märchenbilder von Robert Schumann
Rheinbreitbach. Erneut ein außergewöhnlicher Glücksgriff ist dem Förderkreis Obere Burg mit dem Engagement der kurz vor ihrem 18. Geburtstag stehenden Geigerin Judith Stapf und der Pianistin Isabel Gabbe gelungen. „Ich hatte das Vergnügen, den beiden bei den Proben zuhören zu dürfen und war ungemein beeindruckt“, schwärmte der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Ackermann, der den Gästen im Konzertsaal der Oberen Burg eine unvergessliche und absolut professionelle Darbietung vorhersagte. „Die Rheinbacherin Judith Stapf hat schon im zarten Alter von acht Jahren mit dem Geigenspiel begonnen und schon bald folgten erste Konzerte, so etwa 2005 in der Alten Oper in Frankfurt oder 2007 in der Kölner Philharmonie“, berichtete Ackermann. Seit gut drei Jahren spielt sie zudem mit Isabel Gabbe zusammen. Die in München geborene Pianistin deutsch-französischer Herkunft gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten unter den Klaviervirtuosen der jüngeren Generation. „Auch sie ist als Solistin und Kammermusikerin Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe“, berichtete Dietmar Ackermann.
Ganz große Musik
„Nur eine wertlose Kleinigkeit hat Robert Schumann seine Märchenbilder genannt. Dabei sind sie ganz große Musik. Jedes der vier Stücke fängt zu Beginn die Atmosphäre eines Märchens wie ein Bild ein“, schwärmte Isabel Gabbe von dem ersten Programmpunkt des Duo-Abends. Nach dem Romantiker, der 1856 in Bonn gestorben war, widmeten sich die Musikerinnen dem Werk des gebürtigen Bonners, Ludwig van Beethovens Sonate c-moll, opus 30/2 für Klavier und Violine. „Geschrieben hat er sie 1802 in Wien und gewidmet hat er sie wie auch die beiden rahmenden anderen Sonaten in a- und g-dur des Zyklus Alexander I., der ein Jahr zuvor Zar von Russland geworden war“, erklärte Isabel Gabbe.
Mit irriger Meinung aufgeräumt
Sie räumte auch gleich mit der irrigen Meinung auf, C-moll-Kompositionen seien gleichzusetzen mit tragisch-pathetischer Musik, wie in Beethovens 5. Sinfonie, der berühmten „Schicksalssinfonie“ oder seiner Klaviersonate Nr. 8, der Pathétique. "In dieser viersätzigen Sonate klingt der erste Allegro-Satz eher geheimnisvoll, während im zweiten Satz, dem Adagio cantabile, helle harmonische Farben erstrahlen“, beschrieb die Musikerin diese Komposition, die in dem wilden Finale, Allegro-Presto, endete. Mit anhaltendem Applaus hatten die begeisterten Zuhörer die beiden Künstlerinnen in die Pause entlassen, die wenig später ihr faszinierendes Konzert mit vier kontrastreichen Präludien für Violine und Klavier von Dmitri Schostakowitsch aus opus 34 fortsetzten. Ihr großartiges Konzert abschließend, stimmten die beiden Musikerinnen die Sonate Nr. 2, d-Dur, opus 94a von Sergej Prokofjew an, die aus der so genannten „Flötensonate“ hervorgegangen war, die der aus der heutigen Ukraine stammende Künstler 1943 mitten im Krieg komponiert hatte.
