Sozialdemokraten aus dem Kreis Neuwied feierten das 150-jährige Bestehen ihrer Partei
Vorsitzender Fredi Winter hatte die Jubiläums-Wanderausstellung in den Nordwesten des Kreises geholt
Unkel. Ferdinand Lasalle gründete am 23. Mai 1863 in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein: Für die SPD gilt dieser Tag als Geburtsstunde der Deutschen Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wird entsprechend 150 Jahre alt. Das Jubiläum findet jedoch nicht nur am 23. Mai dieses Jahres statt. Vielmehr feiert die SPD den stolzen Partei-Geburtstag mit zahlreichen Veranstaltungen auf Bundes-, Landes- und Kreisebene. So haben die Sozialdemokraten aus dem Kreis Neuwied um ihren Vorsitzenden Fredi Winter die Wanderausstellung „150 Jahre SPD“ nach Unkel geholt, die im Nebengebäude der Sporthalle „Am Sonneberg“, dem sogenannten Tröötetempel, eröffnet wurde.
Wolfgang Gisevius dankte dem Kreisvorsitzenden, dass dieser die bundesweite Wanderausstellung nach Unkel geholt hatte. „Wir können stolz sein auf die älteste demokratische Partei, der es gelungen ist, ihre Ziele und Werte über Generationen hinweg weiterzugeben“, so der Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes. In Unkel habe es allerdings lange gedauert, bis die Partei dort habe Fuß fassen können, da erst nach dem Ersten Weltkrieg 1919 ein Sozialdemokrat in den Stadtrat gewählt worden sei, erinnerte er. „Heute sind die Ziele und Werte der Partei in der Gesellschaft fest verankert, allerdings fällt es schwer ist, junge Menschen dafür zu begeistern, sich in der SPD sozial einzusetzen“ bedauerte Wolfgang Gisevius. „Die SPD war auch immer eine Politik der Verständigung mit den Nachbarstaaten. Bestes Beispiel für diesen Grundzug der Partei ist die Ost-West-Politik von Willy Brandt und Egon Bahr. Aber schon nach dem Ersten Weltkrieg hat sich die Partei für den Völkerbund stark gemacht“, erinnerte Bernd Faulenbach, bevor er sich markanten Bildern widmete. Dabei erinnerte er natürlich an den Kniefall Willy Brandts in Warschau, aber auch an die Ausrufung der Republik am 9. November 1918 in Berlin durch Philipp Scheidemann vom Westbalkon des Reichstags als Geburtsstunde der Weimarer Republik. Unvergessen auch die Rede von Otto Wels 1933 im Reichstag. „Sie sehen, die Geschichte der SPD gibt Ihnen jede Menge Anhaltspunkte, sich der eigenen Identität als Sozialdemokrat zu versichern“, schloss Bernd Faulenbach seine Festrede.
Gebannt folgten die Gäste der Ausstellungseröffnung den Ausführungen von Bernd Faulenbach.
