Maifelder Narrentreffen in Rüber
Karl-Heinz „Kalle“ Löhr aus Lonnig ist der 10. Maifelder Krombiere Jeck
Rüberer Möhnen stellten ein tolles Rahmenprogramm zusammen
Rüber. Mit zu den alljährlichen Höhepunkten der närrischen Session zählt mittlerweile im Maifeld das Narrentreffen, bei dem in diesem Jahr zum 10. Mal der Krombiere-Jeck-Orden verliehen wurde als höchste karnevalistische Auszeichnung dieser Region. Auf die Verleihung durch Bürgermeister Maximilian Mumm fieberten die aus allen Teilen der Verbandsgemeinde zusammengekommenen Narren während des ganzen und tollen Rahmenprogramms hin, das die Rüberer Fidelen Möhnen eigens für dieses herausragende Ereignis im Rüberer Haus der Gemeinde zusammengestellt hatten.
Karnevalsschlachtruf
Eingangs entwickelte Marlene Weiler, die routiniert durch das Programm des Treffens führte, mit den närrischen Gästen einen gemeinsamen Karnevalsschlachtruf für den Tag, was bei der Mischung im Maifeld gar nicht so einfach war. Helaafju schien nicht geeignet und so einigte man sich schließlich auf ein dreifaches Helau, Alaaf und Maju. Dann konnten die musikalischen Strolche aus Ochtendung endlich die Tollitäten, Obermöhnen und Ordensträger auf die Bühne geleiten. Bürgermeister Mumm richtete einige wenige Grußworte an die närrische Gemeinde und zeigte stolz seinen Biobeutel, der seit Tagen das gut gehütete Geheimnis enthielt. Helga Fürst skizzierte kurz die Fidelen Rüberer Möhnen, deren Vorsitzende und Obermöhn sie ist. Den 50. Geburtstag feiern die Möhnen in diesem Jahr fidel, haben 220 Mitglieder und 35 Jugendliche in ihren Reihen und sind mit Recht stolz darauf, die Sitzungen und Möhnenkaffees ausschließlich mit Eigengewächsen zu schaffen. Und wenn die Möhnen rufen, sind auch die Feuerwehr und der Sportverein sofort zur Stelle. Dafür bedankte sich die Obermöhn aufrichtig.
Närrisches Feuerwerk
Sodann brannte ein närrisches Feuerwerk aus Tanzdarbietungen ab, das es in sich hatte und das auch dann nicht aufhörte, wenn Theo Eisenbürger an der Technik schon Mal den falschen musikalischen Einstieg wählte. „Das ist live und wir sind ja auch alle keine Profis“, so der Kommentar von Moderatorin Marlene. Den Heimvorteil nutzten die Rüberer Möhnen und präsentierten stolz mit Gardetänzen ihren Nachwuchs die „Sprühenden Funken“ sowie die „Blue Girls“ und "Blaue Funken". Tanzmariechen im Doppelpack hatten die Mertlocher Möhnen mit Catharina Scherhag und Lea Englisch mitgebracht.
Die erste Rakete
Das Münstermaifelder Tanzmariechen Barbara Noll zeigte eine künstlerische, fast akrobatische Darbietung, die ihr auch sportlich allerlei abverlangte und für die sie die erste Rakete des Tages einheimste. Die Showtänze der Dreamgirls aus Welling, der Prinzengarde aus Polch begeisterten ebenso wie der Auftritt der Mixteries aus Lonnig mit ihren feurigen Ungarischen Nächten. Ein ganz besonderer Augenschmaus waren die Meensterer Angels in diesem Fall als Saloon Girls und Moderatorin Marlene stammelte irgendwas von Narrenkappe abheben bei den männlichen Jecken oder so ähnlich. Den Abschluss der Tanzdarbietungen bildete eine lapidar als Showtanz angekündigte richtiggehende Tanzgeschichte der Showtanzgruppe des Nauheimer Carnevals Vereins.
Ab, ins schillernde Las Vegas
Dabei wurden die Maifelder Narren von einer Party-Queen mittels eines Flugzeuges in das schillernde Las Vegas entführt, wo sie bei einer Magier-Show mitwirkte und schließlich als „happy end“ ganz in Weiß bei ihrem Liebsten endete. Die mitwirkenden Damen der Gruppe zeigten sich dabei als wahre Meisterinnen der Verwandlungskunst und wechselten fortwährend ihre farbenprächtigen Kostüme.
Ein durch und durch optimistischer Karnevalist
Endlich war dann der Zeitpunkt gekommen, auf den alle Narren schon so lange gewartet hatten.
In einem Zwiegespräch skizzierten frühere Ordensträgerinnen die Eigenarten des männlichen Neuen und verkündeten schließlich, dass es Kalle sei oder Karl-Heinz Löhr aus Lonnig. Bürgermeister Mumm, der den Orden und die zugehörige Urkunde überreichte, wusste von dem durch und durch optimistischen Karnevalisten zu berichten, dass er aus einer Fastnachtsdynastie stamme. Seine Großmutter Ottile war Mitbegründerin des Möhnenvereins und erste Obermöhn Lonnigs. Mit Vater Egon stand er als Elfjähriger erstmals auf der Bühne, ist jetzt seit mehr als 30 Jahren als Büttenredner bekannt und mehr als 40 Jahre im Karneval aktiv. Seit 1979 ist er mit einer Ausnahme als einziger Mann Mitglied im Möhnenverein, fühlt sich unter den Frauen sichtlich wohl und wird als "Mann für alle Fälle" sehr geschätzt. Kalle ist seits 2008 Sitzungspräsident, als Wagenbauer aktiv und leitet seit fast 30 Jahren die Rentnerband, die aus dem Lonniger Karneval nicht wegzudenken ist.
Es hat den Richtigen getroffen!
„Es hat 100-prozentig den Richtigen getroffen“ war denn auch die einhellige Meinung von Karnevalisten aus Ochtendung oder Ex-Prinz Guido aus Polch.
Wegen der lang andauernden Gratulationscour konnte die rein männliche und im Raum Mayen sehr bekannte Showtanzgruppe „Blue Lagunas“ im Foyer das ein oder andere Bier extra trinken, bevor sie mit ihrem schwungvollen Tanz den offiziellen Teil des 10. Maifelder Narrentreffens ausklingen ließ.
Tanzmariechen Barbara Noll aus Münstermaifeld bei einer tänzerischen und sportlichen Höchstleistung, für die sie die erste Rakete des Treffens bekam.
Über den gelungenen Funkentanz von Catharina Scherhag (l.) und Lea Englisch freut sich die Mertlocher Obermöhn.
Karl-Heinz Löhr aus Lonnig bekam soeben von Bürgermeister Mumm den 10. Maifelder-Krombiere-Jeck-Orden verliehen.
