Allgemeine Berichte | 31.01.2015

Verein Akademie für freie Künste, Wissenschaft und Narrheit zu Polch bei Kaan auf dem Maifeld 1888

Karl-Heinz Rothmeier ist der 15. Studiosus

Einen tollen Tanzvortrag boten die Studiosen (von links) Markus Zimmermann, Willi Wagner, Karl-Heinz Rothmeier, Günter Schnitzler, Werner Dieler und Berthold Groß.LP

Polch. Ihr 25-jähriges Bestehen feierten die Studiosen des Vereins Akademie für freie Künste, Wissenschaft und Narrheit zu Polch bei Kaan auf dem Maifeld 1888 im Polcher Forum. Den zahlreichen Gästen wurde in der „Nacht der Studiosen“ ein unterhaltsames und kurzweiliges Programm geboten. „Ja, die Studiosen werden schon 25, wobei jeder für sich schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel zu haben scheint - das ist aber ganz egal.“ Mit diesen Worten begrüßte Kanzler Willi Wagner die Narrenschar zur Jubiläumsveranstaltung.

Besonders willkommen hieß er die Polcher Obermöhn Heidi I. mit Gefolge, den Bürgermeister der Stadt Polch, Gerd Klasen, sowie Claudia Blotzki von der Kreissparkasse Mayen und Marcus Reiter von der Volksbank RheinAhrEifel. Im Auftrag des Landkreises Mayen-Koblenz gratulierte der Beigeordnete Rolf Schäfer. Maximilian Mumm, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld, lobte in seiner Laudatio, die er in Reimform präsentierte, das Engagement der Studiosen für den heimischen Karneval. „Ihr könnt stolz darauf sein, ihr seid ein richtig toller Verein“, sagte Mumm und schloss seine Rede mit einem Wahlspruch aus seiner Heimat Köln: „Maach der Freud sulang et jeht, et Levve duurt kein Iwischkeit.“

Ein herrlich buntes Bild boten neben den Polcher Karnevalsvereinen die Abordnungen der befreundeten Vereine KG Münstermaifeld, Möhnenverein Münstermaifeld, Ruitscher Möhnen, Ruitscher Kanoniere sowie die Möhnen aus Rüber und Lonnig. Bei der Zeremonie zur Ernennung des 15. Studiosus machte es Kanzler Wagner besonders spannend: „Sein Vater war im Hatzenporter Karneval aktiv, seine Ehefrau war Obermöhn in Ruitsch. Er selbst spielte 40 Jahre lang Fußball und fungierte später als Trainer. Vor 15 Jahren machte er sein Hobby, an Oldtimern zu schrauben, zum Beruf und betreibt seitdem die Auto-Klinik in Polch. Sein Name ist Karl-Heinz Rothmeier.“

Traditionell hieß der im Vorjahr aufgenommene Studiosus Markus Zimmermann das neue Mitglied nach der Ernennung willkommen. „Freue dich auf deine erste Mondlichtsegnung“, sagte Zimmermann. Er bezog sich damit auf die Satzung der Akademie von 1888, in der beschrieben ist, dass Studiosen diejenigen wissbegierigen Männer sind, die würdig befunden wurden, an den Vorträgen der akademischen Gelehrten und Künstler sowie an den Segnungen des Mondlichts teilzunehmen.

In der Pause bestand für die Gäste die Möglichkeit, sich an einem Buffet mit leckeren Brötchen, Laugenstangen und Croissants, die von einer ortsansässigen Großbäckerei kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, zu stärken.

Wie bereichernd die Beiträge der Studiosen für den heimischen Karneval sind, zeigte die kleine Auswahl von Programmpunkten, die sich an die Ernennung des jüngsten Studiosus anschlossen. In der „Moritat“ karikierten Wagner und Günter Schnitzler, unterstützt durch Zimmermann und Rothmeier, die kommunal-, landes- und bundespolitische Situation. Ein herzzerreißendes Klagelied stimmte anschließend Werner Dieler als „armer Mann“ an und bekannte: „Ich habe zu viel Angst vor meiner Frau.“ Begleitet wurde er am Klavier von Musikus Manfred Höger. Zur Hochform liefen sechs der Studiosen auf, als sie Herbert Grönemeyers Hit „Männer“ in eine amüsante Bühnenshow umsetzten. Den verhinderten Hans-Georg Ziesemer vertrat dabei Jenny Hellinger. Den großartigen Auftritt der Gruppe hatte Michaela Frieb-Preis einstudiert. Zum Abschluss des Abendprogramms wurde im Rahmen des großen Finales allen Gästen und Vereinen die Gelegenheit gegeben, dem neuen Studiosus zur Ernennung zu gratulieren. Ein Jahr nach dem 100-jährigen Bestehen des Vereins (1989) hatte der damalige Geschäftsführer Wagner eine grandiose Idee, indem er in Anlehnung an die Gründungssatzung Herren zu Studiosen ernannte. Er selbst trägt den Titel des Kanzlers der Studiosen und nimmt die Ernennung im Rahmen eines Festakts in der närrischen Zeit vor. Studiosen sind laut Definition der Satzung des Vereins Akademie aus dem Jahr 1888 diejenigen wissbegierigen Männer, welche durch die im Ballotage-Kasten figürlich ausgesprochene souveräne Willensmeinung der Akademie für würdig befunden worden sind, an den Vorträgen der akademischen Gelehrten und Künstlern sowie an den Segnungen des Mondlichts teilzunehmen. Im Jahr 1990 wurde Leo Schönberg zum ersten Studiosus des Vereins ernannt. Nach sechs Jahren als Studiosus wurde Schönberg 1996 zum Candidaten, ein Anwärter auf das höchste Amt in der närrischen Akademie, und drei Jahre später schließlich zum Professor erhoben. Ihm folgten als Studiosen Horst Högner (1993), der 1999 zum Candidaten ernannt wurde, und Werner Dieler (1995), 2014 zum Candidaten ernannt. Weitere Studiosen sind Anton Reiter (1996), Hans-Georg Ziesemer (1997), Ludwig Schomer (1998), Horst Müller (1999), Berthold Groß (2000), Frank Bodenbinder (2001), Achim Lohner (2002), Gerd Augustin (2003), Günter Schnitzler (2008), Gerd Weiler (2013) und Markus Zimmermann (2014). Die Geehrten beließen es nicht bei der schönen Ernennungszeremonie. Sie machten auch aktiv von sich reden und brachten ein neues spannendes Element in den heimischen Karneval ein. Es ist nicht nur die äußere Erscheinung mit schwarzem Anzug, roter Fliege, bunter Narrenkappe und originellem Orden, die dem Publikum gefällt. Beim früheren Studiosen-Frühschoppen und mittlerweile in der „Nacht der Studiosen“ im Forum beweisen die Männer ihre vielfältige närrische Begabung, indem sie das Publikum mit immer neuen Ideen überraschen. Die gesamte Gruppe sorgt immer wieder mit ihren Komikertalenten für außerordentlich amüsante Unterhaltung.

Das närrische Publikum freute sich über das unterhaltsame Programm der Studiosen.

Das närrische Publikum freute sich über das unterhaltsame Programm der Studiosen.

Einen tollen Tanzvortrag boten die Studiosen (von links) Markus Zimmermann, Willi Wagner, Karl-Heinz Rothmeier, Günter Schnitzler, Werner Dieler und Berthold Groß.Fotos: LP

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