Allgemeine Berichte | 03.09.2013

Drei Tage und Nächte regierte beim Unkeler Wein- und Heimatfest Bacchus in der Kulturstadt am Rhein

Volksfeststimmung herrschte beim Amtsantritt von Burgundia Michelle I.

Zum absoluten Höhepunkt des dreitägigen Wein- und Heimatfestes, dem Blumen-Festzug, führten Stadtbürgermeister Gerhard Hausen, Landrat Rainer Kaul und VG-Chef Karsten Fehr die drei charmanten Weinmajestäten am frühen Sonntagnachmittag vom Weinschiff auf die Unkeler Rheinpromenade.  DL

Unkel. „Trink Brüderlein, trink, lass doch die Sorgen zu Haus“, forderte das Bläserkorps der Unkeler Karnevalisten unter Leitung von Alexander Mäurer am frühen Samstagnachmittag die Gäste im Weindorf auf dem Willy-Brandt-Platz auf. Und das ließen die sich nicht zweimal sagen, nachdem der Regen endlich nachgelassen hatte. So waren nicht nur die vier Weinstände lange vor der Zepterübergabe an die neue Burgundia dicht umlagert, auch an den langen Tischreihen unter der Dorflinde war kein freies Plätzchen mehr zu ergattern. Das lag nicht zuletzt an der großen Schar weinseliger Gäste, die wieder aus der Partnerstadt Kamen mit ihrem Bürgermeister Hermann Hupe und dessen Stellvertreter Manfred Wiedemann angereist waren. „Da drunten im Rheinland, da wächst so ein herrlicher Wein. Und wo ich den Wein fand, da kehr ich gerne ein“, hatten die Westfalen schon vor Jahren konstatiert. Zusammen mit dem Offizier der Scheurener Junggesellen, Pascal Wolf-Siegling führten die Offiziere der Unkeler, Roman Lehmacher und Andreas Kuhsel sowie den Fähnrichen Philipp Lehmacher, Hendrik Müller und Jan-Phillip Wallek die scheidende Weinkönigin, Jennifer I. (Schweinfurth) mit ihrer Weinprinzessin Nina (Schmitz) sowie das designierte Weinfest-Trio, Burgundia Michelle I. (Welsch) mit ihren Weinprinzessinnen Svenja (Welsch) und Johanna (Boendgen) vor die Bühne der Musiker. „Du hast Unkel im zurückliegenden Jahr überregional bekannt gemacht“, lobte Moderator Markus Winkelbach Jennifer I., bevor diese scheidende Burgundia sich mit ihrem Weinspruch verabschiedete, nicht ohne ihrer Nachfolgerin eine ebenso wunderschöne Regentschaft zu wünschen, wie sie dies erlebt hatte.

„An steilen Hängen am schönen Rhein, da wächst unser Bestes, der schöne Wein!“

„Auch du wirst unser schönes Rheinstädtchen zusammen mit deinen Weinprinzessinnen mit viel Charme hervorragend repräsentieren“, war sich Stadtbürgermeister Gerhard Hausen sicher, der den weinseligen Gästen vergnüglichen Stunden und beste Stimmung bei Rebensaft und Musik in der ehrwürdigen Rotweinstadt versprach. „An steilen Hängen am schönen Rhein, da wächst unser Bestes, der schöne Wein!“, verkündete Michelle I. dann ihren Weinspruch, nachdem sie von Gerhard Hausen das Zepter als Zeichen ihrer Macht erhalten hatte. Da wollte auch der Unkeler Bacchus, Jörg Schröder, nicht zurückstehen. „Es tut mir immer im Herzen weh, wenn ich im Glas den Boden seh!“, verkündete er kurz und knackig, um sich dann weit aus dem Fenster zu lehnen. „Heute Morgen beim Blumenstecken an den Prunkwagen war ich mir noch nicht sicher, ob das mit dem Wetter heute gut geht. Für Morgen aber verspreche ich der Burgundia und ihren Gäste herrlichen Sonnenschein“, so der Gott des Rebensaftes.

„Ein rheinisches Mädchen bei rheinischem Wein, das muss ja der Himmel auf Erden sein“

Nicht nur wegen diesem kommen die Kamener Bürgermeister so gerne zum Unkeler Wein- und Heimatfest. „Ein rheinisches Mädchen bei rheinischem Wein, das muss ja der Himmel auf Erden sein“, hatte ihnen ein Volkslied verraten. Und diesen Himmel auf Erden erlebten Hermann Hupe an der Seite von Svenja und Manfred Wiedemann, der Weinprinzessin Johanna als „kleine Winzerin vom Rhein“ im Arm hielt, während sich Gerhard Hausen mit Burgundia Michelle im Dreivierteltakt drehte. Auch wenn die drei Grazien privat mit Müller-Thurgau und Riesling eher den „goldenen“ Wein bevorzugen, nach dem Walzer mischten sie sich dem Ruf ihrer Stadt entsprechend mit bauchigen Rotweingläsern unter die Gäste, um diese mit schwerem Spätburgunder zu verwöhnen. Der war zusammen mit dem goldenen „Sonnenberg“ bereits am Freitagnachmittag im Weindorf geflossen, in das am Abend Weinköniginnen der Region mit den Junggesellen und Gerhard Hausen zur offiziellen Eröffnung eingezogen waren, bevor dann die Band „Barbados“ bis Mitternacht zum Tanz aufspielte. Diese Aufgabe übernahm am Samstagabend die Band „Helikopters“, bis die Weinfestgäste sagen konnten: „Ich hab den Vater Rhein in seinem Bett gesehn!“ Anlass war das spektakuläre Feuerwerk kurz vor 22 Uhr zu dem nicht nur die Festgäste an die Rheinpromenade eilten. Auch der Flussgott tauchte mit seinem Dreizack inmitten der Boote des Kanu-Clubs, die sich zur traditionellen Lampionfahrt formiert hatten, aus den Fluten auf, um das in allen Farben erstrahlende Rheintal zu bestaunen.

