Allgemeine Berichte | 22.04.2013

Mayen und die Region hat einen menschlichen Schatz verloren

Alfred Schatz ist verstorben

Familie, Freunde und Weggefährten trauern um den beliebten Kürrenberger

Alfred Schatz (†) verstarb unerwartet im Alter von 74 Jahren. BS

Kürrenberg. Wer kannte ihn eigentlich nicht? So muss man bei diesem in Kürrenberg beheimateten Mann wohl fragen. Alfred Schatz, von seinen Freunden liebevoll „Ali“ genannt, ist verstorben. Die in Odessa in der Ukraine geborene und im Sauerland aufgewachsene Frohnatur kam 1962 durch die Bundeswehr in die Mayener General Delius-Kaserne. Schnell hatte er sich dem „Eifelklima“ der Region angepasst und auch in gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht etabliert.

Sportleiter Heinz Hennerici holte ihn damals zum AC Mayen. Dort wirkte Alfred Schatz seit 1965 im Vorstand, war 31 Jahre lang als Sportleiter und zwei Jahre als zweiter Vorsitzender aktiv. Seit 1998 gehörte der „Tausendsassa“ dem erweiterten Vorstand an, und dies mit viel Herzblut für „seinen“ AC Mayen, der ihn zum Ehrensportleiter ernannte.

Dieser Sport faszinierte ihn seit jeher. Kam er 1958 noch als Zuschauer zum Nürburgring gereist, so hätte er damals nie gedacht, dass diese Rennstrecke oder andere Rennarenen dieser Welt einmal zu seiner zweiten Heimat werden würden.

In ganz Europa als Sport-Rennkommissar unterwegs

„Ali Schatz“ war ein wirklich Rennbesessener: Die Formel 3 in Deutschland hat er mit Eifelland ins Leben gerufen - die „Inter Serie“ kreiert - er war Veranstaltervertreter der Rennsport Meisterschaft, Porsche Cup, 300 Kilometer Rennen, Super Sprint, Truck Grand Prix, Super Tourenwagen Cup, 1000 Kilometer Rennen Marken Weltmeisterschaft, wohl eines der legendärsten Rennen, von Alfred Schatz sieben Mal geleitet, ja, in ganz Europa als Sport-Rennkommissar unterwegs. Man nahm seinen fachlichen Rat gerne an. Schon der legendäre Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein erkannte frühzeitig die Qualitäten des Berufssoldaten, Kompaniefeldwebels, Fahrlehrers und Rennleiters und zollte ihm großes Lob und Respekt.

Gründungsvater der Mayener Bogenschützen

Dann das Jahr 1978, ein entscheidendes Jahr für den Bogensport. Ali Schatz nahm damals eine Speisekarte, drehte diese um und schrieb darauf die Gründungsregularien. 17 Mann waren gleich dabei und jeder gab sofort 100 DM Startkapital. Schatz freute sich sich damals über seinen Coup. „In zehn Jahren stieg die Zahl der Mayener Bogenschützen auf fast 100 Clubmitglieder“, äußerte er einmal voller Stolz gegenüber Blick aktuell. Ab 1990 fungierte Schatz sogar für vier Jahre als Präsident des Deutschen Bogensport Verbandes.

Natürlich musste ein weiteres Highlight für diesen immer gut gelaunten Menschen folgen. Unvergesslich seine Zeit als „Prinz Alfred I.“ in der närrischen Eifelstadt Mayen. Gerne erinnert man sich dabei auch an seinen Hofstaat, die Pagen Karin Luxem, seine Ehefrau Margret Schatz, Mundschenk Josef Schmitz sowie Bundeswehrkollege Volker Walgenbach als quirliger Hofnarr.

Nun, man könnte noch vieles über Ali Schatz berichten. Den liebenswerten Menschen, der auch als Sportleiter im Vorstand des Golfclubs in Hillesheim aktiv war, trieb jede Menge Fitness-Aktivitäten, schwamm, und schwitzte in der Sauna. All das machte ihm eben großen Spaß.

Hohe Meriten blieben für ihn nicht aus. Ob nun die ADAC-Ehrennadel in Gold mit Brillanten, die Ewald-Groth-Medaille, die Bundeswehr-Verdienstkreuze in Bronze, Silber und Gold oder aber der Verdienstorden des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Eine solche Lebensleistung kann eigentlich nicht hoch genug gewürdigt werden.

Seine Freunde und Mitstreiter beschreiben ihn als grundehrlich, unbestechlich, gradlinig und hundert Prozent korrekt. Alfred Schatz hatte viele Freunde. Und diese ihn und seine Art liebenden Menschen haben einen „Schatz“ verloren. Alle, die ihn kannten, werden diese Persönlichkeit immer in bester Erinnerung behalten.

Am kommenden Montag wird Alfred Schatz in Mayen zu Grabe getragen.

Alfred Schatz (†) verstarb unerwartet im Alter von 74 Jahren. Foto: BS

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Kommentare
24.04.201312:57 Uhr
erich latzelsberger

R.I.P.
selbst mir als österreicher ein begriff . . .

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