Allgemeine Berichte | 15.07.2014

Dozenten der Kreismusikschule MYK musizierten

Bach und Telemann in der ehemaligen Synagoge Münstermaifeld

Mizuki Tanabe spielt Bach. KMS

Münstermaifeld. In den letzten Jahren hat sich an der Kreismusikschule der feine, kleine Fachbereich Alte Musik herangebildet. Dessen Lehrkräfte musizierten in der ehemaligen Synagoge Münstermaifeld.

Dieser Ort bot die perfekte Umgebung für das Programm, das die sechs Lehrkräfte der KMS zusammengestellt hatten. Während die Akustik des Raums die feinen Klänge der Barockmusik wunderbar unterstützt, ist die Einfachheit des Ambientes der willkommene Hintergrund, auf dem ein kontemplatives sich Versenken der Zuhörer möglich wird.

Der Förderverein der ehemaligen Synagoge war ebenso angetan von diesem gemeinsamen Projekt wie die Lehrkräfte der KMS.

Die Werke wurden vorgetragen auf historischen Instrumenten bzw. deren Nachbauten. Der Klang dieser steht dem modernen Instrumentarium in nichts nach, er ist allerdings wesentlich besser geeignet, besonders feine Schattierungen und die tänzerischen und rhetorischen Aspekte der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts darzustellen. Das Erlernen der Instrumente dieser Epoche erfordert ein intensives Quellenstudium und eine jahrelange Beschäftigung mit den instrumentenspezifischen Spielpraktiken. Alle Interpreten des Konzerts in Münstermaifeld haben spezielle Ausbildungen auf ihren jeweiligen Instrumenten genossen. Die Mitwirkenden begeisterten ihr Publikum durch Werke zweier der Haupt-vertreter des 18. Jahrhunderts: Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann.

Den Auftakt bildete das Quartett d-moll von G. Ph. Telemann. In diesem Stück bilden drei Oberstimmen, bestehend aus Solo-Blockflöte und zwei Traversflöten das Pendant zum Bass-Fundament. Wolfgang Dey zeigte virtuos, dass eine Blockflöte durchaus kein Kinderinstrument oder gar -spielzeug ist. Der zarte Klang der Traversflöten, gespielt von Ulrike Friedrich-Nickenig und Lucia Stark, kam besonders im 3. Satz zum Tragen. Johann Sebastian Bach komponierte sechs Suiten für Violoncello. An diesem Abend kamen die Zuhörer gleich zwei mal in den Genuss dieser Kleinodien: Mizuki Tanabe trug Auszüge der Suite Nr. III C-Dur mit Verve und Perfektion vor. Auf ihrem mit Darmsaiten versehenen Violoncello verstand sie es, bestimmte Klangeffekte deutlicher hervor zu holen als dies auf einem modernen Instrument möglich wäre. Frans Brüggen verdanken es die Blockflötisten, dass die Cellosuiten von J. S. Bach auch auf der Blockflöte darstellbar sind. Wolfgang Dey gab dem Publikum eine eindrückliche Kostprobe durch die Wiedergabe von Prélude, Courante, Sarabande, Gigue aus der Suite Nr. II in d-moll. Aber er überzeugte nicht nur auf der Blockflöte in der Münstermaifelder ehemaligen Synagoge. Auch auf der Barockoboe ist er zu Hause und lieferte in der Mitte des Programms eindrucksvolle Beispiele seines herausragenden Könnens.

In der Mitte des Programms erklang die Triosonate g-moll für Oboe, Violine und Continuo. Agnieska Osiecka, als Dozentin an der KMS erst seit 2014 mit von der Partie, verzauberte das Publikum durch den wunderschönen Klang ihres Spiels auf der Barock-violine.

Den Abschluss des Konzerts bildete das Quartett e-moll von G. Ph. Telemann für Traversflöte, Violine, Violoncello und Basso continuo. Hier wechselte Wolfgang Dey erneut das Instrument und begleitete nun auf dem Barockfagott seine Kolleginnen. Mit ihm zusammen besorgte hier Wolfram Strehle wie in allen Ensemblestücken zuverlässig und einfühlsam den Generalbass auf dem Cembalo.

Die Vertreter des Fördervereins Synagoge Münstermaifeld waren hingerissen von dem exquisiten Konzert: „So etwas gibt es hier nur selten. Sie müssen versprechen, wieder zu kommen“. Leiterin der KMS, Lucia Stark versprach dies nur zu gerne und bedankte sich herzlich für die Gastfreundschaft, war doch auch für die beteiligten Dozenten das Konzert ein Genuss und die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Synagoge Münstermaifeld äußerst fruchtbar.

Infos und Kontakt: Geschäftsstelle der Kreismusikschule, Tel. (0 26 32) 95 740-0. E-Mail: info@kms-myk.de oder unter www.kms-myk.de. Sprech- und Besuchszeiten: montags bis freitags von 8:30 bis 12 Uhr.

Mizuki Tanabe spielt Bach. Foto: KMS

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Rund um´s Haus
Dienstleistungen
Industriemechaniker
Zukunft trifft Tradition KW 18
Stellenanzeige
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen.Foto: Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz
28

Beweidungsprojekt wächst auf fast 30 Hektar

Wasserbüffel erobern neue Flächen in den Thürer Wiesen

Thür. In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen. Damit stehen der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz ab sofort zusätzliche zehn Hektar Feuchtwiesen westlich der L113 als Ökokontofläche zur Verfügung. Insgesamt umfasst die Projektfläche in den Thürer Wiesen nun fast 30 Hektar.

Weiterlesen

Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
26

Stadt Andernach entwickelt innerstädtischen Grünzug ökologisch weiter

500 neue Bäume für die Mayener Hohl

Andernach. Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Entlang des rund 600 Meter langen innerstädtischen historischen Weges standen vor allem zwei Ziele im Fokus: die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und die nachhaltige Stärkung des gesamten Gehölzbestandes.

Weiterlesen

Daueranzeige
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2025
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Werksverkauf Anhausen
Dachdecker (m/w/d)
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Berufskraftfahrer gesucht
Media-Auftrag 2026/27
Zukunft trifft Tradition KW 18
Betriebsferien Mai 2026
Nachruf-Anzeige Andreas Meyer