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Viele grüne Daumen und große Trompeter
Obwohl das Wetter nicht immer mitspielte, kamen zahlreiche Besucher zu den ersten Unkeler Gartentagen
Unkel. „Die Gartentage als eine Veranstaltung auf hohem Niveau und ausgesprochen perfekt organisiert sind beste Werbung für unsere schöne Stadt an der Sonnenseite des Siebengebirges“, strahlte Bürgermeister Gerhard Hausen, der gerade aus Kamen vom Treffen der Freundesstädte zurückgekehrt war, mit der Sonne um die Wette. Mit Livemusik, kulinarischen Köstlichkeiten und einer Spur Rheinromantik habe Unkel dank der beiden engagierten Organisatorinnen, Gudrun Kinzel und Anja Schlarb, den Gästen der Stadt einen tollen grünen Sommerauftakt beschert, schwärmte der Stadtchef überschwänglich. Das hatte tags zuvor noch ganz anders ausgesehen. Zwar waren nahezu alle Parkplätze in der Kulturstadt am Rhein nachmittags belegt, angesichts der dunklen Wolken, die über dem Rheintal hingen und des kalten Windes, der über die Rheinpromenade pfiff, hasteten die Besucher der Gartentage dick eingemummelt zügig an den Ständen der rund 70 Aussteller vorbei. „Die Aussteller, die mit so viel Liebe ihre Stände mit den unterschiedlichen Accessoires und Pflanzen aufgebaut haben, können einem schon richtig leidtun“, klagte Anja Schlarb am späten Nachmittag. Wie ihre Kollegin Gudrun Kinzel habe sie schöne Bilder vor Auge gehabt, aber dass Wetter spiele einfach nicht mit. „Die Wildwiese blüht noch nicht, andere Keimlinge sind so winzig geblieben, dass wir Grün kaufen mussten, etwa um Gartenkeramik ansehnlich in Szene zu setzen“, klagte die Unkelerin. Völlig unbeeindruckt von dem Wetter zeigten sich dagegen Sukkulenten, die am Eingang zum Friedhof an Sankt Pantaleon aufgebaut waren. „Erde gut, alles gut“ war das Thema eines anderen Vortrags, während ein Figurentheater im Park Weinbergschnecke Cosima zu Wort kommen ließ, die „Absurdes aus der Schneckologie gefräßiger Schleimer“ vortrug. Die dickbauchigen Kohlmeisen, die neben roten Klatschmohnblüten und blauen Glockenblumen am „Haus der Keramik“ auf hohen Eisenrohren saßen, hätten sich an ihnen sogar nachts satt picken können. Neben ihnen erhoben sich Treibgutprojekte der Designerin Andrea Schwank aus dem Rasen, von der auch das große „Weidensofa“ stammte, auf dem man zwischen Pax-Heim und Rheinhotel probeweise Platz nehmen konnte. Zum Ausruhen luden auch Liegestühle und andere Gartenmöbel an mehreren Ständen ein, wobei man zwischen Teak und filigranem Metall wählen konnte.
Tierisch und kulinarisch
Eisenhart waren auch die Tiere, die über Hennef aus Kenia angereist waren. So richtig wohl dürften sich aber weder das Löwenrudel und die Elefanten gefühlt haben, trotz der Zuwendungen, die vor allem die kleinen Besucher diesem „Streichelzoo“ zukommen ließen. Wie man ungebeten Gäste fern halten kann, verriet dagegen der „Wespenschrecker“. Angelockt wurden dagegen zweibeinige Besucher von dem Stand nahe der Mariensäule, der weißen Nougat aus der Provence und weiches Mandelgebäck aus Italien anbot. Linderung bei Qualen jeglicher Art versprach der Pfälzer Balsam, in dem sich Teufelskralle mit Fichtennadeln, Aloe Vera und Arnika verbinden. Daneben konnte man Essig aus Granatapfel oder Cranberry, aus Weintrauben und der Passionsfrucht probieren, der weniger für den Salat, denn als Aperitif geeignet schien. „An den Sommer erinnern hier eher der Provolone, der Fontina oder der Pecorino. An eine Gartentag rund um einen Kugelgrill, wie er am Fronhof angeboten wird, verschwendet heute keiner einen Gedanken“, klagte ein bibbernder Besucher auf dem Weg in die Innenstadt. An deren Nordentree lud ein „Käsemeister“ zum Kuhmelken ein. Ziegenbutter-Balsam für Hand und Gesicht und Traubenkernkissen fanden ebenso Absatz wie ätherische Öle für Saunaaufgüsse. Schon vor Ort eingeheizt wurde den Besuchern bei Tango Argentino im Christinenstift, aber auch auf dem Oberen Markt vor dem Schutzengelhaus von dem Quartett „The Fifties“. „Das Wetter heute stimmt uns etwas versöhnlicher nach dem doch etwas miesen meteorologischen Sommeranfang des Vortages. Da scheint der Juni doch um Wiedergutmachung bemüht“, frohlockte ein Besucher der Gartentage. „Die Gartentage, die unser Kulturprogramm hervorragend abrunden, haben eine weitere lebendige Facette unserer schönen Stadt gezeigt“, resümierte Gerhard Hausen. Die Veranstalterinnen hätten die Vorbereitungen extrem professionell vorangetrieben und ihre Ideen exzellent umgesetzt. „Ich bin sicher, dass es eine Fortsetzung im nächsten Jahr geben wird“, so der Bürgermeister. Dann wollen Gudrun Kinzel und Anja Schlarb die Unkeler Bürger stärker einbinden, indem sich attraktive Privatgärten und Innenhöfe den Besuchern öffnen.
