Allgemeine Berichte | 25.03.2014

Angehende Erzieher vermittelten die Werte Zusammenhalt, Gemeinschaftssinn und Fairness

„Ramba Zamba“ begeisterte die Zuschauer

Der Fußball ist weg, ihr Lebensraum von profitgierigen Baumfällern bedroht: Grund genug für die Papageien, zu resignieren. DL

Linz. Lautes Vogelgezwitscher erfüllte Mitte voriger Woche die Linzer Stadthalle, die sich dwährend der Musical-Aufführungen der beiden Unterstufen-Erzieherklassen an der Alice Salomon Schule (ASS) in einen Regenwald verwandelt hatte.

„Nachdem unsere Schüler im Vorjahr das Jugend-Musical ‚Coco Superstar‘ aufgeführt hatten, wenden sie sich dieses Jahr mit ‚Ramba-Zamba‘ an Kinder aus den Grundschulen und Kindergärten“, berichtete die ASS-Lehrerin Mona Lehnberg, die zusammen mit ihren Kolleginnen Jeannette Elfers und Heike Simon die Arbeit der Schüler begleitet hatte.

Musical auf dem Stundenplan

Seit elf Jahren steht das Fach Musical auf dem Stundenplan für die zukünftigen Erzieher an der ASS und das beinhalten neben Gesang und Tanz, Bühnenbild und Kostümen, Beleuchtung und Ton, sowie Regie auch Organisation von der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Finanzierung der Veranstaltungen. Aber dieses Mal waren die rund 55 Musical-Schüler noch kreativer. Erstmals hatte sie auch die Texte ihres Dreiakters selber geschrieben, statt ein geeignetes Musical auszusuchen und aufzuführen. Und schon stimmten die Papageien die bekannten Harry Belafonte-Melodie „Tief im Dschungel“, vom schlafenden Löwen an. Nicht nur der wäre aber jäh aus seinem Schlummer gerissen worden, als plötzlich Motorsägen laut aufheulten Nachdem sie ihren Müll im Wald abgeladen hatten, machten sich nämlich Baumfäller daran, weit über 100 Jahre alte Bäume abzuholzen und so aus reiner Profitgier den Lebensraum der Papageien und unzählig vieler andere Tiere zu zerstören.

„Someone saved my life tonight“

„Wenn wir uns zusammentun, dann wird alles gut“, frohlockten die Papageien, bei Elton Johns Hit „Someone saved my life tonight“ melodisch Anleihe nehmend. Plötzlich entdeckten sie ein großes, rundes Ding, das die Baumfäller vergessen hatten. Nach etlichen Versuchen, das „Ei“ auszubrüten, identifizierte ein Papagei das Ding als Fußball. Bis weit in eines dieser Elendsviertel von Rio bolzten die Papageien den Fußball und machte sich sofort auf die Suche nach ihrem Spielzeug.

Regenwald-Lederball als das Objekt der Begierde

Das hatten die armen Kinder dort noch nicht entdeckt, sodass sie mit einer Konservendose kickten. Michael Jacksons „World“-Melodie aufgreifend, waren sie sich sicher: „Es kommt die Zeit, in der wir Fußball spielen mit einem Ball!“ Noch aber wurden sie von reichen Kids wegen ihres Dosen-Kicks verspottet, bis ihnen der „Zauberball“ (Svetlana Slasten) den tollen Regenwald-Lederball schenkte. Der war natürlich direkt auch bei den reichen Kindern das Objekt der Begierde, ganz zu schweigen vom fiesen Don (Jost Zoche), der mit seiner Gang die Favelas terrorisierte. Dass sich arme und reiche Fußball-Freaks gegen ihn zusammentun könnten, damit hatte er jedoch nicht gerechnet.

Unbemerkt von den jungen Zuschauern hatte sich inzwischen die dritte Gruppe der Musical-Schauspieler um Henner Dobler in Papageien verwandelt und zog auf der Suche nach ihrem Ball durch den Zuschauerraum auf die Bühne. Die Vögel erkannten sofort „ihren“ Fußball und forderten ihn ein. „Es war nicht unbedingt leicht, die drei Handlungsstränge, die jeder Gruppe für sich ausgearbeitet hat, zusammenzubringen, da es bei dem Musical thematisch um die Vermittlung der Werte Zusammenhalt und Toleranz geht, wird auch dieser Streit beigelegt“, so Mona Lehnberg. Grund genug für ein großes Ramba-Zamba-Fest.

Der Zauberball versucht, zwischen armen und reichen Kids zu vermitteln.

Der Zauberball versucht, zwischen armen und reichen Kids zu vermitteln.

Der Fußball ist weg, ihr Lebensraum von profitgierigen Baumfällern bedroht: Grund genug für die Papageien, zu resignieren. Fotos: DL

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