Drei Tage „Hücher Kirmes“ in St. Katharinen
Zünftige Mallorca-Party im Bürgersaal
Erstmals wurde die Traditionsveranstaltung von der neu gegründeten Kirmesgesellschaft durchgeführt
Sankt Katharinen. Mit einer zünftigen Mallorca-Party, die im Bürgersaal von Sankt Katharinen am Samstagabend mit Musik für Jung und Alt für die richtige Stimmung sorgte, startet dieses Jahr die traditionelle Kathringer Kirmes, auch „Hücher Kirmes“ genannt. Seit Jahrzehnten war diese im Wechsel von der Dorfgemeinschaft 1975, dem Junggesellenverein „Einigkeit“ Lorscheid 1910 und von der Sankt Georg Schützenbruderschaft Strödt 1922 gemeinsam gestaltet worden. Um die Kräfte zu bündeln hatten sich die drei Vereine erstmals zur Kathringer „Kirmesgesellschaft“ zusammengeschlossen, eben nur zu dem Zweck, die Traditionsveranstaltung in allen Bereichen gemeinsam durchzuführen.
Nach einem sonnigen Kirmesstart, der auch von den abendlichen Temperaturen eher an „Malle“ als an den nahen herbstlichen Westerwald erinnerte, stand der graue Kirmes-Sonntag dann ganz im Zeichen der diesjährigen Königspaare. „Leider hat sich bei uns wie auch schon im Vorjahr niemand bereit erklärt, die Würde des Bürgerkönigs zu übernehmen“, bedauerte Markus Molberg, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Sankt Katharinen am Mittag am Strödter Schützenhaus. Dort ließ er zusammen mit dem stellvertretenden Diözesan-Brudermeister Toni Hoss von den Sankt Georgs-Schützen und Hauptmann Philipp Kemmerling von den einträchtigen Junggesellen gegen Mittag den Königszug antreten. Zu dem war auch das Königspaar der Hubertusschützen von Hähnen, Monika und Erich Fruth, angereist, um ihren Kollegen, Julia und Christian Retz, samt ihren Ehrendamen Lena Graziola und Sarah Jünger, ihre Reverenz zu erweisen. „Unsere Schützenkönigin Julia ist ja auch immerhin amtierende Bezirkskönigin im Bezirk Altenwied und hat vor Kurzem noch am Bundeskönigsschießen in Paderborn teilgenommen“, berichtete Toni Hoss, der Strödter Schützenkaiser aus dem Jahr 2009, der den Vorsitzender Kirmesgesellschaft übernommen hatte.
Musikalisch mit zünftigen Märschen vom Musikverein Vettelschoß unterstützt machte sich der Königszug dann angeführt von Markus Mollberg, Toni Hoss und vom Junggesellenhauptmann Philipp Kemmerling auf in Richtung Homscheid. Dort im Tal wurde die Festgesellschaft schon vom Lorscheider Junggesellenkönigspaar, Stefan Frings und Christina Berger und den Ehrendamen, Viktoria Ehrenberg und Simone Strunk, erwartet. Nach fürstlicher Bewirtung ging es weiter auf die Höhe, über der sich längst Schlechtwetterwolken zusammengezogen hatten. Wohlwissend fuhr Bürgermeister Willi Knopp beim traditionellen Zwischenstop an seinem Haus Getränke in Hülle und Fülle auf, so dass die Musikanten schon mit „Anchor aweigh“ zum „Anker lichten“ mahnen mussten, da man sonst viel zu spät den Bürgersaal erreicht hätte.
In dem hatte Werner Eul die zahlreichen Gäste musikalisch bei Kaffee und Kuchen bestens unterhalten. Kleine Leckermäuler konnten neben gebrannten Mandeln, Lebkuchen und Zuckerwatte röstfrisches Popcorn und Crepes erwerben. Als erheblich erfolgreicher erwiesen sich nicht nur die erfahrenen Schützen, die im Western Saloon auf Sonnenblumen und rote Rosen anlegten, oder aber Jagd auf Schlüsselanhänger und Plüschtiere machten.
Durch ein Spalier begeisterter Kathringer führten Toni Hoss, Philipp Kemmerling und Markus Mollberg die Majestäten in den Bürgersaal, wo diese mit dem Königswalzer den Höhepunkt der „Hücher Kirmes“, den Königsball eröffneten. „Der Zusammenschluss unserer drei Vereine zur Kirmesgesellschaft hat dem Fest sichtlich gut getan“, konstatierte der Vorsitzende in seiner Begrüßungsrede im Bürgersaal. Wie der Königsball sei auch die Mallorca-Partty am Vorabend auf hervorragende Resonanz gestoßen. Toni Hoss sprach sich bei allen Helfernsowie den Anwohnern der Festzugstrecke aus, von denen viele ihre Häuser und Grundstücke mit festlichem Fahnenschmuck dekoriert hatten. „Mit dem traditionellen Eiersammeln in den einzelnen Ortsteilen findet unsere Kirmes am Montag ihren Ausklang. Und so wie sie dieses Jahr gelaufen ist, bin ich sicher, dass wir auch diese Jahrzehnte alte Tradition auch in Zukunft weiter aufrecht erhalten können“, resümierte der Vorsitzende des jungen Vereins zuversichtlich.
Ein farbenprächtiges Bild boten die Teilnehmer des Königszuges den Kirmesgästen im Bürgersaal. Fotos: -DL-
Vor dem Haus von Bürgermeister Willi Knopp machte der Kathringer Festzug mit den beiden Königspaaren am Sonntagnachmittag ein letztes Mal Station, bevor Toni Hoss, Philipp Kemmerling und Markus Mollberg die stattliche Gesellschaft zum Königsball, dem Höhepunkt Kirmes von Sankt Katharinen, in den Bürgersaal führten.
