Polcher Journalistin startete ein Projekt zur Integration von Flüchtlingsfamilien
„Das Gefühl willkommen zu sein“
Polch. Weil der Mensch nicht vom Brot alleine lebt, hatte die Polcher Journalistin Martina Gonser die Idee, Flüchtlingen ihre neue Heimat zu zeigen und ihnen damit ein paar Stunden interessante Eindrücke zu bescheren. Und das Gefühl willkommen zu sein. Zusammen mit Barbara Steffens von der Fachkonferenz Asyl, Migration und Integration des Dekanat Maifeld Untermosel organisierte sie für drei Flüchtlingsfamilien einen ersten Ausflug zur Burg Eltz. Barbara Steffens kümmert sich ehrenamtlich um die Familien und weiß, dass sie selbst kaum die Möglichkeit haben, Ausflüge zu unternehmen. Den oft sehr kinderreichen Familien fehlt alleine schon das Geld für den Bus. Trotzdem ist es wichtig, dass die Menschen, die in ihrem Heimatland und auf ihrer Flucht schreckliche Dinge erlebt haben, wieder Hoffnung schöpfen können und erfreuliche Erlebnisse haben. Die Burg Eltz hatte sich auf Anfrage sofort bereit erklärt, den Syrern, Irakern und Bosniern freien Eintritt zu gewähren und die Verwalter haben die Familien zudem noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Angelika Nelius und Stefan Ritzenhofen sehen es als selbstverständlich an, die Flüchtlinge in ihrer neuen, oder zumindest vorübergehenden Heimat willkommen zu heißen. Jedes Kind bekam im Anschluss an die Burgführung noch ein Poster geschenkt. Überglücklich und mit vielen neuen Eindrücken konnten die ausgesprochen interessierten Familien nach drei Stunden Einblick in die gräflichen Gemächer oder die Schatzkammer die Heimreise antreten. Auch die evangelische Kirchengemeinde in Polch und die Caritas in Mayen haben zum Gelingen der Aktion beigetragen: Sie haben zwei kleine Busse für die Fahrt von Polch zur Burg Eltz zur Verfügung gestellt. Schon jetzt steht für Barbara Steffens und Martina Gonser fest: Diesem Ausflug sollten unbedingt weitere folgen. Neue Gastgeber haben sich auch schon gefunden: die nächsten Entdeckungsreisen werden in den Garten der Schmetterlinge nach Bendorf Sayn führen, in den Mendiger Vulkanpark und nach Maria Laach.
