Schüler der ASS-Erzieher-Fachklassen luden zum Musical in die Linzer Stadthalle
Thema „Flucht“ kindgerecht umgesetzt
Grundschüler und „Wackelzähne“ erlebten „Bambur, Nenal und ihre Freunde auf der Flucht“
Linz. Stolz hielten die „Wackelzähne“ aus dem integrativen Kindergarten St. Marien Unkel Mitte voriger Woche ihre Eintrittskarten in Händen. Für die meisten von ihnen war der Besuch des Musicals „Bambur, Nenal und ihre Freunde auf der Flucht“ in der Linzer Stadthalle der erste im Theater. Eingeladen hatten, wie schon in den Vorjahren die Erzieher-Fachschulklassen der berufsbildenden Alice-Salomon-Schule (ASS). Schulleiter Axel Lischewski erklärte: „Das Fach ‚Musical‘ steht schon seit zwölf Jahren auf dem Stundenplan unserer zukünftigen Erzieher.“ Sein Dank galt den 55 Schülern und ihren Lehrern um Mona Lehnberg und Jeanette Elfers, die das Team maßgeblich begleitet hatten.
Die Nachfolger der „Ramba-Zamba“-Musical-Stars von 2014 hatten wieder das Drehbuch für ihren Dreiakter selbst geschrieben, dessen Texte teils mit Melodien unterlegt worden waren. „Die Schwierigkeit bestand für sie dieses Mal darin, das von uns vorgegebene Thema, Flucht vor Gewalt, so herunterzubrechen, dass die Situation für Fünf- bis Sechsjährige noch erträglich ist“, hob Mona Lehnberg hervor. Dies könnte ein Grund dafür gewesen sein, dass die Schüler mit Zwergen als Protagonisten eine märchenhafte Geschichte geschrieben haben, was von ihrer Lehrern so nicht unbedingt vorgesehen war. „Wir hatten ihnen reale Kinder, Aliens, Waldtiere und eben Märchenfiguren zur Auswahl vorgegeben. Dass sich die überwältigende Mehrheit ausgerechnet für Zwerge entscheiden hat, hatten wir nicht gedacht“, so Jeanette Elfers. Um möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, auf der Bühne zu stehen, würden die Rollen in jedem Akt neu besetzt, ergänzte sie, bevor Isabelle Heßler und Bianca Weiß kurz in das Thema „Flucht“ einführten. „Das ist, wenn man vor irgendwas Angst hat und weglaufen muss“, war selbst den Jüngsten in der Stadthalle klar.
„Gemeinschaft macht stark“
Angst einjagen konnte ihnen jedoch selbst Cahla nicht, auch wen sich die mit Blitz und Donner vorstellte. Entsprechend waren die Wichte um den ewig hungrigen Bambur und den tollpatschigen Nenal vor ihr auf der Hut. „Gemeinsam sind wir stark“, machten sich die Zwerge Mut. Trotzdem verließen sie ihr Zwergenhaus, um woanders Schutz zu suchen.
Während sie sich am Lagerfeuer in der Nacht ausruhten, wurde eine gute Fee von der weisen Waldeule ins Spiel gebracht, die für die Zwerge bereits ein Boot organisiert hatte. „Wir können nie mehr zurück, das ist Vergangenheit. Leinen los, was vorbei ist, ist vorbei“, stechen die wehmütig in See und damit in eine ungewisse Zukunft. Dann aber machten sie weit in der Ferne ein unbekanntes Land. Schnell hatten Eingeborene, die „l“ für „r“ sprachen, die Zwerge ausgemacht und als Eindringlinge eingestuft. „Das ist unsel Zuhause Kuntelbunt. Verschwindet, los, verschwindet hiel, wie wollen Euch nicht hiel haben!“, forderten sie die Zwerge drohend auf. Erst die gute Fee konnte für einen Sinneswandel sorgen, indem sie aufzeigte, dass Zwerge und Eingeborenen gar nicht so unterschiedlich waren. Gemeinsam machte sie dann auch Front gegen Cahla, die aber eine zweite Chance bekam, sich mit den Zwergen anzufreunden, die zu froh verkündeten: „Zeit zu feiern, wir haben es geschafft.“ Die Flucht war glücklich überstanden und ein neues, sicheres Zuhause gefunden.
Die weise Eule holt die gute Fee in den Märchenwald.
