Willy-Brandt-Forum beteiligte sich am Internationalen Museumstag
Selten gezeigte Exponate und Kunstaktion lockten Besucher an
Unkel. Neue Möglichkeiten in der Kunstvermittlung präsentiert das Willy-Brandt-Forum bei gleich zwei Gelegenheiten. Bevor am Freitag, 22. Mai, die Direktorin des Mainzer Gutenberg Museums, Annette Ludwig ab 19.30 Uhr im WBF über „Das Museum in der Zukunft“ referiert, lud das Forum am vergangenen Sonntag, dem Internationalen Museumstag, dazu ein, dem Künstler Klaus Hopf bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. Dieser war dabei, den Multifunktionsraum für seine Kunstaktion „Anatomie des Aufrechten Gangs“ zu gestalten, die in den Kultursommer Rheinland-Pfalz eingebettet ist, der unter dem Motto „Helden und Legenden“ steht.
Kritische Auseinandersetzung
„Mit meiner Arbeit habe ich erst Ende der Woche begonnen“, so der in Plauen geborene Maler. Am Samstag seien die zunächst die Wände mit den Motiven in Acryl bemalt worden, sodass nun nur noch die ergänzenden Leinwände zur Komplettierung der einzelnen Darstellungen bearbeitet werden müssten „Mit dem Thema beschäftige ich mich natürlich schon seit September, sonst wäre das alles nicht in so kurzer Zeit zu bewerkstelligen gewesen“, verriet er ersten Besuchern. Detaillierter vorgestellt werde seine Kunstaktion am Freitag, 29. Mai, von seinem Freund Norbert Illig ab 19.30 Uhr, erkennen könne man aber auch ohne dessen Erläuterungen, dass es etwa um Kirche oder auch Faschismus gehe.
Seltene Stücke aus dem Archiv
„Am Internationalen Museumstag, der unter dem Motto ‚Museum - Gesellschaft - Zukunft‘ steht, zeigen wir aber auch besondere Exponate, die in der Ausstellung sonst nicht zu sehen sind“, erklärte der Vorsitzende der Stiftung, Christoph Charlier. So war unter anderem aus dem Archiv des Forums auch ein „Satiren-Teller“ von Rosenthal zu sehen, auf dem über einer Brandt-Karikatur das Zitat des Sozialdemokarten „Wir sind keine Erwählten, wir sind Gewählte!“ zu lesen ist. „Ein anderer Porzellanteller, den Willy Brandt während einer seiner Reisen als Präsident der Sozialistischen Internationale in Korea geschenkt bekommen hat, ist oben aus der Ausstellung schon im ersten Jahr gestohlen worden“, berichtete Sigrid Wesely den Besuchern, bevor diese die Reaktion in der Presse auf den Tod des Friedensnobelpreisträgers eingehend studierten.
Unter dem Motto „Sammeln verbindet“ hatte das WBF zudem zahlreiche Eintragungen, Widmungen und Anerkennungen seinen Gästebüchern auf DIN-A4-Bögen gedruckt, diese laminiert und dann wie Wäschestücke auf einer Leine quer über den westliche Teil des Willy-Brandt-Platzes gehängt. „Faszinierend, kurzweilig, gut. Davon brauchte die Welt mehr!“ und „Vielen Dank für die nette und informative Führung. Ich komme mit Sicherheit noch mal hierher!“ war dort ebenso zu lesen wie die Einschätzung „Neben dem Adenauer-Haus in Rhöndorf ist das Willy-Brandt-Forum ein sehr interessantes Stück Zeitgeschichte“ oder „Auch Nicht-SPD-Wähler waren hier und finden Willy Brandt heute noch toll!“.
