Pokale im Fahnenschwenken bei der Unkeler Kirmes
Philipp Schmitz ist neuer Bundesmeister
Bruchhausener setzte sich klar gegen die Konkurrenz durch - Jan-Philipp Wallek holt Amtspokalwieder nach Unkel
Unkel. Neun Fähnriche waren am frühen Samstagnachmittag im Unkeler Kirmeszelt angetreten, um die Nachfolge des Bad Hönningers Hendrik Sartor als Bundesmeister anzutreten. Dabei winkte dem Zweitplatzierten der Titel des Westerwaldmeisters, den Christian Feltens im Vorjahr ebenfalls nach Bad Hönningen geholt hatte. Als Erster antreten musste der junge Unkeler Fähnrich Julian Muss, bevor auch sein Vereinskamerad Jan-Philipp Wallek vor die Jury trat. Diese setzte sich neben Matthias Schmitz aus den drei Ex-Bundesmeistern Lothar Mollberg aus Unkel, Florian Paaßen, ehemals Bruchhausen, und dem Rheinbreitbacher Carsten Walbröhl zusammen. Nach Georg Seul aus Troisdorf war dann der Bruchhausener Bastian Lindlohr an der Reihe, der Ende Juni auf der Peter-und-Paul-Kirmes in Bad Hönningen Bundesmeister aller Klassen geworden war. Obwohl durch eine Erkältung stark beeinträchtigt, begann der Nönghüüder extrem rasant, wenn auch längst nicht so souverän und fehlerfrei, wie von ihm gewohnt. So verlor er zunächst seine Schärpe, bevor er dem Anfangstempo sichtlich Tribut zollen musste und schließlich 15 Sekunden vor Ende seiner Darbietung die Fahne fallen ließ.
Dasselbe Schicksal erlitten Philipp Kuhl und der Bruchhausener Moritz Bremer, während der erfahrende Schwenker Christian Breuer aus Oberdrees, Bundesmeister aller Klassen von 2009, sicher die fünf Minuten überstand. Nachdem der aktuelle Bundesmeister aller Klassen und sein Kollege Moritz Bremer ausgeschieden waren, ruhten alle Hoffnungen des großen Bruchhausener Fanclubs auf Philipp Schmitz, der in Bad Hönningen als Zweitplatzierter hinter Sebastian Lindlohr die Siebengebirgsmeisterschaft errungen hatte. Konzentriert trug er seinen mit schwierigen Kunstschlägen gespickten Vortrag vor, sodass der Nönghüüder wie der nach ihm schwenkende Sebastian Goerke aus Franken sowie Christian Breuer, Georg Seul und Jan-Philipp Wallek in die Finalrunde der besten fünf Fähnriche einzog.
Ältester Titel der Fähnriche
Und das beherrschte der Bruchhausener Fähnrich so klar, dass Philipp Schmitz mit der Bundesmeisterschaft auch den ältesten und zweithöchsten Titel der Fähnriche in den kleinen Wallfahrtsort holte. Den zweiten Platz belegte der Oberdreeser Fähnrich Christian Breuer, der damit den Pokal des Westerwaldmeisters in den Rheinbacher Stadtteil mitnahm. Wie schon in Bad Hönningen, als er als Drittplatzierter immerhin noch den Wachtberg-Pokal ergattern konnte, hatte der Unkeler Jan-Philipp Wallek erneut das Nachsehen. „Dabei hat er im ersten Durchgang eine absolut fehlerfreie Darbietung präsentiert, eine Leistung, die ich bei einer Bundesmeisterschaft noch nicht erlebt habe“, schwärmte Carsten Walbröhl vom Auftritt des Unkelers. Der habe im Vergleich zum Vorjahr enorme Fortschritte gemacht, was seine dritten Plätze in den zurückliegenden vier Wettbewerben klar belegten, ergänzte Florian Paaßen, der bedauerte, dass diese außergewöhnliche Leistungssteigerung bislang noch mit keinem Titel belohnt wurde.
Sichere Schläge, gute Haltung
Das aber sollte sich am Sonntagnachmittag beim Schwenken um den Amtspokal der Verbandsgemeinde Unkel ändern, den Philipp Schmitz im Vorjahr nach Bruchhausen geholt hatte. Neben dem frisch gebackenen Bundesmeister traten seine Vereinskameraden, der Bundesmeister aller Klassen Bastian Lindlohr und der Nönghüüder Moritz Bremer an sowie die beiden Unkeler Julian Muss und Jan-Philipp Wallek. Während die beiden Bundesmeister als Erste antreten mussten, konnte der Unkeler, der am Vortrag noch unmittelbar nach seinem Kollegen Julian Muss als zweiter Fähnrich an der Reihe gewesen war, nun auch die Leistungen der übrigen beiden Mitbewerber begutachten. Voll konzentriert trat er dann als letzter Aspirant in den engen Schwenkring, um dann nach den Pflichtschlägen mit sicheren Kunstschlägen und guter Haltung nicht nur Julian Muss, sondern auch die drei Bruchhausener Fähnriche klar hinter sich zu lassen, sodass der Amtspokal mit dem ersten Schwenk-Sieg von Jan-Philipp Wallek nun ein Jahr lang in Unkel beheimat ist.
Hoch konzentriert präsentierte sich der Sieger des Schwenkens um den Amtspokal, Jan-Philipp Wallek, der Jury.
