Das Tambourcorps Notscheid hatte am Wochenende zur Herz-Jesu-Kirmes eingeladen
Zum 90-jährigen Bestehen wurden verdiente Mitglieder ausgezeichnet
Sankt Katharinen. Mit einem zünftigen Marsch eröffnete das Tambourcorps Notscheid am Samstagnachmittag kurz nach 18 Uhr am Dorf- und Vereinshaus seinen Kirmes-Festzug durch den nördlichsten Ortsteil von Sankt Katharinen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Vettelschoß. „Nach unserer Rückkehr von der Herz-Jesu-Kapelle werden wir hier zunächst ein Platzkonzert geben, bevor dann drinnen unsere zünftige Kirmesparty beginnt, zu der wir dieses Jahr auch alle Ehemaligen schriftlich eingeladen haben“, so der Vorsitzende des Musikvereins, Stefan Plag.
Tambourcorps Notscheid feiert 90-jähriges Jubiläum
Der Grund dafür liegt auf der Hand, feiert das Tambourcorps doch dieses Jahr sein 90-Jähriges. Hervorgegangen ist es aus dem damaligen Junggesellenverein des kleinen Ortes, in dem es ein Jahr nach der Gründung erstmals 1924 öffentlich aufgetreten ist. Wie bei so vielen anderen Vereinen auch kamen sämtliche Aktivitäten während des Zweiten Weltkrieges zum Erliegen, aber schon 1946 verzeichnet die Chronik erste Anzeichen von einem erneuten Vereinsleben, zwei Jahre später ist der erste Auftritt nach dem Krieg dokumentiert. 1963 öffnet sich das Tambourcorps auch für Nicht-Junggesellen und nimmt ein Jahr später erstmals an einem Fastnachtsumzug teil. 1972 wurden Metallflöten und neue Trommeln angeschafft, bevor man 1973 das 50-jährige Vereinsjubiläum feierte. 1975 gab das Tambourcorps sein erstes von vier aufeinanderfolgenden Osterkonzerten und die Musiker wechselten die Farben. Statt in blau/weiß spielte man in Notscheid nun in neuen grün/schwarzen Uniformen. 1977 als gemeinnütziger Verein anerkannt, öffnete sich das Corps 1978 auch für weibliche Mitglieder und gründete ein Senioren-Corps. 1979 organisierten die Notscheider einen musikalischen Wettstreit in ihrem Ort, bevor sie 1980 zu ihrem ersten abendfüllenden Konzert mit Gastvereinen einluden, dem sie in den folgenden beiden Jahren weitere folgen ließen, bevor das Tambourcorps 1983 zu seinem 60-jährigen Bestehen erstmalig den Großen Zapfenstreich erklingen ließ. „Ein Jahr später begann dann der Bau unseres Dorf- und Vereinshauses, das wir 1985 dank der tatkräftigen Hilfe der Vereinsmitglieder einweihen konnten“, so Stefan Plag. 1988 feierte das Tambourcorps Notscheid dann als Bundessieger seinen größten Erfolg, 1989 nahm es am 1. Deutschen Bundesmusikfest in Trier teil. Intern stellte der Verein ein Schulungskonzept für den Nachwuchs zusammen und organisierte ein erstes Ferienprogramm. Nach dem fünften abendfüllenden Konzert 1990, erstmals ohne Gastvereine, gründete das Tambourcorps eine Musikschule. 1991 wurde dann das 8. Kreismusikfestes in Sankt Katharinen ausgerichtet. „Aber es gab natürlich auch immer wieder Rückschläge. So löste sich ein Jahr vor dem 70-jährigen Bestehen des Tambour-Corps 1992 das Senioren-Corps auf“, erinnerte der Vorsitzende, bevor er auf eine grundlegende Änderung in dem Verein einging. Diese ist unweigerlich mit der Gründung der Blechbläsergruppe 1996 verbunden. „In den zurückliegenden Jahren wurde nicht zuletzt durch unseren Dirigenten Wilfried Schützeichel nach und nach der Spielbetrieb von der Spielmannsmusik immer mehr hin zur Blasmusik verlagert. Heute stehen wir mit einer 22 Personen starken Blaskapppelle für die unterschiedlichsten Engagements hier in der Region Linz/Sankt Katharinen/Vettelschoß und Umgebung zur Verfügung“, so Stefan Plag.
Der Kirmessonntag
Der Kirmessonntag begann mit einem Frühschoppen, zu dem neben den traditionellen Organisatoren auch der Spielmannszug Fernthal aufspielte. Am Nachmittag wurde dann Achim Hallerbach in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreismusikerbandes erwartet.
Ehrungen
Nicht ganz so lange, aber immerhin auch schon 30 Jahre ist Helga Plag im Tambourcorps Notscheid aktiv. Entsprechend ehrte der Kreisvorsitzende die 1. Trompete in der Bläserbesetzung, die im Spielmannszug die Sopranflöte spielt. „Sie sind ein Urgestein der heute aktiven Mitglieder und waren zudem über zehn Jahre im Vorstand aktiv, zuletzt als Geschäftsführerin“, lobte Achim Hallerbach ihr langjähriges Engagement. Seit 20 Jahren spielt Michael Prangenberg Posaune in der Bläserbesetzung sowie Sopran- und Altflöte im Spielmannszug. „Sie haben ja auch noch ‚klassisch‘ im Spielmannszug gelernt und sind dann mit vielen ihrer Kameraden umgestiegen“, erinnerte der Laudator. Seit Jahren schon bekleidet Michael Prangenberg zudem das Amt des Jugendleiters mit absoluter Souveränität. Außerdem war er einige Jahre im Vorstand des Kreismusikverbands tätig. Zehn Jahre gehören Markus Over und Christoph Schützeichel dem Notscheider Verein an. Letzterer ist seit diesem Jahr auch als Beisitzer im Vorstand für die Koordination der Auftritte und übrigen Termine zuständig. Beide spielen Schlagzeug in der Bläserbesetzung wie auch im Spielmannszug. Für fünfjährige Vereinszugehörigkeit wurden zudem Alina Heider und Sarah Buchholz von Achim Hallerbach ausgezeichnet. Beide spielen Konzertflöte in der Bläserbesetzung und haben bereits den D1-Lehrgang erfolgreich absolviert.
