Stadtrat Linz tagte
Nutzungsänderung beschlossen
Klärteiche am Roniger Hof werden in das Hochwasserrückhaltesystem einbezogen
Linz. Einstimmig hat der Stadtrat Linz auf seiner jüngsten Sitzung die Nutzungsänderung der ehemaligen Klärteiche der Kläranlage „Roniger Hof“ durch die Verbandsgemeindewerke „Abwasser“ als Hochwasserrückhaltebecken akzeptiert. Die Durchführung der wasserrechtlichen Maßnahmen war notwendig geworden, weil das Neubaugebiet „Roniger Hof 1d“ an die vorhandenen Ortskanalisation „Roniger Hof“ angeschlossen werden soll, von der das Abwasser zu einem Stauraumkanal transportiert und gedrosselt über einen Sammler zur Kläranklage Linz-Unkel weitergeleitet wird. Eine Entlastung erfolgt über den „Alwiesbach“, der nach Angabe der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) auch ohne den Anschluss von „Roniger Hof 1d“ bereits hydraulisch überlastet ist, sodass der Anschluss des Neubaugebiets die Situation noch verschärfen würde.
Zwar wurde im Neubaugebiet ein Stauraumkanal gebaut, der als Regenrückhaltebecken fungiert, um so das dort anfallende Mischwasser gedämpft in die örtliche Kanalisation zu leiten. Um eine weitere Entlastung zu erreichen, sollte jedoch nach Vorgaben der SGD Nord auch das vorhandene Volumen der alten Kläranlagenteiche unterhalb des Regenrückhaltebeckens aktiviert werden.
Nach einer ersten Machbarkeitsstudie der Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann & Partner sollte die Entlastungs-Wassermenge aus dem Rückhaltebecken nicht mehr direkt in den „Alwiesbach“ eingeleitet, sondern zunächst dem ersten Teich der Kläranlage zugeführt werden, der somit als Rückhaltebecken fungieren würde. Nun allerdings sieht die Planung auch die Nutzung des zweiten Teichs als Hochwasserrückhaltebecken vor, dem das entsprechende Wasser über den Ablauf von Teich 1 zugeführt wird.
Laut Mitteilung der Verwaltung wurde eine Entschlammung der Teiche bereits vorgenommen und aus Rückstellungen des Abwasserwerks finanziert. Die noch anstehenden Umbauarbeiten der alten Klärteiche inklusive Ingenieurleistungen, Baugrunduntersuchungen und einer fachlichen Bewertung seitens des Naturschutzes kosten nach Schätzungen rund 190.000 Euro. Unisono stimmten die Mandatsträger dem vorgeschlagenen Kostenschlüssel zu, nach dem die Verbandsgemeinde die 47 Prozent übernimmt, die auf die Hochwasserrückhaltung entfallen, das Abwasserwerk der VG die 40 Prozent für die Ertüchtigung des Regenrückhaltebeckens, während die Stadt Linz mit 13 Prozent der Gesamtkosten die Ausgaben für den ermittelten Flächenzuwachs trägt, also knapp 25.000 Euro, eine Summe, für die Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.
Ausbau „Am Ziegenbusch“ beginnt im Frühjahr
Ebenfalls einstimmig wurde der Erwerb des rund 93.000 Euro umfassenden Anlagevermögens der Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft beschlossen, die zum 31. Dezember dieses Jahres aufgelöst wird. Beschlossene Sache ist auch der Ausbau der Straße „Zum Ziegenbusch“.
Bereits am 1. September war den Grundstückeigentümer die Entwurfsplanung für die Arbeiten in der Sackgasse vorgestellt worden, deren Fahrbahn samt der Nebenanlagen im Zuge der Sanierung der Versorgungsleitungen grundlegend erneuert werden soll.
Baubeginn ist Frühjahr 2016, eingeplant sind für die Arbeiten zehn Monate. Im Zuge des Straßenausbaus soll auch die Beleuchtungsanlage mit elf LED-Leuchten erneuert werden.
