Dorfjubiläum Gappenach
Gappenach feiert 800 Jahre
Fast 10.000 Besucher genossen ein tolles Programm in den Gassen und 20 offenen Höfen
Gappenach. Seit mindestens 800 Jahren besteht die Maifeldgemeinde Gappenach. In einer Urkunde aus dem Jahre 1215 wird der Ort als „Gappenaco“ erstmals erwähnt. Mit mehreren Aktionen wird das Jubiläum in diesem Jahr gewürdigt. Nach einer gemeinsamen Sylvesterfeier stand der Karneval ganz unter dem Motto „800 Jahre Gappenach“. Die Einladung zur Wanderung zu den Gappenacher Mühlen am 1. Mai wurde on mehreren tausend Besuchern gerne angenommen. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Ortsjubiläum bildete ein großes Dorffest am vergangenen Sonntag, an dem sich alle Bewohner beteiligten. 20 Höfe hatten ihre Tore weit geöffnet und luden die fast 10.000 Besucher zum Staunen und Verweilen ein. Feuerwehrleute aus Polch und Rüber sorgten dafür, dass die Gäste ihre Fahrzeuge stressfrei auf vorbereiteten Stoppelfeldern am Ortsausgang abstellen konnten. Ortsbürgermeister Udo Heinemann kündigte bei der offiziellen Eröffnung den Zuhörern an: „So haben Sie Gappenach sicher noch nie erlebt, lassen sie sich überraschen“. Und es zeigte sich im Laufe des Tages, dass diese Überraschung bei strahlendem Sonnenschein prächtig gelingen sollte. Zwei Jahre Vorbereitungszeit lagen hinter den Organisatoren des Festes. „Das hat uns zusammengeschweißt und wird uns nachhaltig gut tun“, versicherte der Ortschef in seiner Eröffnungsrede. Er holte Petra Hörsch ans Mikrofon. Die aus Gappenach stammende Künstlerin hatte das alte Kapellchen und die Maximininkirche nach historischen Aufnahmen gemalt und schenkte der Gemeinde diese zwei Bilder. Für die Verbandsgemeinde Maifeld gratulierte der 1. Beigeordnete Anton Reiter. Er lobte die Gappenacher, die ihr Dorf nicht ohne stolz „Perle des Maifelds“ nennen. „Was ihr hier auf die Beine gestellt habt, das ist ein großes Gemeinschaftserlebnis“, so Reiter.
Christa Puth, die Marktmeisterin, hatte 60 Stände über das Dorf verteilt. Es wurde eine breite kunsthandwerkliche Palette geboten, wie z.B. Schmuck, ausgefallene Textilien, Handtaschen aus LKW-Plane, Geschenkartikel aus Schiefer und aus Granit, originelle Vogelhäuschen etc. Des Weiteren konnte ein Kräutergarten besichtigt werden.
Einer der Höhepunkte des Tages war die Foto-Kunst-Ausstellung „Gappenach - das sind wir“. Seit Wochen und Monaten hatte Claudia Hein, gelernte Werbefotografin und Inhaberin des Café Kostbar 250 Gappenacher (Nachbarn, Hinzugezogene, Alteingesessene)
porträtiert. Alle sollten dabei sein und damit die Vielfältigkeit des Ortes Gappenach zum Ausdruck bringen. Jeder ein Original, jeder so wie er ist und man ihn kennt. Die Schwarz-Weiß-Fotos im Format 20 x 20 cm säumten über eine Länge von 70 Metern die Hauptstraße.
Für die Besucher des Dorfcafés in der „Ahl Schull“ gab es ein Zusammentreffen mit bildender Kunst. Dort hatte die Studentin Anna Noll aus Mertloch 50 ihrer Gemälde ausgestellt, darunter das Bild zum Thema „Amadeus“, mit dem die 19-Jährige beim Malwettbewerb der Burgfestspiele den zweiten Platz errang.
Die Maximinkirche wurde zu einem kleinen Ikonenmuseum umfunktioniert. Familie Thelen konnte durch jahrelange Vebindungen Herrn Dimitrij Greven für eine Verkaufsausstellung im Rahmen der 800-Jahrfeier von Gappenach gewinnen. Ausgestellt und zum Verkauf angeboten wurden insgesamt 60 russische Ikonen und orthodoxe Heiligenbilder des 17. bis 19. Jahrhunderts. Für besonders Interessierte gab es Einführungen in die theologische Bedeutung der Ikonen. Der Erlös aus dem Verkauf dieser „Fenster zur Ewigkeit“ kommt einem Altenheim in Losivok (Ukraine) zugute.
Beginnend mit dem Frühschoppen gab es ab 10:30 Uhr auf der Festbühne am Dorfplatz ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Hier unterhielten u.a die Stadtkapelle aus Münstermaifeld, Schlagersängerin Daniela Dilow sowie die Gruppe Stille & Schmitz die Gäste mit musikalischen Highlights. Viel Applaus erntete das Gappenacher Männerballett. Sie servierten dem Publikum eine Bühnenshow mit viel Akrobatik und Pfiff.
Die Organisatoren hatten auch an die kleinen Gäste gedacht. Diese konnten sich auf einer Kinder-Spiel-Wiese mit Hüpfburg, Spielbuden, Ponyreiten und weiteren Attraktionen vergnügen. Desweiteren konnten sich die Kleinen von „Patrak“ mit Clownstücken verzaubern lassen.
Auch die Freunde von Motorrädern und PKW-Oldtimern kamen auf ihre Kosten. In mehreren Höfen waren ausgefallene Fahrzeuge zu bewundern. Auf einem abgeernteten Getreidefeld konnten dutzende restaurierter Traktor-Oldies bewundert werden.
Vor der Kirche, in vielen Höfen, im Café Kostbar und in der „Ahl Schull“ wurden die Gäste kulinarisch verwöhnt, für jeden Geschmack war etwas dabei. Im historischen Backhaus einer Architektenfamilie konnten frisch gebackene Brote aus dem Steinofen erworben werden.
Guggemusiker aus Andernach zogen durch die Gappenacher Gassen und sorgten mit ihren Musikstücken für eine ausgelassene Stimmung. Für historisch interessierte Besucher, bestand die Möglichkeit eine frisch gedruckte Festschrift zu erwerben, in der die Autoren die wechselvolle Geschichte und die Gegenwart des Dorfes beschrieben und bebildert haben.
An über 60 Ständen wurde unter anderem allerhand Kunsthandwerkliches angeboten.
Die Stadtkapelle aus Münstermaifeld unterhielt die Besucher des Frühschoppens auf dem Marktplatz.
Dimitrij Greven bot in der Maximinkirche 60 orthodoxe Ikonen und Heiligenbilder zum Verkauf an.
Neben Clowns und Spielwiese erfreute vor allem das Ponyreiten die kleinen Besucher.
