Allgemeine Berichte | 17.09.2014

Kulturveranstaltung ‚Kunst in Unkeler Höfen'

„Nach den Kunsttagen ist vor den Kunsttagen!“

„Nach den Kunsttagen ist vor den Kunsttagen!“

Unkel. „Die weit über zehnjährige Erfolgsgeschichte von ‚Kunst in Unkeler Höfen’, einer Kulturveranstaltung, bei der die einzigartige Bausubstanz der historischen Gebäude mit ihren Gärten und idyllischen Innenhöfen zum Dialog mit Künstlern und ihrer Kunst einlädt, hat eine einzigartige Form der Auseinandersetzung von Kunst und Raum geschaffen!“, schwärmte Schirmherr Rainer Kaul. "Die Macher dieser Kunsttage, Ellen und Joachim Seidel sind ein echter Glücksfall für die Stadt“, lobte der Landrat die Organisatoren, denen es wieder gelungen war, parallel zum Unkeler Wein- und Heimatfest Abertausende kunstinteressierte Besucher in die Bunte Stadt am Rhein zu locken. Diese erwarteten mit der Villa Birkhäuser, Bahnhofstraße 11 und dem Textilhaus Palm, Frankfurter Straße 9, zwei zusätzliche Stationen. „Mit den insgesamt 14 Stationen geben wir den 49 ausgewählten Künstlern mehr Raum, ihre Objekte zu präsentieren“, so Jochen Seidel.

Die Niederlande als Gastland

Gastland war in diesem Jahr die Niederlande. Es wurde vertreten durch Will Schopp, mit seinen Holzskulpturen wie der geflügelten „Icara“, und durch Horst Janssen, mit seinen täuschend echt aussehenden Lederjacken, die im Hof des Kutscherhauses im Henkelpark, am Garagentor sowie im Garten aufgehängt waren. Ellen Seidel hat gemeinsam mit ihrem Mann Jochen eine kulturelle Kooperation mit der Partnerstadt Kamen ins Leben gerufen. „Während der in Murcia geborene Spanier Juan Manuel Nicolas Casanova, der seit Jahrzehnten in Rheinbreitbach lebt und arbeitet, sowie die Unkelerin Barbara Schwinges die Kulturstadt am Rhein auf der Kunstmesse ‚Art Kamen’ am letzten Septemberwochenende vertreten, schlägt dieses Mal nach dem Messe-Organisator Reimund Kasper in 2013 die Vorsitzende des Künstlerbunds ‚Schieferturm Kamen’, Petra Eckardt, hier die künstlerisch-kulturelle Brücke zwischen den Partnerstädte“, so Jochen Seidel. Zu sehen waren die abstrakten Gemälde der Künstlerin im Christinenstift, dessen Park und Garten sich wieder in einen riesigen Kunstmarkt verwandelt hatte, in dem etwa der Rheinbreitbacher Hilmar Röner neben seinen Arbeiten auch die Drucktechnik vorführte.

Herzensjongleure und Wolkenträger

Bis dorthin vorgedrungen war am Samstagmittag eine Besucherin gar nicht erst. „Ich habe schon so viel gesehen, ich kann nichts mehr aufnehmen. Da komm ich morgen lieber noch mal her“, gab sie erschöpft am nördlichen Entree der Altstadt auf, nachdem sie neben den Skulpturen rund um das Kutscherhaus etwa die Arbeiten der Gruppe „EigenArt“ sowie die „Irdischen und Außerirdischen“ wie Herzensjongleure, Zwischenweltler und Wolkenträger von Martina Hesse ausgiebig bewundert hatte. Entsprechend warteten auf sie am Sonntag noch etwa „Rostbarkeiten“ und „UnArtiges“ im Garten des Pax-Hauses auf sie oder die hohen Solaris-Installation von Holger Hagedorn, die neben den großen Holzskulpturen von Lukas Lenzing den Pfarrgarten bevölkerten. Ellen und Jochen Seidel stellten ihren Hof und Garten Molly Noebel sowie den Ex-Kölnern Simone Neveling und Kurt Ebbers zur Verfügung, die ihre Ateliers nach Rheinbreitbach verlegt haben. Für die beiden Organisatoren der überaus erfolgreichen wie anspruchsvollen Kulturveranstaltung heißt es: „Nach den Kunsttagen ist vor den Kunsttagen!“ Der Grund: „Man braucht schon zwei bis drei Jahre Vorlauf, um so hochkarätige Künstler zu bekommen, weil diese natürlich die Konzepte für ihre Jahresausstellungen langfristig planen“, erklärte Ellen Seidel. Und natürlich müsse das Niveau stimmen, damit sich so renommierte Profis entscheiden würden teilzunehmen. Dazu wird ihr Mann Künstler schon Ende des Monats auf seinem Messestand auf der „Art Kamen“ motivieren, so sich die Qualität von „Kunst in Unkeler Höfen“ nicht schon durch Mundpropaganda auch in diesen Kreisen herumgesprochen haben sollte.

Mit ebenholzschwarzem Keramikkörper kontrastiert die indische Schönheit mit der Büste ihre gläsernen Schwester.

Geheimnisvoll und mythisch wirken die Wesen inmitten der Natur.

„Nach den Kunsttagen ist vor den Kunsttagen!“
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