Bad Honnef lud zum 15. Martinimarkt ein
Vorweihnachtliches Angebot lockte in die Innenstadt
Bad Honnef. „Früher Vogel fängt den Wurm“, lautet ein bekanntes Sprichwort und bezogen auf den Bad Honnefer Martinimarkt, der zum 18. Mal eröffnet wurde, kann man umformulieren: „Früher Besucher kann noch in relativer Ruhe die Angebote von 100 Händlern genüsslich betrachten!“ Aber auch das hat sich längst rumgesprochen. Und so konnte sich Bürgermeisterin Wally Feiden auf dem Weg zur Bühne immer wieder wundern: „Was macht Ihr denn alle schon hier? Ich habe den Martini-Markt doch noch gar nicht eröffnet.“ Da pilgerten längst Hunderte die Straßen entlang. Ein Bild, das sich an den nächsten vier Tagen regelmäßig wiederholen sollte.
Endlich volljährig
„Wir sind jetzt volljährig“, jubelte der Vorsitzende des Centrums-Vereins und strahlte mit der goldenen Oktobersonne um die Wette. „Unser Martini-Markt hat inzwischen eine enorme Strahlkraft in die ganze Region. Viele haben versucht ihn zu kopieren, gelungen ist das aber niemandem“, schwärmte auch Wally Feiden. Dabei hatte die Stadtchefin noch untertrieben, sah man am Samstagnachmittag und am Sonntag doch nicht nur Kölner, Bonner und Neuwieder mit ihren Autos auf der Suche nach einem nahen Parkplatz vergeblich immer größere Kreise um das Zentrum ziehen. Sogar aus der Landeshauptstadt, der tiefen Eifel, ja selbst aus Thüringen waren Gäste angereist. Grund zur Freude hatten die Händler, aber auch de Einzelhandels- und Fachgeschäfte allemal. Mit einem solchen Andrang hatte keiner gerechnet. Gut zwei Wochen vor „Martini“ am 11. November eröffnete der Markt, bei dem 80 rote Holzhütten vom Markt aus über die Hauptstraße und die Bahnhofstraße hinab bis zur Post am Saynschen Hof aufgebaut waren. An das nahe Fest erinnerte beim Martinimarkt neben Rauschgoldengeln, Weihnachtsternen, Krippen und Engelchen-Orchestern vor allem der Duft von Glühwein und Punsch, gerösteten Maronen und gebrannten Mandeln sowie von Holzschnitzel und Rindenmulch, mit dem die Straßen bedeckt waren. Gegen einen Spaziergang im Winterwald sprach aber nicht nur der emsige Trubel, auch die Temperaturen im zweistelligen Bereich brachten die Besucher zumindest tagsüber ins Schwitzen. Abends sorgten dann Schwedenfeuer und offene Feuerstellen dafür, dass niemand zu frieren brauchte. „Der Martinimarkt ist unsere Antwort auf die dunkle Jahreszeit. Er belegt, das hier die Lichter nicht ausgehen, sondern unvermindert hell leuchten“, hob Georg Zumsande, der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins, am Mittwochabend hervor.
Kein Wunsch blieb offen
Die jüngsten Besucher konnten auf den Rücken von Ponys das „Glück der Erde“ erleben. Neben niedlichen Lamas aus den Anden war auch ein Gast aus Paris angereist, Monsieur „Gilbert“ mit dem kleinsten Flohzirkus der Welt, dessen Salto schlagende Akrobaten aber nicht auszumachen waren. Ohne ihre Tiere war die Schäferin aus der Eifel mit Käse und Wollsocken sowie mit weichen Vliesen nach Bad Honnef gekommen, die mit Nussbaumblättern braun eingefärbt worden waren. „Man könnte glauben, hier gebe es was umsonst“, staunte ein Gast angesichts der Massen, die sich um die Knusperhäuschen und Stände drängelten oder sich über Sonderaktionen vieler Geschäftsleute informierten. Silberschmuck und Edelsteine, Körbe und Bürsten, Keramik und Gläser, Kuscheltiere und warme Mützen ließen keine Wünsche offen. Kein Wunder, dass es beim Ausrichter angesichts der unglaublichen Resonanz nur hochzufriedene Gesichter gab. „Dass auch heute am Abschlusstag erneut so viele Besucher nach Honnef zum Martinmarkt gekommen sind, trotz der verkaufsoffenen Sonntage in der Region, zeigt wie wahnsinnig gut die Stadt und diese vorweihnachtliche Veranstaltung angenommen werden“, so Jürgen Kutter.
Dichtes Gedränge nahmen die zahlreichen Besucher in Kauf, um das Angebot der einzelnen Stände bewundern zu können.
