Wirtschaft | 18.11.2015

- Anzeige Kunsthandwerk aus Kollig: Drechselarbeiten in Vollendung

Jedes Stück ist ein Unikat

Werner Bauer zeigt die Kunstwerke und kleinen Kostbarkeiten in seiner Werkstatt. BES

Kollig. Wer als Besucher die Ausstellungsräume des Kolliger Kunsthandwerkers Werner Bauer betritt, weiß zunächst gar nicht, wohin er zuerst schauen soll: Neben kunstvoll geschnitzten Madonnen stehen moderne Skulpturen aus Holz, Plastiken aus Speckstein, in Vitrinen finden sich kleine Kostbarkeiten, die ihre besondere Bedeutung oft erst auf den zweiten Blick preisgeben.

Beispielsweise die „Cusanus“ Kugel: Diese beschreibt im Rollen keine gerade Bahn, sondern bewegt sich in einer Spirale, die von außen nach innen immer enger wird, bis sie schließlich im Mittelpunkt stehen bleibt. Das Objekt aus Eichenolz ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern ist auch Ausdruck der Lebensphilosophie des 81-jährigen Kolliger Schnitzers und Drechslers. „Unser Leben beschreibt eine immer enger werdende Bahn, bis wir schließlich auf das Wesentliche im Zentrum stoßen“, so Bauer, der außer seinen künstlerischen Arbeiten mit dem Werkstoff Holz auch Sammlungen mit Aufsätzen und Aphorismen veröffentlicht hat.

Zu jedem Stück, das er in seinen Ausstellungsräumen präsentiert, weiß der Kunsthandwerker, dessen erklärtes Lieblingsmaterial Holz in seinen vielfältigen Formen ist, eine Geschichte zu erzählen: Zur Inspiration, die ihn zum Anfertigen eines bestimmten Objekts beflügelte oder zum Material, das er dafür verwendet hat.

Ein Ausdruck künstlerischer Schaffensfreude

Jedes Stück ist ein Unikat und ein Ausdruck der künstlerischen Schaffensfreude, das den 81-Jährigen jung gehalten hat. Er empfindet seine Tätigkeit auch nach über 50 Jahren nicht als „Pflichtübung“, sondern als Herausforderung, als Möglichkeit seinem schöpferischen Drang Ausdruck zu verleihen. Von halb zehn morgens bis sechs Uhr abends sitzt er an seiner Drechselbank, um aus dem, was für „Otto Normal“ nur ein Holzklotz ist, ein kleines Kunstwerk zu schaffen. Die Wissensbegierde und die Freude am Gestalten treiben den Kunsthandwerker schon seit frühester Jugend an: Immer wollte er den Dingen auf den Grund gehen, herausfinden, warum die Dinge so sind, wie sie sind, sie hinterfragen und scheinbar unscheinbaren Materialien ihre Schönheit entlocken.

Neben den traditionellen Werkstoffen wie Linden-, Eichen- oder Buchenholz, setzt Bauer auch gerne ungewöhnliche Materialien ein: Eukalyptusholz, Samenkapseln exotischer Früchte, Seeigelgehäuse oder Murmeln.

Langeweile ist für Werner Bauer ein Fremdwort - jedes neue Projekt fordert seine komplette Aufmerksamkeit und Kunstfertigkeit. In einem Alter, in dem die meisten schon den Prozess des Lernens abgeschlossen haben, bildet er sich kontinuierlich weiter, tauscht sich mit Kollegen aus und reist zu Ausstellungen im In- und Ausland, um sich über die neuesten Trends in Sachen Holzkunst zu informieren.

Fachwissen erlernen

Sein Wissen gibt der Kunsthandwerker auch gerne weiter - seit einiger Zeit bietet er nach individueller Absprache zweitägige Drechsel- und fünftägige Schnitzkurse in seinen Räumlichkeiten in der Roeser Straße 6 in Kollig an.

Werner Bauer zeigt die Kunstwerke und kleinen Kostbarkeiten in seiner Werkstatt. Foto: BES

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