Lokalsport | 24.09.2013

Badminton - BSV Unkel

Senioren-WM in Ankara

Brigitte Prax fehlte nur ein Punkt zu Bronze im DD O 60

Die vier von der Rheinschiene: Hans Rhein, Dieter und Brigitte Prax, Jürgen Becker. privat

Unkel. Auch der dritte Saison-Höhepunkt für die Oldies nach der DM in Berlin und den World Masters Games in Turin bescherte mit der WM in Ankara den beiden Weltenbummlern Brigitte und Dieter Prax eine erlebnisreiche Sport- und Kulturwoche. Mit dabei auch die beiden Neuwieder Urgesteine Hans Rhein und Jürgen Becker.

Austragungsstätte in der türkischen Hauptstadt war die zentral gelegene neue Basketball-Arena, die gut 10.000 Zuschauer fasste und zwölf stark beleuchtete Felder beherbergte. Diese gut zu treffen war mit den international vorgeschriebenen schnellen Bällen nicht so einfach und bedurfte einer langen Eingewöhnungszeit.

Nach einer von viel Propaganda geprägten „Eröffnungsfeier“, bei der sich die vielen Funktionäre schon im Vorfeld sehr lobten, aber leider nicht die fast 1000 Sportler aus 41 Nationen (neuer Rekord) in den Mittelpunkt stellten, ging es endlich los. Noch nie gab es in allen Altersklassen eine so breit gefächerte Konkurrenz.

Brigitte Prax startete gleich am ersten Tag ins Turnier mit dem DE O 60, in dem ihr eine Japanerin gegenüberstand. In einem Spiel auf Augenhöhe wollten ihr aber schließlich nicht die Spiel entscheidenden Punkte im dritten Satz gelingen, während die Japanerin sie immer wieder mit einer ungewöhnlichen Drop-Technik überraschte. Im Mixed unterlagen Dieter und Brigitte Prax einem indischen Paar, das später den fünften Platz belegte. Nun sollte Brigitte ihr Augenmerk auf das Damendoppel richten. Unangenehme Vorkommnisse: Von Tag zu Tag gab es mehr Sportler, die neben Kreislaufproblemen mit Magen-Darm-Infektionen zu kämpfen hatten. Leider wurde dadurch auch die Vergabe der Medaillen sehr beeinträchtigt.

Neu war, dass Disziplinen unter 16 Teilnehmern im Gruppensystem ausgespielt wurden. Brigitte und Helga (Peeck) erwischten die einzige Vierergruppe und hatten so garantiert drei Doppel zu spielen. In den beiden ersten Gruppenspielen zeigten sie sich gut aufgelegt und düpierten zunächst die beiden engagierten und favorisierten Japanerinnen in zwei knappen Sätzen und anschließend zwei Engländerinnen. Somit waren sie vor dem letzten Spiel Gruppenerste und benötigten nur noch einen Satzgewinn im Spiel gegen die bereits von den Japanerinnen besiegten Finninnen, um eine Medaille sicher zu haben. Doch nun zeigte die rheinländisch-hessische Kombination Nerven: Das Spiel war zu jeder Zeit eng und Satz Eins ging mit 19:21 verloren. Im zweiten Satz sollte es eigentlich besser klappen, aber dann bemängelte bei einem Vier-Punkte-Vorsprung der Aufschlagrichter (nach Expertenmeinung zu Unrecht) zwei Aufschläge von Brigittes Partnerin. Bei 20:19 hatten die beiden Deutschen trotzdem Satzball, doch der eine nötige wichtige Punkt zu einer Medaille sollte ihnen nicht mehr gelingen und sie verloren den zweiten Satz mit 23:21. Schade, dennoch dürfen sie sich über einen guten fünften Platz in dem starken Teilnehmerfeld freuen.

Wie immer übernahm Brigitte auf Anfrage anschließend das Coaching bei der O 70erin Renate Gabriel (Bremen) und durfte sich mit ihr wie schon in Vancouver und Sofia über Gold freuen.

Die beiden Neuwieder Badminton-Oldies kamen im Herreneinzel O 55 nicht über die erste Runde hinaus, hielten sich dann jedoch im Doppel gegen zwei Schweden in zwei Sätzen schadlos. Gegen den schottischen Titanen Dan Travers und Partner war dann wie erwartet Endstation.

Ankara war auch außerhalb des Sportes eine interessante Stadt, die einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten hatte. Nicht ganz ungefährlich war der Besuch einer Bierkneipe in der Nähe eines großen Platzes, wo allabendlich Demonstrationen stattfanden. Hier kamen einige WM-Teilnehmer sogar mit Tränengas in Berührung.

Die Farewell-Party bot dann zum Abschluss etwas Besonderes: In einem wunderschön angelegten Park mit großem Teich nahe der Halle traf man sich am letzten Abend und durfte gemeinsam eine faszinierende Laser-Wasser-Schau (natürlich inclusive Verherrlichung der Regenten Atatürk und Erdogan) bewundern. Das war ein toller Abschluss mit der Möglichkeit, sich in einem tollen Ambiente von den Sportfreunden aus aller Welt zu verabschieden.

Die vier von der Rheinschiene: Hans Rhein, Dieter und Brigitte Prax, Jürgen Becker. Foto: privat

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