Das 12. Festa Junina wurde bei bestem Wetter in Münstermaifeld gefeiert
„Brasilianische Lebensfreude zog ein“
Münstermaifeld. Das „Junifest“ wird im katholisch geprägten Brasilien für alle Juni-Heiligen, besonders aber den Schutzpatron der Verliebten, dem Hl. Antonius gefeiert. Für Meire Hecken, ihren Ehemann sowie ihren in Deutschland lebenden Schwestern Edineuza und Rosangela ist das Festa Junina aber eine schöne und gleichzeitig arbeitsaufwendige Möglichkeit, um ein Projekt ihrer in Brasilien lebenden Schwester, der Gynäkologin Dr. Elizabeth Pinto Almeida Costa zu unterstützen. Die Frauenärztin hat im Jahr 2002 das Hilfeprojekt „Maes criancas de Vera Cruz“ - Aus Kindern werden Mütter - initiiert. Hierdurch werden neun bis 16-jährige Schwangere oder „Mütter“ unterstützt und gleichzeitig wertvolle Präventionsarbeit geleistet. Frau Dr. Costa hatte in diesem Jahr wiederum ihren Erholungsurlaub dazu verwandt, ihre in Deutschland lebenden Schwestern zu besuchen. Dabei hat Frau Costa den Termin dann natürlich gerne so gelegt, dass sie beim diesjährigen „deutschen“ Junifest dabei sein konnte, um sich damit auch bei den vielen Spendern für ihre Projektarbeit zu bedanken. Wie wichtig diese Aufgabe ist, musste die Gynäkologin leider wieder frisch berichten. Aktuell und betroffen schildert die Ärztin von einer 11-Jährigen, die von ihrem Stiefvater im sechsten Monat schwanger ist. Die Ärztin Dr. Costa ist für 14 Bezirke verantwortlich im brasilianischen Bundesstaat Bahia, der in 417 Bezirke aufgeteilt ist. Um die Größenordnung zu verdeutlichen: Der Bezirk Valença, aus dem die vier Schwestern stammen, umfasst circa 60.000 Einwohner. Wie immer begann das Fest mit einem Gottesdienst, der in diesem Jahr von Padre Antonio aus Schönstatt gehalten wurde.
Lebensfreude deutlich spürbar
Nicht nur wegen des schönen Wetters wurde die Messe aus dem seit elf Jahren üblichen Ort im Münster auf die Festwiese an der Grillhütte hinter dem Schwimmbad verlegt. Sofort nach Beginn der Live-Musik mit der Band Trio Bonn Brasil wurde die Tanzfläche gestürmt. Dabei war die Lebens- und Tanzfreude der Gäste deutlich zu spüren, die das Parkett lediglich für die lange erwarteten Auftritte von „Timbalando-Brasil“ freigaben, die sicherlich wieder den absoluten Höhepunkt des Festes darstellten. Diese Gruppe mit ihren farbenprächtigen paillettenbesetzten Feder-Kostümen existiert bereits mehr als 19 Jahren. Treibende Motoren sind auch hier Meire Hecken und ihre Schwestern. Verführerische brasilianische Cocktails alias Caipi & Co und kulinarische Spezialitäten, eine Tombola, die Hüpfburg und Kinderschminken sowie die Auftritte der Showtanzgruppe begeisterten wieder mehrere hundert Besucher, die bis in die späten Abendstunden feierten, schwatzten und vor allem tanzten. Ein Capoeira Workshop fand viel Anklang, bei dem zwei Mestres des brasilianischen Kampftanzes die Jugendlichen in die Geheimnisse und akrobatischen Künste einweihten. Landrat Dr. Saftig hatte, wie schon seit Jahren, die Schirmherrschaft für das Fest übernommen und die frisch gewählte Stadtbürgermeisterin Claudia Schneider war sogar vor Ort. Für Frau Schneider ist das Festa Junina ein Beweis dafür, wie auf eine gute Art und Weise Integration funktioniert. „Für unsere Stadt auch eine schöne Werbung“ so die künftige Stadtbürgermeisterin „die sogar im Radio gesendet wurde.“ Es war alles in allem wieder ein gelungenes Event zugunsten der Arbeit von Frau Dr. Costa und auf das Junifest im kommenden Jahr darf man sich sicher wieder freuen. Denn wie Meire Hecken verschmitzt lächelnd kurz vor dem deutschen Spiel gegen Ghana und eben nicht nur mit Blick auf das Wetter feststellte: Gott ist ein Brasilianer.
Katrin Feldermann gründete 2006 den Verein AmiGOs, der Projekte für benachteiligte Kinder unterstützt.
