Allgemeine Berichte | 09.02.2016

Schwerdonnerstag bei den Perlen vom Rhein Rheinbrohl

Römer-Saal war fest in Narren-Hand

Bei den Perlen vom Rhein war richtig was los.privat

Rheinbrohl. Um 10 Uhr starteten die Perlen vom Rhein ab Römer-Saal, um Präsidentin Klaudia I. abzuholen. Nach einem Glas Sekt führte der Weg ins Unterdorf zum Rathaus, wo die Damen mithilfe der Linzer Fanfaren die Ratsmitglieder weckten und den Ortsvorstand entmachteten. Mitglieder des Rheinbrohler Gemeinderats standen ihrem Bürgermeister zwar zur Seite, aber die Perlen eroberten den Gertrudenhof schnell. Die Ratsmitglieder nahmen ihre Niederlage gelassen hin und übergaben der Präsidentin bei einem kleinen Umtrunk den Rathausschlüssel. Es fehlte den Herren wohl die Zeit, um sich auf die gewaltsame Übernahme vorzubereiten.

Nach diesem triumphalen Feldzug ging es mit Fanfaren-Musik weiter durch den Ort, die Besuche der Banken standen auf dem Zeitplan. Seit Jahren folgen die Möhnen gern den Einladungen der Rheinbrohler Geldinstitute, um bei jecken Tönen zwischen Zahlschalter und Geldautomat zu schunkeln, zu schwätzen und zu lachen.

Nach dem Marsch durch die Rheinbrohler Straßen stärkten sich die Damen im Edeka-Markt an der gut gefüllten Obst- und Gemüsetheke und tankten Kräfte für den weiteren Tag. Seit vielen Jahren werden die Möhnen bei dem etwas anderen Supermarkt-Besuch von Familie Albers kulinarisch verwöhnt.

Ab dem Nachmittag stimmten sich die Perlen vom Rhein mit ihren Gästen im rot-weiß geschmückten Römer-Saal beim Kaffeeklatsch auf die bevorstehende Sitzung ein. Die Möhnen zogen pünktlich um 15.11 Uhr in den voll besetzten Saal ein, Präsidentin Klaudia I. begrüßte das närrische Volk und gab den Startschuss zu einem fulminanten Programm.

Die Bühne gehörte zunächst den „Strolchen“, die jüngste Tanzgruppe der Perlen, bevor der „Jecke Hahn“ (Annegret Röhrig) einiges von Rheinbrohler Geschehnissen zu berichten wusste, sei es vom Missgeschick mit Außenspiegeln oder von der hygienischen Freiheit für die Frau. Der ein oder andere Jeck im Saal hat über sich selbst oder seinen Nachbarn sicherlich geschmunzelt oder herzhaft gelacht.

Der folgende Tanz der „Crazy Pearls“ als Piratinnen, die im zweiten Jahr auf den Brettern, die die Welt bedeuten, standen, war wiederum ein Augenschmaus. Ein Garant für viel Spaß in der Bütt eroberte den Saal: Jürgen Bönder erzählte vom Besuch auf dem stillen Örtchen und davon, dass menschliche Bedürfnisse nicht immer so reibungslos laufen.

Nach tosendem Applaus stürmte die Hönninger KG, die in diesem Jahr ihr 125. Jubiläum feiert, mit Prinz und Garden die Bühne. Der fulminante Einmarsch des Jubiläumsprinzen Olaf I. mit Gefolge und den Garden aus Bad Hönningen versetzte das Publikum weiter in Karnevalsstimmung.

Zurück in der Heimat

Prinz Olaf begrüßte die Damen mit dreimal Alaaf und fühlte sich sichtlich wohl in Rheinbrohl im Römer-Saal, seiner Heimat. Mit seinen „Männern für et Jeld, de Orden und de Termine im Outfit der Klüngelköpp“ stimmte er das Prinzenlied an.

