Unkeler Hunnenhorde lagerte im Fritz-Henkel-Park
„Unca-Lö!“ am Oncele-Bogen
Der Karnevalsverein um Harry und Silvia Vollmer feierte dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen
Unkel. Nach dem großen Erfolg des ersten Sommerlagers in 2011 hatte Harry Vollmer alias König Attila der 1. Unkeler Hunnenhorde beschlossen, jedes Jahr befreundete Stämme und Horden, Vereine und Bürger aus Unkel wie aus der Umgebung zum Lagerleben in den Fritz-Henkel-Park einzuladen. Und da der ehrerbietige Logade Ardarich, kein geringerer als Stadtbürgermeister Gerhard Hausen, fürchtete, die Steppenreiter könnten seine Kulturstadt dem Erdboden gleichmachen, übernahm er wieder die Schirmherrschaft für das Sommerlager, in dem schon Anfang der Woche die ersten Jurten aufgebaut worden waren.
„Wir sind ein Karnevalsverein und laden deshalb nicht nur Hunnen und Mongolen aus dem Köln/Bonner und Aachener Raum, ja mit der Völser Hunnenhorde sogar aus Vaals in den Niederlanden ein, sondern auch andere, geschichtlich begründete Vereine wie die Indianer und Südstaatler der ‚Outlaws Revivals‘ oder Ritter, Wikinger und Kelten“, so das „Väterchen“ der Unkeler Steppenreiter am freitag . Den Schlachtruf „Unca-Lö!“ hatte er von einem ungarischen Freund übernommen, der die These vom Hunnenzug nach der Niederlage auf den Katalaunischen Feldern über Flandern zum Rhein an den Oncele-Bogen schon 1998 stimmgewaltig unterstützt hatte.
Opfer, Weihen und eine Hochzeit
An der langen Fürstentafel angekommen befahl „Attila“ der mit den Naturkräften vertrauten Schamanin Yanara-Cam, im „privaten“ Vollmer-Leben Tochter Marissa mit seiner Frau Silvia, die ihm auch als Hunnen-Lieblingsfrau Greka zur Seite steht, das heilige Feuer zu entzünden, damit die Götter gnädig gestimmt würden. Entsprechend ausgiebig opferte Attila aus einem goldenen Pokal aus einer der gebrandschatzten Kirchen, bevor er seine Gäste mit dem Kelch des Friedens und der Freundschaft begrüßte. „Nach der Schamanen-Weihe feiern wir am Abend auch noch die Hunnenhochzeit von Krieger Balamber und Kriegerin Vera - Carsten und Vera Becker - sowie eine keltische Wasserweihe, bei der drei Kids in unsere Stämme aufgenommen werden“, verriet Greka. Die Kölner Drachenhorde widmete dem Unkeler Attila noch eine Königs- und Fürstenweihe, bevor Feuerspiele den Henkel-Park in gespenstiges Licht tauchten.
Anhaltender Nieselregen weichte den großen Lagerplatz dann am Samstagvormittag langsam auf. „Wir sind als Naturvolk Wind und Wetter gewöhnt, auch wenn Greka“, erklärte „Attila“, der sicher war, dass die Götter ein Einsehen haben würden. Und tatsächlich setzte der Regen am frühen Nachmittag aus, sodass immer mehr Gäste das Sommerlager aufsuchten und sich der Fürstentafel näherten. Von der aus erfreute sich das „Väterchen“ mit seinen obersten Kriegern an dem Auftritt der Tänzerinnen von der Liküra-Ehrengarde, in deren Reihen er Liküra-Prinzessin Sarah I. aus der Session 2013/14 wiedererkannte und zu sich an die Tafel beorderte, bevor er mit ihr zu kölschen Leedchern tanzte. Die hatte auch der Musikzug der Vettelschoßer Kürassiere mitgebracht, ebenso wie die Band „Schäng“ und viele andere Fastelovendsfreunde der Unkeler Hunnen. Freundschaft hatten die im Vorjahr auch mit dem Team der Greifvogelstation Hellenthal geschlossen, das im Norden des Lagers seine Zelte aufgeschlagen hatte. Dort bewies Klein-Mundus, aus welchem Holz Krieger geschnitzt sind, die als Enkel direkt von Attila abstammen. Ohne Scheu streichelte er den riesigen nordamerikanischen Seeadler, der wie sein kleinerer Kollege aus den Kordilleren zusammen mit Bussard und Habicht wenig später bei der Flugschau frei durch das Lager flog.
Hunnen zeigen Herz
Greka hielt unterdessen nach den Kindern Ausschau, die mit dem Förderkreis „Dat Kölsche Hätz“ nach Unkel gekommen waren. „Silvia und Harry Vollmer haben uns nach einer Wunschliste gefragt. Und ich bin sicher, dass uns die Unkeler Hunnen wie in den Vorjahren beim Erfüllen dieser Wünsche wieder unterstützen“, so André Acs von „Dat Kölsche Hätz“ schon vor der Spendenübergabe.
„Morgen geht es bei der ‚Hunnen-Happy-Hour‘ ab 12 Uhr los“, so Attila, der in diesem Jahr erstmals Königinnen und Kriegerinnen an einer Frauentafel versammelte, um mit den ‚Kriegern der Herzen‘ in sein Sommerlager einzuziehen, das mit der letzten Versammlung um das heilige Feuer am Abend seinen Ausklang finden sollte.
Auf Tuchfühlung ging Krieger Mundus mit dem fast gleichgroßen Seeadler.
