Musical-AG der Bürgermeister-Castenholtz Grundschule führte „Tuishi Pamoja“ auf
Vorurteile überwinden - Toleranz zeigen
Linz. Afrikanische Trommeln bestimmten den Rhythmus in der Linzer Stadthalle. Damit stimmte ihre Musik aus den dicken Lautsprechern perfekt auf das Musical ein, zu dem die Musical-AG der Linzer Bürgermeister-Castenholtz Grundschule eingeladen hatte. „Wir haben erst im Februar mit den Kindern aus der dritten und vierten Klasse begonnen zu proben. In der Geschichte geht es zu afrikanisch-grooviger Musik um Vorurteile, Toleranz und Freundschaft“, erzählte Musiklehrerin Andrea Krentscher. Zusammen mit ihrer Kollegin Dorothee Calmund hatte sie das Musical „Tuishi Pamoja“ einstudiert, das auf Deutsch mit „Eine Freundschaft in der Savanne“ betitelt ist, während es auf Suaheli „Wir wollen zusammen leben“ heißt.
„Ohne die tolle Mitarbeit der Eltern hätten wir das Stück niemals aufführen können“, erklärte Andrea Krentscher, die zusammen mit Dorothee Calmund neben dem Hausherrn, Stadtbürgermeister Hans-Georg Faust, Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer und Rektor Carsten Pöppel auch dessen Vorgänger Emely Adams und Günter Wittlich begrüßen konnte.
„Unser junge Musical-Stars wollen Sie in eine wunderschöne Welt entführen, in die afrikanische Savanne, die so bunt wie das Leben ist, in der aber auch Gefahren lauern“, bereiteten sie die Zuschauer auf das Stück vor. Und schon bevölkerten je sechs Giraffen und Zebras die Bühne, nachdem sie im Tanz mit anderen Tieren durcheinanderwirbelnd „Seid willkommen“ gesungen hatten. „Zurück in die Herde“, befiehlt dann die Giraffenmutter (Jana Schlochtermeier) ihrem Sohn Raffi (Naima Scheel), der immer wieder zu den Zebras hinüber schielt. „Wenn du Giraffen siehst, weißt du sofort: Hier sind die wirklichen Helden vor Ort“, während Tiere mit Streifen einfach nur blöd seien, weist ihn die Herde im Giraffenlied zurecht.
Nicht viel besser geht es der jungen Zea (Kim Lisanne Bösche) bei den Zebras. Ihr Vater (Vivien Adams) behauptet steif und fest: „Zebra-Streifen, was gibt es Schöneres auf dieser Welt“. Allerdings wird die Selbstbeweihräucherung jäh durch den Überfall eines Löwenrudels unterbrochen. Wild jagen die aufgeschreckten Tiere durcheinander und auf der Flucht verlieren Raffi und Zea den Kontakt zu ihrer Herde. Eigentlich hätte er sich immer schon gewünscht, mal alleine zu sein, erinnert sich das Giraffenjunge. Nun aber singt es voller Angst: „Ach, wärt ihr bei mir“.
Dann stößt Raffi mit Zea zusammen. Trotz ihrer früheren Annäherungsversuche sitzen die von ihren Artgenossen geschürten Vorurteile tief. Nachdrücklich und voller Zorn schmetterten sich die kleine Giraffe und das Zebrakind im Duett diese gegenseitig um die Ohren. Zum Glück haben die Erdmännchen Moja, Mbili und Tatu (Filiz Melissa Kilicasian, Anna-Lena Brockmann und Emma Heynen) das beobachtet. „Wenn ihr beide Angst habt, warum tut Ihr Euch nicht zusammen, helft Euch gegenseitig“, fragen sie die beiden. Und prompt bewirkt ein erneuter Angriff der Löwen genau dies. Am nächsten Morgen ist die Sorge bei den Giraffen und Zebras um die Kleinen groß. Aber trotzdem streiten sie sich weiter, selbst als die Erdmännchen ihnen von Raffi und Zea erzählen wollen. „Sie trauen sich nicht zu ihren Herden, weil sie Angst haben, dass ihre Freundschaft von Euch nicht akzeptiert wird.
Sie haben nämlich kapiert, dass man zu zweit besser dran ist als alleine“ belehren die Erdmännchen die beiden Herden. Mit Erfolg: Als Raffi und Zea sich dann doch zu ihren Herden wagen, singen alle zusammen. „Tuishi pamoja“, bevor die beiden Hauptdarsteller durch den Zuschauerraum pilgernd „Wir sind Freunde!“ anstimmen.
Erfolg hatten auch die jungen Musical-Stars, wie der frenetische Applaus belegte, der danach aufbrandete und so lange anhielt, bis die beiden Schlusslieder als Zugabe noch einmal vorgetragen wurden.
