Märchenhaft-närrische Stimmung beim Strünzerball
Gut eine Woche vor dem Sessions-Höhepunkt startete in Linz mit dem Strünzerball das Närrische Wochenende
Linz. Millenniumsprinz Siggi I. „vum Hohen Corps“ hatte den inzwischen traditionellen „Strünzerball“ ins Leben gerufen und er war bislang immer als der etwas zaghaftere Start, die „kleine Schwester der Hauptveranstaltung“, dem Bürgerfrühschoppen, gewesen. „Dieses Jahr aber waren beide Veranstaltungen bereits Wochen vorher ausverkauft“, freute sich Kurfürst Prinz Kerky I. am frühen Freitagabend, kurz bevor er mit dem Fanfarencorps des TV Linz und natürlich in Begleitung seiner Adjutanten, Einzug hielt. Die ganze Narrenschar war bestens drauf, hatte sie doch die Feedback Dancing Band, die sich mit dem Unkeler Trompeter Philipp Walbröl verstärkt hatte, bestens mit kölsch Tön eingestimmt, so dass nur am Eigelstein Musik un Danz wor.
Natürlich machte Kerky I. direkt mit seinem Sessionslied „Rut un wiess sin die Farben so ausgelassen-vehement weiter, dass die ganze Halle in beängstigende Schwingungen geriet. Unterstützt wurden die Fanfaren und die Saalband zudem von der Stadtsoldatenband XXL, die sich eigens für den Strünzerball aus den Reihen aktiver und inaktiver Corpsmitglieder zusammengefunden hatte, um ihren „Kurfürsten“ mit Rock-Pop-Klassikern und jecker Fastelovendmusik zu begeistern.
Das gelang wenig später auch der Besatzung der jungen Gesellschaft „Stattgarde Colonia Ahoi“, die sowohl mit ihrem Shantychor als auch mit ihren Tänzern in Linz vor Anker gingen. Aus Königswinter und dem Veedel von noch en bisschen dahinter waren „De Köbesse“ um Roger Moore angereist, der im Gegensatz zum James Bond - „Halleluja“ - die Lizenz zum Singen besitzt und der mit Hits der Bläck Fööss, der Höhner, der Räuber und der Paveier den Bringse Pitter Lügen strafte. „Nä, nä wat is dat hück he ne superjeile Zick“, brachten es drei Clowns auf einen Nenner, lange bevor die Erpeler Gulaschkapell um Oberkoch Jörg Weich den Jecken einen ebenso scharfen, wie heißen Mitternachtshappen servierte. „Die Naach es doch noch lang nit vorbei, jo mer drinke noch e Ründche et es doch eets jrad halver zwei. Jo mer blieve noch“, beruhigte der „Dö“rings Bernd von der Saalband die Jecken, von denen etliche sich vorgenommen hatten: „Nach Hause, nach Hause, nach Hause geh’n wir nicht, bis dass der Tag anbricht!“ DL
Frösche und Prinzessinen feierten gemeinsam beim Linzer Strünzerball.
