Handball-Rheinlandligist TV Welling unterlag im Derby dem TuS Weibern
Gastgeber spielen nun gegen den Abstieg
Welling. Im Rheinlandliga-Derby beim TV Welling haben die Handballer des TuS Weibern einen etwas überraschenden 31:29 (16:14)-Auswärtssieg eingefahren. Nachdem an diesem Spieltag die gesamte „Kellerkinderfraktion“ regelrecht verrückt spielte und mit Auswärtssiegen aufwartete, war der Sieg für Weibern fast schon überlebensnotwendig. Nun ist fast die halbe Liga trotz voraussichtlich nur eines Absteigers in den Kampf um den Klassenverbleib verwickelt, darunter auch der TV Welling mit nur noch zwei Punkten Vorsprung auf Weibern.
In der ordentlich, aber nicht prall gefüllten Wellinger Nettetalhalle erwischten die Gäste den deutlich besseren Start und konnten die am Ende einzige Führung der Gastgeber beim 1:0 schnell in ein 2:4 umbiegen. Bis Mitte der ersten Hälfte verstanden sie es sogar, diesen Vorsprung mit klugem Tempospiel auf sechs Tore (10:4) auszubauen. TV-Spielertrainer Kai Schäfer zeigte sich selbstkritisch: „Wir haben zu lange ein Wechselspiel mit einem Mann zwischen Abwehr und Angriff praktiziert. Weibern hat uns nach von uns erzielten Toren mit der schnellen Mitte gleich wieder einen Treffer eingeschenkt.“
Deckung nicht sattelfest
Schäfer und auch Kai Orth bekamen es immer wieder mit zwei Gegenspielern zu tun. Die Deckung der Maifelder hingegen war diesmal nicht so sattelfest wie sonst. „Wir mussten deshalb auch von der 6:0-Abwehr zwischendurch auf ein 5:1-System wechseln. Aber auch das hat nicht richtig gehalten. In der Abwehr bekamen wir nicht den erwünschten Zugriff“, analysierte Schäfer.
Dennoch arbeitete sich der TV Welling von 8:13 nochmals auf 11:13 heran und ließ sich bis zur Pause auch nicht mehr abschütteln. Großen Verdienst daran hatte Sebastian Monschauer im Tor, über den Schäfer nach der Partie sagte: „Er hat uns noch lange im Spiel gehalten.“ Allerdings verlief die zweite Halbzeit fast analog zu den ersten 30 Minuten. Weibern beging sehr wenig Fehler, lief über den pfeilschnellen Max Adams die TV-Abwehr zudem müde und zog wieder auf fünf Tore (15:20) davon. Erneut bäumte sich Welling auf, kam dank Monschauers Paraden beim 25:25 sogar nochmals zum Ausgleich. Fortan entwickelte sich eine spannende, aber auch hektische Schlussphase, in der Welling immer wieder den Anschlusstreffer markierte, Weibern sich aber die Führung nicht mehr nehmen ließ.
Etwas niedergeschlagen
Schäfer meinte: „Wir sind alle etwas niedergeschlagen, aber niemand macht dem anderen einen Vorwurf. Im Moment sind wir mit im Abstiegskampf, weil wir nicht besser sind als die anderen Teams da unten. Weibern hat deshalb auch ein Duell auf Augenhöhe verdient gewonnen.“
TV Welling: Esch, S. Monschauer, Welsch (11/4), Schäfer (6), Lichtl (4), Orth (4), F. Monschauer (2), Hürter (1), Westenburger (1), Mannheim, Schwarz und Gilles-Schulden. Im nächsten Spiel am Samstag, 30. Januar, um 19.30 Uhr in der Nettetalhalle hat Welling nun den TV Bassenheim zu Gast, der einen Platz und zwei Pluspunkte besser dasteht als der TV Welling.
Die Mannschaft von Trainer Stefan Schmitt verlor ebenfalls beide Spiele im Jahr 2016 gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion.
Es sind also durchaus Parallelen zwischen beiden Mannschaften zu erkennen. Mit einem Sieg könnte der TVW die Bassenheimer mit in den Abstiegskampf ziehen, wofür die Männer um Spielertrainer Schäfer alles in die Waagschale werfen werden. Personell sind die Welliger weiterhin angeschlagen, neben den Langzeitverletzten drohen mit Lukas Hürter und Matthias Loos zwei wichtige Spieler auszufallen.
