Politik | 01.08.2015

Europa-Fest in Andernach

Die Mayener „Europäer“ waren wieder dabei

Oberbürgermeister Achim Hütten im Gespräch mit Dr. Peter Keiner. privat

Andernach / Mayen. Zum wiederholten Mal haben die Andernacher vor Kurzem in der ganzen Innenstadt ihr Europa-Fest gefeiert, mit vielen Angeboten für Augen und Ohren, Leib und Seele – und zum wiederholten Mal war auch die Europa-Union Mayen Koblenz mit vor Ort, um in Wort und Schrift, mit Broschüren, Luftballons und schicken Taschen mit Europa-Logo für den Gedanken der europäischen Vereinigung zu werben.

Hitzige Diskussionen

Zwar ergaben sich in der Hitze am EU-Stand an der Stadtmauer oft nur kurze Gespräche, weil viele so schnell es ging den Schatten suchten – aber vereinzelt gab es, durchaus zum Klima passend, geradezu hitzige Diskussionen mit Bürgern, die ihre Skepsis angesichts des Dramas um die Rettung Griechenlands vor der Pleite nicht verhehlten. Andere sprachen das ebenso dramatische Geschehen auf dem Mittelmeer und in den europäischen Anrainerstaaten an: die Vertreter der Europa-Union, Karl-Heinz Weingart, Dagmar Mixdorf und Dr. Peter Keiner sowie Oliver Hoffmann, (für die Stadt Koblenz im „Europe Direct Informationszentrum“ tätig) hatten da mit ihrer Position, es gebe nicht zu viel Europa, sondern doch eher zu wenig, bisweilen keinen leichten Stand, denn wenn es wie in Griechenland die über Jahrzehnte unverantwortliche Haushalts- und Finanzpolitik der dortigen konservativen wie sozialistischen Führungsschichten war, die diese Krise verursacht hat, dann erscheint es logisch, dass die Institutionen der EU die Möglichkeit erhalten sollten, in solchen Fällen rechtzeitig in die nationalen Zuständigkeiten einzuwirken und gegenzusteuern, bevor es zu spät ist. Das setzt allerdings eine demokratische Legitimation voraus, woran es derzeit etwa der Troika aus EZB, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Kommission ja vollständig fehlt. Bislang fehlt freilich auch der politische Wille in den 28 Staaten für eine entsprechende demokratische Weiterentwicklung der Strukturen der EU. Und auch die Unfähigkeit Europas, sich auf eine solidarische Verteilung der übers Mittelmeer flüchtenden Bürgerkriegs- und Elendsopfer zu einigen, wirft kein gutes Licht auf die dafür verantwortlichen Politiker in allen Mitgliedsländern der EU. Dass der Vorschlag scheiterte, die ankommenden Menschen nach einer angemessenen Quote zu verteilen, statt sie in Griechenland und Italien in vollgepferchten, den einfachsten Ansprüchen spottenden Unterkünften festzuhalten, lässt auch viele überzeugte Anhänger des europäischen Gedankens daran zweifeln, ob Europa sich überhaupt noch dem Gedanken der Humanität verpflichtet fühlt.

Europa-Fest am 30. August

Die Europa-Union Mayen-Koblenz, die an ihrem Stand auch den Andernacher Oberbürgermeister begrüßen konnte, will sich allerdings durch solche verständliche Skepsis nicht in ihrem Engagement für eine Weiterentwicklung der EU beirren lassen - Ziel ist und bleibt ein Europa der Bürger! Denn wer statt auf Europa wieder auf nationale Alleingänge und einzelstaatlichen Egoismus setzt, wird sich alsbald wieder in den politischen und moralischen Sackgassen des letzten Jahrhunderts verirren. Das kann keiner wollen! Trotz alledem: die Mayener „Europäer“ wollen jetzt erst auch mal feiern: das Europa-Fest der Europa-Union steigt am Sonntag, den 30. August in Mayen auf“ terra vulcania“ – mit der Ettringer Blasmusik und vielen anderen Attraktionen. Besucher, auch mit Kindern - sind sehr willkommen - das leibliche Wohl ist in besten Händen.

Pressemitteilung der

Europa-Union

Kreisverband Mayen-Koblenz

Oberbürgermeister Achim Hütten im Gespräch mit Dr. Peter Keiner. Foto: privat

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