Allgemeine Berichte | 25.06.2013

Kreiswaldbauverein Neuwied

„Steine erzählen Geschichte“

Rekultivierung von Kiesabbauflächen auf der Unkeler Höhe mit Forsteinrichter Helmut Rieger

Helmut Rieger: „Nichts als Kiese und Sande“.Privat

Unkel. Der Kreiswaldbauverein Neuwied machte im Rahmen seiner Waldbildungstage dieses Mal eine Exkursion auf die Unkeler Höhe. Ziel war die Kiesgrube von Michael Graf Hoensbroech. Auf den ehemaligen Ackerflächen des Gutes Haanhof wird seit einigen Jahrzehnten Kies ausgebeutet, wobei die Abgrabungsflächen zeitnah verfüllt und mit standortgerechten Baumarten bestockt werden.

In seiner Einführung erläuterte Forsteinrichter Helmut Rieger zunächst die Entstehungsgeschichte der Kies- und Sandschichten auf die Unkeler Höhe. Diese sogenannte Hochterrasse aus grobem Kies und aus Sanden ist im Pleistozän (früher Diluvium genannt) entstanden. Diluvium heißt frei übersetzt auch Sintflut. Der Bezug zum biblischen Bericht in Mose 1/7 (Genesis), als „selbst die höchsten Berge des Landes mit Wasser bedeckt waren“, machte den Entstehungszusammenhang der bis zu 10 Meter mächtigen Kiesschicht circa 140 Meter über dem Rhein, auf dem Boden des eiszeitlichen Rheinbetts, anschaulich deutlich.

Über die exakte Datierung der Entstehungszeit besteht auch in der Fachliteratur noch keine Einigkeit. Dennoch ist anzunehmen, dass diese geologischen Substrate in den Letzten 2.000.000 Jahren entstanden sind. Der Rhein brachte je nach Wasserführung gröbere und feinere, reichere und ärmere Ablagerungen mit sich. Sande und Kiese sind bodenchemisch sehr arme Ablagerungen. Ebenso ist die Wasserspeicherkapazität gering. Sind tonige Ablagerungen in der unteren Bodenschicht, können sich auch staunasse Bereiche bilden. Insgesamt ergibt sich das Bild von in jeder Hinsicht schwierigen Bodenstrukturen für Land- und auch Forstwirtschaft. Die ausgebeuteten Kiese der Haanhofer Kiesgrube werden überwiegend als Füllkiese im Straßenbau verwendet.

Entscheidend für das Gelingen der Rekultivierung der Abbauflächen mit Wald ist eine sorgfältige Bodenarchitektur. Diese hängt von der Art und Weise ab, wie das Abraummaterial verbracht und verteilt wurde. Im Einzelnen ist darunter das aufgebrachte Rohmaterial, seine Mächtigkeit und das Ausmaß der Bodenverdichtung und die Stärke des in der Oberschicht aufgetragenen Mutterbodens zu verstehen. „Die Böden müssen erst eine neue innere Struktur aufbauen“, so Forstamtsleiter Uwe Hoffmann, „um die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen zu gewährleisten.“ Als bodenverbessernd hat sich dabei das Einbringen von Stickstoffsammlern wie zum Beispiel Lupinen ausgewirkt oder der Voranbau mit Robinien. Das erste Waldbild bestand in einer mit Eichen und Wildkirschen bestockten Rekultivierungsfläche im Hordengatter. Der gute Zustand der Pflanzung ließ auf eine sorgfältige Arbeit beim Aufbau der neuen Bodenschicht schließen. Ergänzt wurden diese guten Standortbedingungen durch eine Melioration, keine Düngung, der Jungeichen mit Hornspänen, was zu dem schönen Ergebnis mit beigetragen hat. Im zweiten Waldbild wuchsen hervorragende Roterlen heran, ein Zeichen, dass die Baumartenwahl auf diesem künstlich aufgetragenen Boden richtig war. Als Stickstoffsammler ist die Erle ein hervorragender Rohbodenbesiedler. In Zusammenarbeit mit dem Privatwaldbetreuer Dieter Steinebach wurde auf dieser Rekultivierungsfläche unter den circa 15 bis 20-jährigen Erlen eine Z-Stammauswahl nach der Strategie „Qualifizieren und Dimensionieren“ vorgenommen. Die Vitalität, aber auch Qualität der heranwachsenden Zukunftsbäume lassen eine hohe Wertholzausbeute für die Zukunft erwarten. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein angeregter Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen auf Gut Haanhof. Die Vorsitzende des Waldbauvereins Neuwied, Dr. Gisela Born-Siebicke, zeichnete die wechselvolle Geschichte dieses ehemaligen stattlichen landwirtschaftlichen Gutsbetriebs nach. Nachdem circa 130 Jahre die Flächen der so genannten „Bruchhauser Heide“ landwirtschaftlich genutzt wurden, führte der Strukturwandel der Landwirtschaft angesichts der problematischen Minutenböden des Betriebes zu einer Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung und zur Aufforstung der Flächen. Eine Führung durch Anwesen, Weinkeller und Kapelle beendete den Waldbildungstag.

Helmut Rieger: „Nichts als Kiese und Sande“.Foto: Privat

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