-Anzeige- Siebtes Mühlenfest auf dem Reithof Trimbs lockte wieder zahlreiche Besucher an
Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde
Veranstaltung wird zur echten Tradition
Trimbs. Es ist sicherlich nur ein gängiges Sprichwort. Aber beim siebten Mühlenfest auf dem Reithof Trimbs wurde es mal wieder zur Realität: Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Zahlreiche jüngere und auch ältere Gäste statteten dem Reithof Trimbs einen Besuch ab. Kein Wunder: Reitvorführungen, Ponyreiten, Kutschfahrten, Kinderschminken, der Besuch eines Rückepferds, Spanferkel vom Grill, Kaffee und Kuchen sowie frische Waffeln lockten Gäste aus nah und fern in den kleinen Maifeldort. Langsam aber sicher wird das Mühlenfest zur echten Tradition. Für Aufsehen sorgte gleich zu Beginn der Auftritt des Nachwuchses. Die jungen Reiter zeigten unter Anleitung von Svenja Schmitz aus Thür und Isabel Thiel aus Gierschnach auf den beiden Islandpferden „Neisti“ und „Helija“ Führübungen, Gleichgewichtsübungen auf dem Pferd, Turnübungen und das Durchlaufen eines Slalom-Parcours. „Dabei werden die motorischen Fähigkeiten der Kinder geschult“, erläuterte eine Einstellerin. „Der Nachwuchs steigert das Selbstvertrauen, die Islandpferde helfen ihnen durch ihren ruhigen und ausgeglichenen Charakter.“ Momentan durchlaufen 18 Kinder diese „reiterische Früherziehung“. Die erste Gruppe (drei bis vier Jahre), die zweite Gruppe (vier bis fünf Jahre) und die dritte Gruppe (sechs bis sieben Jahre) trainieren jeden Samstag jeweils eine Stunde zwischen 10 und 13 Uhr. Drei Kinder pro Pferd, bei zwei Betreuern und zwei Tieren. Reitausflüge durch die benachbarte Nette sorgen für zusätzliche Abwechslung.
Vertrauen und Verhalten dem Pferd gegenüber lernen
„Unser Ziel ist es, dass die Kinder Vertrauen zum Pferd finden und lernen, sich dem Tier gegenüber entsprechend zu verhalten“, verdeutlichte Betreuerin Thiel. „Dazu gehört auch, das Pferd zu versorgen und es zu führen.“ Bei der Quadrille zeigten sechs Jugendliche auf sechs Pferden eine Kür mit Musik. Anschließend hieß es „Spaß und Tricks“ mit den Mini-Shettys. Im Gegensatz zu den Shetland-Ponys weisen diese Tiere nur ein Stockmaß von 87 Zentimetern auf. Marco Blotzki aus Rüber demonstrierte mit seinem Kaltblüter die schweißtreibende Arbeit eines Rückepferds. „Die Menschen sehen sich gern diese Arbeitspferde an, weil sie mittlerweile wirklich rar geworden sind“, gab Blotzki zu Protokoll, „Ich setze die Tiere auch im Wald zum Holzrücken oder in der Landwirtschaft ein.“ Beim Bierglastölt ging es darum, bei hohem Tempo ein Glas Bier ins Ziel zu bringen. Islandpferde sind sogenannte Viergänger (Schritt, Trab, Galopp, Tölt), in Ausnahmefällen sogar Fünfgänger, dann kommt noch der Rennpass hinzu. Besitzer des Reithofs „Trimbser Mühle“ sind der Niederländer Ruud Hoex, der aus Sevenum in der Nähe von Venlo stammt und seit mittlerweile 15 Jahren in Deutschland lebt, und seine deutsche Ehefrau Judith aus Dorweiler im Hunsrück. Und wo haben sich die beiden 2001 kennengelernt? Natürlich auf einem Reiterhof - in Bruchweiler im Hunsrück. Nach ihrer Heirat im Jahr 2003 pachteten sie die Anlage am Marienstätter Hof in Andernach und kamen später bei Freunden am Rennweg in der Bäckerjungenstadt unter. Im Jahr 2007 folgte dann nach und nach der Umzug aufs Maifeld. „Wir haben lange gesucht und nichts Passendes gefunden“, blickte Judith Hoex zurück. „Und Trimbs ist es schließlich geworden. Heute sind wir glücklich hier geworden.“ Zur Familie gehören mittlerweile Tochter Amy (8), die die Begeisterung ihrer Eltern für Vierbeiner fortsetzt, und Sohn Ben (11), der mit Reitsport eher wenig am Hut hat und in seiner Freizeit dem Fußball und dem Radsport frönt. 2008 entstand schließlich die Reithalle in Trimbs.
Reitunterricht, Pensionspferde und Reiterferien
Heutzutage fußt der Betrieb auf drei Standbeinen: dem Reitunterricht für Kinder (etwa 70 bis 100, es kommt auf die Jahreszeit an), den Pensionspferden (etwa 25 Einsteller) und den Reiterferien an Ostern, im Sommer und im Herbst. Zum Betrieb gehören insgesamt auch 20 eigene Pferde, zwölf davon werden für den Reitunterricht eingesetzt. Das Einzugsgebiet des 5000 Quadratmeter großen Reithofs „Trimbser Mühle“ erstreckt sich von Koblenz über Andernach, Ochtendung und Polch. Der Hausherr arbeitet etwa 16 Stunden am Tag, „nur an Weihnachten sind wir dann mal weg.“ Ehefrau Judith geht die Sache ein wenig entspannter an. „Bei mir sind es nur zehn bis zwölf Stunden, danach streike ich. Ich kann besser auf meinen Körper achten.“ Das war im Vorfeld des siebten Mühlenfestes allerdings nicht der Fall. Bei den Vorbereitungen zog sie sich einen Zehenbruch zu, am Tag der Veranstaltung humpelte sie nur über die Anlage. Und auch die Freiwillige Feuerwehr Trimbs, die den staubigen Reitplatz am Sonntagmorgen bewässern sollte, konnte auf einen Einsatz verzichten. Die Regenfälle in der Nacht hatten für optimale Bedingungen für Reiter und Gäste gesorgt. Die Probleme hielten sich also wahrlich in Grenzen.
Marco Blotzki aus Rüber mit seinem Rückepferd, einem Kaltblüter.
Der Nachwuchs bei den Führübungen.