Junge Reben und kleine Winzer beim Festumzug

Aus dem Staunen kamen die Besucher der Kulturstadt am Rhein dann auch am Sonntag nicht heraus, als sich der lange Festzug an der Rheinpromenade begleitet von zahlreichen Musikgruppen formierte. Als junge Reben und kleine Winzer marschierten Kindergartenkinder hinter dem blumigen Wappenwagen der Stadt her. Für „Unkeler Blumenpracht Jahr für Jahr“ garantierte dann der Verein „Touristik & Gewerbe“ mit seinen Geranienampeln und -kästen. Hoheitsvoll grüßte Bacchus von seinem Prunkwagen, auf dem zweite dicke Weinfässer sowie eine große Weinflasche lagen.

„Ich hab mein Versprechen doch wohl gehalten, auch wenn sich die Sonne ab und an noch etwas scheu hinter ein paar Wolken versteckt“, freute sich der Weingott über seine guten Beziehungen zum Sonnengott Apoll. So ganz geheuer waren den Winzerinnen von den Heisterer Möhnen wohl nicht zumute. Das lag weniger an den niedlichen „Regenbogenfischen“ aus der Grundschule, als vielmehr an den Kraken, von denen sie begleitet wurden. Auch wenn das Weinschiff mit Burgundia Michelle I. und ihren Weinprinzessinnen noch nicht angekommen war, auf Weinmajestäten verzichten mussten die Zuschauer keineswegs. Die Gold-Majestäten, Ursula Grunow, geborene Knopp, als Burgundia 1963 mit ihren Ehrendamen Waltraut Linzenbach und Ursula Brose, geborene Morsbach, sowie die Weinkönigin des Scheurener Weinlesefestes 1963, Maria Schenkelberg, geboren Odenthal, mit ihren Ehrendamen Erika Siebertz, geborne Kööb, und Resi Becker, geborne Korf, fuhren in Cabrios mit während die Burgundia 1988, Marita I. (Zimmermann, geborene Schwarz) begeleitet von ihren Weinprinzessinnen Rita Siebertz, geboren Hess, und Uta Krupp, gebornen Schenkelberg, fröhlich aus einem breiten Burgunderpokal winkend die Festgäste grüßte, während die Farbe der großen Flasche auf ihrem Prunkwagen eher an einen Rosé erinnerte.

Als die KG-Winzer mit ihren Majoretten den Gärtnerinnen der Prinzengarde und Wingert-Arbeitern des Junggesellenvereins Platz gemacht hatten, kündigten Böller das Nahen der Burgundia an. Empfang am Bootssteg wurde Michelle I. von Gerhard Hausen, der von Landrat Rainer Kaul und VG-Chef Karsten Fehr tatkräftig unterstützt wurde, die drei Grazien zu dem großen Prunkðwagen der Weinkönigin zu geleiten. Acht Blütenblätter aus orangefarbenen und gelben Dahlien bildeten den sich weit öffnenden Blumenkelch, in dem Michelle I. Platz nahm, um sich mit ihrem Weinprinzessinnen als krönendem Abschluss dem Weinfestzug auf dem Weg in die Innenstadt anzuschließen, wo das Fest anschließend mit Wein und Musik bis in die späten Abendstunden fortgesetzt wurde.

Hochzufrieden über seine Wettervorhersage grüßte Bacchus beim Festzug von seinem Prunkwagen das weinselige Völkchen

Hochzufrieden über seine Wettervorhersage grüßte Bacchus beim Festzug von seinem Prunkwagen das weinselige Völkchen

Nach der Zepterübergabe an Burgundia Michelle I. erklang traditionell der Walzer von der kleinen Winzerin vom Rhein.

Nach der Zepterübergabe an Burgundia Michelle I. erklang traditionell der Walzer von der kleinen Winzerin vom Rhein.

Zum absoluten Höhepunkt des dreitägigen Wein- und Heimatfestes, dem Blumen-Festzug, führten Stadtbürgermeister Gerhard Hausen, Landrat Rainer Kaul und VG-Chef Karsten Fehr die drei charmanten Weinmajestäten am frühen Sonntagnachmittag vom Weinschiff auf die Unkeler Rheinpromenade. Fotos: DL

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