Allgemeine Berichte | 21.08.2015, 13:29 Uhr

„Batnight 2015“:NABU Rheinland-Pfalz wandelt auf den Spuren von Fledermäusen

Die Nacht zum Tag machen

Im Bierkeller auf dem Mayener Grubenfeld können Fledermäuse im Schlafverband beobachtet werden.  Andreas Kiefer
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Mayen. „Les Belles de nuit“, die „Schönen der Nacht“, werden sie in Fachkreisen liebevoll genannt. Gemeint sind Fledermäuse. Die, die mit ihren Ohren sehen, mit ihren Händen fliegen und mit bis zu 1100 Herzschlägen pro Minute durch die Dunkelheit rauschen. Wer mehr über die bedrohten Tiere der Nacht erfahren will, sollte die 19. „Internationale Batnight“ am 29. August nicht verpassen. Die diesjährige Hauptveranstaltung des NABU findet im Mayener Grubenfeld statt. Initiiert wurde die „International Batnight“ von EURobats, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz. In der Bundesrepublik wird sie vom NABU organisiert. Mit der Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. In Deutschland sind vier Arten stark gefährdet, drei sind sogar vom Aussterben bedroht. Zwölf weitere sind gefährdet, stehen auf der Vorwarnliste oder es gibt nicht genug Daten, um ihre Gefährdung genau einschätzen zu können. „Hauptursache für die Gefährdung der 25 heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen. Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend“, sagt Cosima Lindemann, Naturschutzreferentin und Fledermausexpertin des NABU Rheinland-Pfalz. Aber auch Spalten an Gebäuden, auf deren Nutzung als Quartier einige Fledermausarten angewiesen sind, gehen bei Sanierungen zunehmen verloren. Zudem reduziert der Einsatz von Pestiziden Insekten als Nahrungsmittel für Fledermäuse oder vergiftet die Tiere über die Nahrungskette selbst.

Fledermäuse hautnah erleben

Auf die Bedrohung aufmerksam machen und gleichzeitig die faszinierende Welt der Fledermäuse einmal hautnah erleben, das möchte der NABU Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Stadt Mayen den Besuchern bieten. Schon zum 19. Mal öffnen sich daher am 29. August die Tore zu einem der bedeutendsten Schwarm- und Winterquartiere für Fledermäuse in Mitteleuropa, dem Mayener Grubenfeld am Vulkanpark-Informationszentrum „Terra Vulcania“, An den Mühlensteinen 7. Über 50.000 Fledermäuse sind dort zu finden. „Im Spätsommer ist Paarungszeit für die meisten europäischen Fledermausarten, außerdem suchen sie nach geeigneten Winterquartieren, die ihnen für die kalten Monate ausreichend Schutz bieten. Daher kann man die Tiere dann besonders gut beobachten“, erklärt Lindemann.

Bereits ab 17 Uhr wird ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten: Führungen über das Grubenfeld vermitteln Informationen zur Entstehungsgeschichte und zum früheren Bergbau auf dem Gelände. Die Mayener Bogenschützen beweisen ihre Treffsicherheit und die Besucher sind eingeladen, es ihnen gleich zu tun. An lnfoständen wird darüber hinaus die Naturschutzarbeit in der Region präsentiert.

Als Veranstaltung für die ganze Familie kommen aber auch die Kleinsten nicht zu kurz. Die jüngeren Fledermausfans können unter anderem ihre eigene Fledermaus basteln oder sich beim Kinderschminken selbst in eine verwandeln. Die Älteren unter ihnen dürfen sich beim Bauen von Fledermauskästen beweisen, bevor es dann um 19 Uhr soweit ist für einen spannenden und kindgerechten Vortrag von Manfred Braun. Parallel berichtet Dr. Andreas Kiefer in einem Fachvortrag für Erwachsene über die faszinierende Welt der Fledermäuse. Der krönende Abschluss ist auch in diesem Jahr die Wanderung zum Mayko-Bierkeller gegen 20.15 Uhr, vor dem die Fledermäuse dann live beim Schwärmen beobachtet werden können.Auf festes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung ist zu achten. Warme Kleidung und Taschenlampen sind mitzubringen.

Weitere Informationen zum Programm finden Interessierte unter www.NABU-mayener-grubenfeld.de im Internet.

Im Bierkeller auf dem Mayener Grubenfeld können Fledermäuse im Schlafverband beobachtet werden. Foto: Andreas Kiefer

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