Jubiläumsfahrt des Linzer Eifelvereins
Mittelalterliches Handwerk und mondänes Kurleben
Tagesausflug zum 50. Jubiläum der Ortsgruppe führte nach Bad Kreuznach
Linz. Das 50-jährige Bestehen der Ortsgruppe Linz sollte mit einer Busfahrt an einen schönen Ort gefeiert werden. Darüber war man sich bereits im Februar 2013 einig. Also wurde das mittelalterliche Bad Kreuznach gewählt. An einem heißen Hochsommertag bestiegen 34 Mitglieder des Vereins und zwei Gäste den Bus. Eingebettet in Weinberge und Felswände zieht sich die Stadt an der Nahe entlang, mondän mit Kurpark und Kureinrichtungen auf der einen Seite und mittelalterlich auf der anderen. Dieser Teil veranschaulicht, wie die einzelnen Handwerke gelebt und gearbeitet haben.
Die Vielfalt von Gewerken und Berufen schufen zahlreiche Märkte, auf denen es lebhaft zugegangen sein muss. Im Kurteil hingegen kann man sich gehobenes Bürgertum und Adel beim Lustwandeln vorstellen, inhalierend bei Kurmusik und kultivierter Unterhaltung. Zwei Stadtführerinnen geleitten die Gruppe auch durch die wechselvolle Geschichte der Stadt, die viele fremde Herren, Kriege, Zerstörung und Wiederaufbau erlebte. Letzterer findet gegenwärtig auf der „Alten Nahebrücke“ mit den Wahrzeichen von Bad Kreuznach, den Brückenhäusern, statt, seit Jahren. Eine Großbaustelle, mitten in der Stadt, aber was ist das schon angesichts der Kirchen, Klöster, Befestigungen und Burganlagen der Vergangenheit. 1834 wurden die ersten Solbäder gegründet, und Bad Kreuznachs Aufstieg zum Kurort begann.
1904 fand ein Apotheker dort Radon. Auch Salzgewinnung war schon sehr früh ein Industriezweig. Begonnen hatten die Linzer ihren Rundgang angenehm, unter hohen Platanen bei 30 Grad. Es wurde immer heißer, und mittags waren sie für die Einkehr im klimatisierten Brauwerk, einer historischen Gaststätte am Gradierwerk, dankbar. Am wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres zeigte sich nun deutlich Ermattung. Eifelverein hin, Wanderverein her, die vorgesehene Wanderung auf der Bergseite gegenüber der Stadt, fiel aus. Stattdessen noch ein bisschen Saline, Eiscafé und Füße ins kalte Wasser (Service des Cafés). Am Nachmittag ging es über Neuwied zurück. Das Außenthermometer zeigte jetzt 42 Grad. Damit war die Jubiläumstour noch nicht beendet. Ein weiterer Höhepunkt war die Bewirtung beim „König im Landratsgarten“ Neuwied. Gegen 21 Uhr waren die Teilnehmer dann, nach einem unvergesslich heißen, schönen, aber auch anspruchsvollen Tag, reich an Eindrücken und Bildern wieder zu Hause.
