Jubiläum - Zehnte Ochtendunger Vortragsweise
Auf den Jakobsweg unterwegs
Hildegard und Josef Nonn erfreuten Zuhörer mit beeindruckenden Impressionen
Ochtendung. Zur zehnten Staffel der Ochtendunger Vortragreihe laden in diesem Jahr Alten- und Pflegeheim St. Martin, Pflegestützpunkt Maifeld, Caritas Sozialstation Maifeld / Mendig, Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und Katholische Gehörlosengemeinde im Bistum Trier ein.
Den Auftakt der Jubiläumsreihe, der erste Vortrag in Kooperation mit der VHS Ochtendung, bildeten Hildegard und Josef Nonn aus Andernach und ihr Vortrag „Unser Weg nach Santiago de Compostela, 16. Mai bis 1. Juli 2012“. Martina Pickhardt vom Pflegestützpunkt Maifeld und Heimleiterin Margot Herzog-Sauer freuten sich, so viele Gäste im Alten- und Pflegeheim St. Martin in Ochtendung begrüßen zu können. Aber aus welchem Grund nahmen der ehemalige Andernacher Bürgermeister und seine Frau diese Strapazen auf sich? Das Ehepaar Nonn liebt Wanderurlaube und machte nach dem Ruhestand einen Neuanfang, erklärt Josef Nonn: „Da wir auch religiös geprägt sind, machten wir eine Pilgertour und verbanden das Wandern mit dem Spirituellen.“ Von Pamplona aus brauchten sie für die 900 Kilometer ganze 40 Tage und relaxten anschließend neun weitere Tage in Santiago de Compostela. Doch vor der Reise kamen Hildegard Nonn die Zweifel: „Was haben wir uns da angetan? Ob wir das überhaupt schaffen?“ Besonders schwer fiel dem Paar die erste Etappe, musste man doch gleich zu Beginn einen ganzen Tag bergauf gehen. Auch hatten die Wallfahrer anfangs viel zu viel Unterwäsche und Bücher im Gepäck. Schnell hatten Hildegard und Josef Kontakt zu den internationalen Pilgern gefunden und trafen bis zu 40 Personen alle Tage wieder irgendwo auf der Strecke. Auf dem Weg fanden sie auch einen Brunnen, aus dem Wein tröpfelte und in Santo Domingo de la Calzada gab es in der Kirche einen Hühnerstall. Spanien ist beeindruckend und die Frömmigkeit anders als in Deutschland. Hildegard und Josef Nonn begeisterten ihr Ochtendunger Publikum mit vielen wunderbaren Fotos. Ihre eindrucksvollen Schilderungen nahmen die Zuhörer stimmungsmäßig mit auf dem Jakobsweg, sodass so manche Lust bekam, sich selbst auf Schusters Rappen auf Pilgerreise zu begeben. Hildegard Nonn: „Wenn man vor sich hin trottet, hat das was Meditatives, und die Sinne werden geschärft. Man sieht die unterschiedlichsten Grüntöne, hört viele Vogelstimmen und beobachtet Frösche auf dem Weg. Es ist eine Vielfalt.“
Beim festlichen Abschlussgottesdienst in Santiago de Compostela, als das überdimensionierte Weihrauchfass von der einen Seite der Kathedrale auf die andere schwang, waren die Andernacher überglücklich. Sie hatten ihr Ziel erreicht. Allerdings, so Hildegard Nonn, seien in der Messe die Gefühle auch mit ihr Achterbahn gefahren: „Einerseits ist man froh, es geschafft zu haben und andererseits traurig, dass es vorbei ist. Und es kommt die Frage: Was machst Du morgen? Das ging aber nicht nur uns so.“
Josef und Hildegard Nonn hatten ihr Publikum mit beeindruckenden Impressionen beschenkt, ein gelungener Auftakt der zehnten Staffel im fünften Jahr. Zum Abschluss luden Margot Herzog-Sauer und Martina Pickhardt alle Zuhörerinnen und Zuhörer zu einem Imbiss ein.
Das Jubiläum wird am Donnerstag, 22. Mai, um 19 Uhr, im Alten- und Pflegeheim St. Martin, Heinrich-Heine-Straße 7-11, fortgesetzt. Dann spricht der Heilpraktiker Arnd Göbel über „Homöopathie - Möglichkeiten einer unterstützenden Therapie“.
Am Mittwoch, 16. Juli, ist Dr. Mathias Jung mit dem Thema „Lebensnachmittag“ in Ochtendung zu Gast.
Und am Donnerstag, 25. September, im Vortrag „Demenz mit Lust oder lustvolle Demenz“ betrachtet der Trierer Kabarettist Franz-Josef Euteneuer das ernste Thema Demenz aus einem heiteren und versöhnlichen Blickwinkel.
Anmeldung und weitere Infos
Margot Herzog-Sauer, Alten- und Pflegeheim St. Martin in Ochtendung unter Tel. (0 26 25) 95 87 -0.
Martina Pickhardt, Pflegestützpunkt Maifeld unter Tel. (0 26 54) 9 60 -4 89. Annegret Fisker, Caritas Sozialstation Maifeld/ Mendig unter Tel. (0 26 54) 9 60 -4 54.