Der Saal sang kräftig „Mir feiere Karneval in Hünnije am Rhein, mir han met Soreje nix am Hoot, in Rheinbrohl un och in Hammerstein, do jäht dat richtich joot“ mit. Nach dem Anblick der vielen Gardeuniformen ging es rasant weiter - die Rheinbrohler Danzmäus begeisterten mit Riverdance op Kölsch, eine Tanzshow mit unglaublicher Körperbeherrschung, flinken, akkuraten und vor allem unfassbar synchronen Steps - jedoch waren bei den Danzmäus nicht für die Beine, sondern für Hände und Arme volle Konzentration gefordert, Auslöser des ungewöhnlichen Tanzes waren leere Kölschgläser und ein fast schlafender Köbes.

Ein weiteres tänzerisches Highlight war der Auftritt der Tanzgarde der Perlen vom Rhein, die zu fetzigen Songs von Brings über die Bühne wirbelte. Aus Leutesdorf kommt er ursprünglich. In Rheinbrohl hat er sich als ein „Herjelaafener“ alias Herbert Winkens einen Namen gemacht. Auch in diesem Jahr berichtete er von seinen Erlebnissen in und um Leutesdorf, Hammerstein, Hünnije und Rheinbrohl und stellte fest, dass viele Mitbürger einen Spitznamen haben. Lachsalven waren ihm sicher.

Ein weiterer Programmpunkt zeigte einen Tanz von jungen und jung gebliebenen Perlen. Zu den Brings-Songs „Riesenkamell“, „Alle in die Disco“ und „Superjeile Zick“ zeigten 23 Perlen im Alter von 30 bis Ende 70 Jahren eine grandiose Musikshow, die in nur gut vier Wochen einstudiert wurde. Der Auftritt des Männerballetts „Heiße Socken“ aus Neuwied als „Vogelscheuchen“ zeigte, dass auch die Männerwelt tänzerisch einiges zu bieten hat. Die „Barhocker“ aus Unkel, ausgezeichnet mit dem Närrischen Oscar als Newcomer des Jahres 2007, sind auch überregional ein Synonym für rheinische Fröhlichkeit - dies stellten sie in Rheinbrohl unter Beweis und trugen zur ausgelassenen Stimmung bei.

Nach den Schlussworten der Präsidentin war jedoch noch lange nicht Schluss - die „Mädels vom Rhein“ aus Rheinbrohl heizten dem Saal nochmals kräftig ein. Das Publikum schunkelte zu Kölschen Liedern, gesungen von Rosi Navarro, Gabi Emmel, Klaudia Kruft-Heumann und Newcomerin Jasmin Bleck, die in diesem Jahr gesanglich ihr Debüt gab.

Leckere Cocktails

Nach dem kurzweiligen Programm gab es neben leckeren Cocktails noch flotte Tänze zu sehen. Die Showtanzgruppe Aubachtaler Spektakles Oberbieber bot den Zuschauern ein Spektakel auf der Bühne.

Die Tanzgruppe „Fireflies“ aus Hausen vom Möhnenverein Ewig Jung, die „Magic Lights“ der KG Bad Hönningen wie auch die „Tanzflöhe“ Ohlenberg, die in diesem Jahr bereits zweimal in Rheinbrohl getanzt haben, tanzten zur vorgerückten Stunde. Den Abschluss bildeten Olafs Jungs, eine besondere Garde rund um Prinz Olaf I. Die Freunde und Bekannten des Prinzen hatten beim Dämmerschoppen Premiere, dieses Highlight ist es wert, nicht nur einmal, sondern auf vielen Bühnen aufgeführt zu werden.

Die Narren fühlten sich sichtlich wohl im Römer und feierten, musikalisch begleitet von der Tanzband Touché, bis in die frühen Morgenstunden die kurze Session 2015/2016.

Bei den Perlen vom Rhein war richtig was los.Foto: privat

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