Zum 79. Linzer Weinfest strömten wieder Tausende Besucher in die Bunte Stadt am Rhein
Trotz Regen waren die weinseligen Gäste von Nora I. in bester Stimmung
Linz. Bei hochsommerlichen Temperaturen startete das 79. Linzer Weinfest am Freitagnachmittag. Kein Wunder angesichts dieser idealen Voraussetzungen, dass keiner der zahlreichen Besucher des Weindorf mit dem vom Musikverein Rahms „eingeladenen“ Udo Jürgens bedauerte, noch niemals in New York oder auf Hawaii gewesen zu sein. Die Aufforderung „Trink doch eine mit“ hätten sich die Musiker auch sparen können, hatten sich die Gäste doch längst mit Rebensaft an einem der vielen Weinstände rund um die große Bühne mitten auf dem Marktplatz in weinselige Stimmung versetzt. Zu dieser führte von einem hohen Torbogen ein breiter roter Teppich für die Weinmajestäten, Nora I. (Kökce) mit ihren Weinprinzessinnen Christine (Berg) und Mona-Sophie (Sass). Noch aber war das charmante Trio im Sitzungssaal des Historischen Rathauses, in den Stadtbürgenmeister Adi Buchwald zu Ehen der Weinmajestäten zahlreiche Ehrengäste, darunter von den Hauptsponsoren, der Vorsitzenden der Sparkasse Neuwied, Hermann-Josef Richard sowie sein Kollege von der Volks- und Raiffeisenbank, Franz-Jürgen Lacher, eingeladen hatte. Begrüßen konnte der Stadtchef zudem die Bundestagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Erwin Rüddel sowie die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth, den Ersten Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach und den Linzer VG-Chef Hans-Günter Fischer zusammen mit dessen Kollegen aus Unkel und Bad Hönningen, Karsten Fehr und Michael Mahlert. Natürlich waren auch etliche Kollegen von Adi Buchwald erschienen sowie nahezu der komplette Stadtrat. Für den geistlichen Beistand sorgten Pastor Klemens Hombach und Pfarrer Christoph Schwaegermann. Mit Rebensaft auf die Eröffnung des Weinfestes eingestimmt wurde dort zudem die Vorgängerin von Nora I., Carolin I. (Berg) mit ihren Weinprinzessinnen Wiebke (Burkard) und Vanessa (Scherer). Diese durften als erste über den roten Teppich den Weg zur Bühne einschlagen, von der aus Stadtmanager Thomas Herschbach zusammen mit Stefan Unkel die Moderation der Weinfest-Eröffnung übernahm. Nach Christine und Mona eroberte dann auch die neue Weinkönigin am Arm von Abi Buchwald das Podium. „Ich bin sicher, dass Du mit Deinen Weinprinzessinnen genauso viele Spaß und Freude haben wirst, wie wir in den beiden Vorjahren erlebt haben“, wandte sich Carolin an Nora I., nachdem sie der Stadt einen Weinstock geschenkt hatte. „Angesichts so vielen Besucher hier im Weindorf bin ich jetzt schon ziemlich aufgeregt. Aber die Freude, dass mein riesengroßer Traum in Erfüllung gegangen ist, überwiegt doch“, so Nora I. Sie sei unheimlich stolz, zusammen mit ihren beiden besten Freundinnen die Stadt repräsentieren zu dürfen. „Der Musikverein Rahms hat Ihnen bei bestem Wetter ja schon einen tollen Auftakt geliefert, bevor nachher die Lasterbacher Musikanten die Unterhaltung bis lang nach Mitternacht mit fetzigen Rhythmen übernehmen“, versprach Thomas Herschbach, bevor er das charmante Trio vorstellte. „Genießt den Frohsinn und den Wein in unsrer Bunten Stadt am Rhein. Lasst uns voll Freud die Gläser heben auf das Feiern und die Lust am Leben!“, verkündete Nora I. ihren Weinspruch, um den ersten Schluck aus ihrem bauchigen Weinpokal dem Stadtchef anzubieten, so wie der dies schon seit 25 Jahren gewohnt ist. Bestens gestärkt tanzte Adi Buchwald dann mit der Weinkönigin den traditionellen Eröffnungswalzer, den der Musikverein mit dem bekannte „Wiener Blut“ intonierte. „Gestern war noch bis lange nach zwei Uhr an den Weinständen Hochbetrieb und auf der Bühne wurde fleißig zur Musik der Lauterbacher Musikanten getanzt“, trauerte Herschbach am Samstag einem herrlichen Spätsommertag nach, gingen am Nachmittag des zweiten Tages doch richtige Sturzbäche über dem Weindorf hernieder. „Das aber hat der tollen Stimmung keinen Abbruch getan“, schwärmte Bruno Hoppen, ein Mitbetreiber eines der Weinstände. Trotzdem war die Befürchtung groß, dass der Höhepunkt des Sonntags, der mit der Weinfestmesse in Sankt Marien eingeläutet worden war, der von Martina Kremer und Heike Paffhausen, den Weinköniginnen von 1987/88 und 1989/90, vor zwei Jahren initiierte Festumzug buchstäblich ins Wasser fallen könnte. Am Nachmittag aber dann die Entwarnung: Nur sporadisch einsetzender sehr leichter Nieselregen stellte keine Gefahr dar und hatte weder Linzer Ex-Weinköniginnen noch die Kolleginnen von Nora I. aus dem umliegenden Orten nicht abgehalten, der Linzer Weinmajestät ihre Reverenz zu erweisen. Während sie sich im Weindorf versammelten, scharte der Vater der Weinkönigin, der es als Nihat I. 1997/98 lediglich zum sagenhaften närrisch-blaublütigen „Prinz aus dem Morgenland“ geschafft hatte, die in Winzerkluft gekleideten Angehörigen des charmanten Trios um sich. Mit von der Partie waren zudem nicht nur das Fanfarencorps des TV Linz, der Musikzug der Stadtsoldaten und die Jüngsten der Roten Husaren. In klassisches Oranje gehüllt verteilte die „Bloas en Boem Band“ aus Alem zumindest ruuude Ruusen, bis die mit Blumengebinden dekorierten „Staatskarossen“ vorfuhren. „Weil unsere Weinkönigin Nora I. dieses Mal durch die Rheinstraße fahren wollte, die wegen der extremen Steigung für Pferdekutschen gesperrt ist, mussten wir auf PS-stärkere Droschken umsteigen“, erklärte Thomas Herschbach den etwa anderen Ablauf, während sich die Fahrzeuge in Cabrios verwandelten.
Über den roten Teppich führte der Stadtchef die Weinmajestät auf die Bühne.
