Allgemeine Berichte | 05.11.2014

Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V.

Energiesparen in Kirchengemeinden

Dritter Erfahrungsaustausch

Erfahrungsaustausch „Energie sparen in Kirchengemeinden“ des Umweltnetzwerkes Kirche. Datenlogger zur Temperaturerfassung dienen der Kontrolle der Heizungssteuerung. privat

Andernach. Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V. hatte zum Erfahrungsaustausch in die Christuskirche nach Andernach eingeladen. Mehrere Vertreter von Kirchengemeinden, die am Projekt Energiesparen in Kirchengemeinden teilnahmen, berichteten von umgesetzten Maßnahmen zur Energieeinsparung. Die Erfolge des Projektes wurden deutlich, zeigten die verschiedenen Möglichkeiten und gaben den Teilnehmern Einblick, wie man bei der Umsetzung vorgehen kann.

Im Rahmen des Projektes Energiesparen in Kirchengemeinden wurden bisher mehr als 21 Kirchengemeinden beraten und knapp 60 Gebäude durch Energieberater begangen. Bauliche Defizite wurden in den erstellten Energieberichten ebenso berücksichtigt wie technische, organisatorische Fragen und Verhaltensänderungen. Einer der ersten Teilnehmer beim Projekt, war die Evangelische Kirchengemeinde Andernach, die an diesem Termin Gastgeber des Erfahrungsaustausches war.

Herr Annuß, Vorsitzender des Presbyteriums und des Bauausschusses und Dirk Niehoff, Hausmeister, stellten vor, welche Maßnahmen in der Evangelischen Kirchengemeinde Andernach bereits umgesetzt werden konnten. Zur Ev. Kirchengemeinde gehören die Kreuzkirche und die Christuskirche, zwei Kitas (Läufstraße und Schillerring), ein Jugendhaus und das Gemeindeamt.

„Der erstellte Energiebericht kam genau passend zum Umbau und Sanierung des Gemeindezentrums“, so Herr Annuß, „er stellte eine hervorragende Hilfestellung für die Planungen durch den Architekten dar, die Ergebnisse gingen in die Ausschreibungen ein“. Da die Arbeiten am Gemeindezentrum gerade dem Ende zu gehen, kann hinsichtlich des Energieverbrauchs noch keine Aussage getroffen werden. Das werden erst die kommenden Heizperioden zeigen.

Neben den baulichen Maßnahmen wurden auch die Zeiten und Orte der Gottesdienste verändert. So wird im Winter vermehrt die besser zu temperierende Kreuzkirche genutzt und der Gemeindesaal der Christuskirche als Winterkirche eingesetzt. Auch so lassen sich Heizkosten einsparen.

Temperaturmessungen durch Fridbert Ackermann, Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V., in Zusammenarbeit mit Dirk Niehoff in den beiden Kitas der Gemeinde zeigten, dass dort die zeitliche Steuerung der Heizung nicht den Betriebszeiten der Kitas entsprach und so ein erhebliches Einsparpotenzial besteht. Es erfolgte deshalb eine Nachregulierung der Heizungssteuerung.

Nicht alle Heizkörper in den Kitas wurden gleichmäßig warm, so führte Dirk Niehoff einen hydraulischen Abgleich der Heizung durch. Durch diesen wird nicht nur eine gleichmäßige Beheizung aller Räume möglich, sondern es werden auch Energiekosten eingespart.

Herr Annuß hob nochmals die Energieberichte und die Unterstützung des Umweltnetzwerks Kirche durch Temperaturmessungen und deren Auswertung hervor.

Erich Lescher aus Wollmerath berichtete, dass seine Kirchengemeinde an der letzten Runde des Projekts Energiesparen in Kirchengemeinden teilgenommen hat. Anlass für die Teilnahme waren Besuche verschiedener Vortragsveranstaltungen des Umweltnetzwerks Kirche. Umgesetzt wurde bereits eine Modernisierung der Beleuchtung durch Austausch der alten Glühbirnen gegen moderne mit LED-Technik. Der Energieverbrauch der Beleuchtung konnte so auf 10 Prozent reduziert werden. Ein Boiler wurde durch einen Durchlauferhitzer ersetzt, der den Bedarf an Warmwasser energiesparender decken kann. In seiner Kirchengemeinde steht eine Turmsanierung an. Auch hier wird beabsichtigt, die Energieberichte in die Planungen einzubeziehen.

Mit der aktiven Umsetzung von Energiesparmaßnahmen in Kirchengemeinden nehmen diese eine Vorbildfunktion ein. Mehrere Teilnehmer berichteten, dass sie auf Grund der Erfahrungen in der Kirchengemeinde auch entsprechende Maßnahmen wie die Umstellung der Beleuchtung oder die bessere Heizungssteuerung in ihrem privaten Haushalt umgesetzt und so erhebliche Einsparungen erzielt haben.

Erich Lescher betont besonders: „Es geht nicht darum, den letzten Cent durch Maßnahmen einzusparen, sondern aktiv für die Bewahrung der Schöpfung zu werden“. Hiermit trifft er auf die Zustimmung der Anwesenden. Sie alle wünschen sich ein größeres Engagement vieler Kirchengemeinden.

Weitere Informationen zum Projekt Energie sparen in Kirchengemeinden, welches aktuell in den fünften Durchgang startet, gibt es bei Rüdiger Kape, Tel. (02 61) 10 84 20, ruediger.kape@kvmyk.de.

Pressemitteilung des

Umweltnetzwerks Kirche

Rhein-Mosel e.V.

Erfahrungsaustausch „Energie sparen in Kirchengemeinden“ des Umweltnetzwerkes Kirche. Datenlogger zur Temperaturerfassung dienen der Kontrolle der Heizungssteuerung. Foto: privat

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