Lokalsport | 05.08.2014

Ochtendunger Finisher beim Swiss-Alpine in der Schweiz

Andreas Neideck bei der Schlammschlacht von Davos

Der Ochtendunger nahm zum zweiten Mal am größten Berglauf der Welt teil

Andreas Neideck - trotz bescheidener Wetterlage hier noch guter Dinge. privat

Davos. Andreas Neideck aus Ochtendung nahm zum zweiten Mal am größten Berglauf der Welt, dem Swiss-Alpine in Davos (Schweiz) teil. Nach sechsmonatigem Training und 15 kg Gewichtsabnahme ging es dann früh morgens vor Kurzem endlich los. Es galt, die Strecke von 78 km und 2.660 Höhenmetern zu bewältigen. Bei Temperaturen von zehn bis 15 Grad war es anfangs das ideale Laufwetter bis es dann bereits kurz nach Laufbeginn dauerhaft regnete bis zum Abend hin. Bei Kilometer zehn war Andreas Neideck schon völlig durchnässt aber dennoch motiviert und guter Dinge. In Filisur (30-km-Marke) nach 4:17 Stunden spielte er mit dem Gedanken, die „Schlammschlacht“ im ständigen Regen nach dem Marathon bei 42 km zu beenden (von 950 Läufern K78 beendeten ca. 300 Läufer den Lauf nach 42 Kilometern). Krämpfe im Oberschenkel beim Aufstieg nach Bergün verstärkten seine Entscheidung, aufzugeben. Beim Eintreffen in Bergün (nach 6:04 Stunden) stand zunächst fest, dass er den Lauf hier beenden wird.

Nach gutem Zureden und eifrigem Anfeuern durch seine Frau Heike und deren Freundin entschloss sich Andreas Neideck jedoch kurzerhand nicht aufzugeben, sondern die schwierigste Etappe anzutreten. Der Alpinpfad. Dieser Bergpfad ist der schwerste Aufstieg der Strecke. Wer dort nicht weiterkommt, muss zu Fuß zurück nach Bergün, da es keine andere Möglichkeit gibt. Nach weiteren drei Stunden Lauf im strömenden Regen war im Nebel die Keschhütte zu erkennen - ein weiterer Meilenstein bei Kilometer 55. Der Weg über den Sertigpass auf 2.779 m wurde durch den Dauerregen und die Kälte zu einem gefährlichen Abschnitt. Die Kraft war fast am Ende und der Gedanke ans Aufhören wurde von Mal zu Mal größer. Wer sich in diesem Streckenabschnitt dafür entscheidet aufzugeben, hat keine andere Alternative wieder ins Tal zu gelangen als mit einem Hubschrauber - ein überaus kostspieliger Transport.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem Arzt an der Verpflegungsstation ging der Lauf für Andreas Neideck weiter. Der Arzt beurteilt und entscheidet dort, wer noch die Kraft hat weiterzulaufen und, wer dringend aufhören sollte, um kein ernsthaftes gesundheitliches Risiko einzugehen. Nach dessen positiver Beurteilung war die Motivation wieder da. Es waren ja nun „nur“ noch ca. 18 km bergab.

Andreas Neideck selbst: „Dies waren die schwersten Kilometer meines Lebens, die ich durch schlammige Wiesen und Wälder zurücklegen musste. Nach 13 Stunden 48 Minuten und drei Sekunden konnte ich dann endlich in Davos meiner Frau als Finisher in die Arme laufen. Ein unvergesslicher Tag.“

Andreas Neideck - trotz bescheidener Wetterlage hier noch guter Dinge. Foto: privat

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