Nach über vier Jahren Entscheidungsfindung konnte das Projekt der Gebrüder-Grimm-Ganztagsgrundschule erfolgreich beendet werden
Mensa wurde eingeweiht
Rheinbreitbach. „Lasst uns froh und munter sein, denn wir weihen heut die Mensa ein“, schmetterten die Schüler der Ganztags-Grundschule Rheinbreitbach Anfang voriger Woche. Noch mussten die meisten von ihnen allerdings draußen vor der breiten Fensterfront bleiben, die aus Richtung Süden Licht in die Mensa fließen lässt. Das traf sogar auf die 90 Schüler zu, die schon seit Anfang des Monats dort am gemeinsamen Mittagessen der Ganztagsschule teilgenommen haben, so sie denn nicht eine der drei zweiten Klassen von Konrektorin Birgit Dohrmann, Elke Offermann und Ursel Ottmann besuchen, die mit Gedichten und Liedern vom „Bratapfel“ und dem „Gemüseball“ die Reden der Einweihungsfeier auflockerten. Reserviert waren die Plätze vorwiegend für die geladenen Gäste, von denen Schulleiterin Patricia Schon-Ohnesorge allen voran Schulrat Harald Thome, das Architekten-Team um Stefanie Ruffen und Vater Dieter Erlen, Verbands- und Ortsbürgermeister Karsten Fehr sowie die Vertreter der Verwaltung, allen voran Bauamtsleiterin Sonja Klewitz und nicht zuletzt Pfarrer Michael Busch und Diakon Winfried Reers, die das Gebäude einweihten, begrüßte.
Langer Weg bis zur Realisierung
„Die Mensa für den Ganztagsschulbetrieb ist fertig - endlich“, frohlockte die Rektorin und mit ihr das ganze Kollegium und Betreuerteam. Lange vor dem Amtsantritt von Patricia Schone-Ohnesorge, Mitte April 2009, war die Gebrüder-Grimm-Grundschule nach einigen vergeblichen Anläufen zur Ganztagsschule erweitern worden. „Wenn ich heute die Entstehungsgeschichte des Neubaus darstellen würde, könnten wir hier anschließend gemeinsam das Mittagessen einnehmen“, übersprang Karsten Fehr den futuristisch wirkenden Stelzenbau im Süden des Schulhofs, der von Dieter Ehlen dann dem bestehenden Gebäude stilistisch angepasst wurde, für denn allerdings auch die Schullinde hätte weichen müssen. Bereits beschlossen war sein Bau, als diese 1,2 Millionen teure Variante im Zuge der Haushaltskonsolidierung gekippt wurde und der Standort für seinen eingeschossigen Nachfolger an die Schulstraße verlegt wurde, der mit rund 500.000 Euro nicht einmal die Hälfte kostete.
„Der lange Weg der Entscheidungsfindung hat sich gelohnt“, lobte Harald Thome, der die Gebrüder-Grimm-Grundschule unabhängig von der neuen Mensa als ein Erfolgsmodell bezeichnete, weil dort von einem äußerst engagierten Kollegium echte Qualität geboten würde. Der Bau der Mensa auf dem Schulgelände sei nicht unbedingt notwendig, aber durchaus sinnvoll gewesen. „Dass Sie so die Wege der Schüler zur Mensa verkürzt haben, ist aller Ehren Wert“, hob der Schulrat hervor.
Fördermittel machten den Bau möglich
Nach viereinhalb Jahren steht der Schule nun die frei stehende Mensa mit einer Nutzfläche von rund 130 Quadratmetern zur Verfügung. Davon entfallen 90 Quadratmeter auf die eigentliche Mensa für 120 Schüler, auf der übrigen Fläche sind die Küche, Nebenräume und die Sanitäranlagen untergebracht. „Ohne Fördermittel hätten wir das nicht bauen können. Im Januar hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion die Landeszuwendung in Höhe von 265.000 Euro bewilligt“, dankte Karsten Fehr in Richtung Mainz und ADD. Und da auch der Kreis noch knapp 38.000 Euro beisteuerte, muss die nicht gerade mit Reichtümern gesegnete Gemeinde weniger als 220.000 Euro selber tragen. Zu verdanken hat sie dies auch dem Architekturbüro, heute ERA & MD, das nicht nur im Zeit-, sondern auch im Kostenrahmen geblieben ist.
„Ohne die Zustimmung des Verbandes der Katholischen Frauen in Wirtschaft und Verwaltung, an deren Grundstück wir im Westen ganz nah herangerückt sind, hätten wir die Mensa an dieser Stelle aber gar nicht errichten dürfen“, dankte der Bürgermeister der Vorsitzenden, Felicitas Fehlinger. Sein Dank galt aber auch dem Betreiber des Burghotels „Ad Sion“, Carsten Rechmann, der mit seinem Team die zurückliegenden Jahre dafür gesorgt hatte, dass die Rheinbreitbacher Ganztagsschüler mittags nicht hungern mussten.
Nur als Sänger vor den Türen nahmen die meisten Grundschüler an der Einweihungsfeier teil. Foto: DL
