Scheunen- und Kartoffelfest in Mörz
Buntes Spektakel rund um die Kartoffel
70 Aussteller boten handwerklich hergestellte Produkte
Mörz. Bei hochsommerlichen Temperaturen strömten in diesem Jahr Tausende Besucher bereits zum achten Mal zum Scheunen- und Kartoffelfest ins „Künstlerdorf“ Mörz. Die Veranstaltung, die grundsätzlich alle zwei Jahre stattfindet, wurde 1997 von der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (Remet) ins Leben gerufen. Mittlerweile hat die Stadt Münstermaifeld die Ausrichtung des Festes, mit organisatorischer Unterstützung duch die Familie von Franz-Josef Loch aus Mörz, übernommen. Bereits früh um 11 Uhr füllten sich die zum Parken vorgesehenen abgeernteten Getreidefelder sowie die Zufahrtsstraßen. Entlang der Römer- und der Moselstraße offerierten rund 70 Aussteller ihre überwiegend selbst hergestellten Artikel. Neben Modeschmuck, Heimtextilien, Mützen und Dekoartikel konnten auch Produkte aus Keramik, Holz, Filz und Flechtmaterial günstig erworben werden. Auch Heilsteine und Körnerkissen wurden offeriert.
„Alles rund um die Kartoffel“ - unter diesem Motto stand das kulinarische Angebot der heimischen Gastronomen. Bei Lothar Kurztusch von der alten Remise Mertloch, der sich mit seinem Team in der Nähe des Denkmals vom „Mörzer Katt“ eingerichtet hatte, gab es mit Bratkartoffeln gefüllte, deftige Bauernomelettes frisch aus der Pfanne. In einem der schön restaurierten Bauernhöfe präsentierte das Team vom Gutshof Arosa aus Ochtendung neben frischen Reibekuchen auch Kartoffelbratwürste und vegane Spinatkartoffelaufläufe. Die Bäckerei Kieffer aus Münstermaifeld hatte „süße Pommes“ sowie frisch zubereitete Quarkbällchen im Angebot. Zudem lagen Kartoffelbrote zum Mitnehmen bereit. Unterhalb ihres Bauernhofes bot die Familie Loch neben einer Kartoffelsuppe auch Bratwürste und saftige Steaks für die Liebhaber deftiger Fleischgerichte an. Lange Warteschlangen gab es vor dem historischen Backhaus in der Ortsmitte, wo Gerhard Krechel und sein Sohn Steffen zehnmal den Ofen heizten und füllten, um die große Nachfrage nach dem krustigen Steinofenbrot zu stillen, während Marion Klöckner dabei war, die noch dampfenden Laibe an die Kunden auszugeben. Zahlreiche Erzeuger aus der Region boten zudem heimische Wildspezialitäten, Liköre, Gelees, Honig, Säfte, frisches Gemüse und Kürbisse an.
Auf einer großen Wiese unterhalb des Cafés Toscana hatten Hans-Peter Liesenfeld und sein Sohn Daniel aus Münstermaifeld-Metternich historische landwirtschaftliche Maschinen ausgestellt. Unter den seltenen Exponaten befanden sich u.a alte Traktoren, Mähdrescher, Holzpflüge, Eggen, eine Kartoffelsortiermaschine sowie eine historische Kartoffelsortiermaschine. Ein Highlight unter den Ausstellungsstücken bildete eine Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1860, die von den Liesenfelds aus dem Westerwald herbeigeschafft worden war. Den Umgang mit Dreschflegeln auf einer nachgebildeten Tenne demonstrierten die Gebrüder Ginster aus dem Hunsrück, die ihr Können normalerweise im agrarhistorischen Museum von Emmelshausen zeigen. Bei den Bogenschützen des VFB Polch konnte der Nachwuchs mit professionellem Gerät üben. Des Weiteren kamen die Kinder im Streichelzoo der Familie Loch sowie beim Ponyreiten voll und ganz auf ihre Kosten. Mit angebotenen Kutschfahrten bestand die Möglichkeit, das angrenzende romantische Schrumpftal zu erkunden.
Robert Posteuka von der Töpferei Brück freute sich besonders über den großen Ansturm: „Die Besucher sind immer wieder von unserem kleinen Dorf verzaubert und finden es einfach toll“, resümiert das Mitglied der IG Mörz. Die Gruppe, die ihr Engagement hauptsächlich auf den jährlich stattfindenden Weihnachtsmarkt konzentriert, organisierte in diesem Jahr das Brotbacken im historischen Backes.
