Mayener Selbsthilfegruppe nach Krebs feierte 35-jähriges Bestehen
„Auffangen - Informieren - Begleiten“
Mayen. „Auffangen - Informieren - Begleiten,“ so lautet das Motto der Mayener Selbsthilfegruppe nach Krebs, die in diesen Tagen seit 35 Jahren eine wichtige Arbeit verrichtet und ehrenamtlich Betroffenen in den Bereichen der Städte Kaisersesch, Mayen und Mendig sowie dem Maifeld und der Vordereifel hilft. 1979 von Gerda Degen gegründet, ist die Gruppe heute für etwa 50 Frauen und deren Angehörigen ständig fachkundiger Ansprechpartner und Unterstützer nach der dramatischen Diagnose Krebs.
Feierstunde zum Jubiläum
Gerne waren daher zu der vom Blockflötenensemble „Viva la musica“ der evangelischen Kirchengemeinde Polch musikalisch umrahmten Feierstunde zahlreiche Gäste gekommen, darunter Landrat Dr. Saftig, die Mayener Beigeordnete Martina Luig-Kaspari und Almut Kahmeier vom Landesverband für Rheinland-Pfalz und das Saarland, der als Dachverband für 39 regionale Gruppen zuständig ist, in denen aktuell etwa 1.300 Betroffene betreut werden. Die Schirmherrschaft der Feierstunde hatte die Mayener Frauenärztin Dr. Anke Nold übernommen, die sich sehr für Sache engagiert und auch oft zu den Treffen der Gruppe kommt. „Die Menschen brauchen einfach über das Krankenhaus und die Operation hinausgehende Betreuung,“ so die Schirmherrin in ihren Grußworten.
Gruppenleiterin Helga Holletzek begrüßte die zahlreichen zur Jubiläumsfeier erschienenen Mitglieder der Gruppe sowie einige Ehrengäste namentlich. Nach einer Schweigeminute für diejenigen, „die nicht mehr dabei sein können“, reichte Helga Holletzek das Wort an Landrat Dr. Saftig, der seine Rede mit dem Wissen eines schmerzlich persönlich Betroffenen hielt.
„Die Diagnose stellt eine Zäsur dar“
„Die Diagnose „Krebs“ stellt im Leben eines Menschen eine Zäsur dar,“ so der Landrat einleitend. Dennoch sei die Diagnose nicht das Ende und es gäbe ein Leben danach, befand der Landrat. Weil die Menschen in dieser Lebensphase mehr brauchen als nur medizinische Hilfe und dabei die Arbeit der Gruppe Mayen von unschätzbarem Wert ist, gratulierte Dr. Saftig „von ganzem Herzen“ zu diesem Jubiläum. „Danken möchte ich vor allem Frau Holletzek, Frau Ackermann und Frau Hofmann, die leider heute nicht hier sein kann. Diese drei Frauen tragen Verantwortung in der Frauenselbsthilfegruppe, sie bringen sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen ein und opfern ihre Freizeit für den guten Zweck.“
Ein „Dankeschön-Scheck“
Für den ortsabwesenden Mayener Oberbürgermeister überreichte die Beigeordnete Martina Luig-Kaspari einen „nur kleinen Dankeschön-Scheck“, den dafür aber mit besonderer Herzlichkeit. „Das ist sicher gut angelegtes Geld bei den vielfältigen Aufgaben ihrer Gruppe für und mit den Menschen,“ war die Beigeordnete bei der Überreichung an Helga Holletzek überzeugt. Auch Martina Luig-Kaspari ging in ihren Grußworten auf die Angst der Menschen ein, die nach dem Diagnose-Schock zunächst ausschließlich kommende Leiden, ihre Schmerzen und sogar einen eventuellen Tod vor Augen haben. Zur Bewältigung der Krankheit kann die Selbsthilfegruppe die Zuversicht stärken sowie Rat und Hilfen bieten bei der Arztwahl und sozialen Themen. Diese Kenntnisse werden vielfach gemeinsam mit der Mayener Selbsthilfegruppe Lymphom- und Leukämiekranker angeboten, die durch ihren Ansprechpartner Hans-Peter Gerhards bei der Feierstunde vertreten wurde. Olga Podkopaj repräsentierte als Pflegeexpertin für Brusterkrankte das Mayener Krankenhaus.
Nachdem sich die Ehrengäste und Gruppenmitglieder mit ihrem Fingerabdruck an einem vorbereiteten „Baum des Lebens“ verewigt hatten, ging die Feierstunde mit Kaffee und Kuchen sowie vielen Gesprächen in ihren gemütlichen Teil über.
