InAnI eröffnet Projektbüro in Andernach
Menschen mit Behinderung haben viel Potenzial
Gemeinsames Projekt des Jobcenters MYK und der Barmherzigen Brüder Saffig
Andernach. Das Projekt Inklusion, Analyse, Intervention „InAnI“ im Landkreis Mayen-Koblenz möchte behinderte Menschen durch eine langfristige, individuelle und intensive Unterstützung an den allgemeinen Arbeitsmarkt heranführen. Gemeinsam mit dem Jobcenter Mayen-Koblenz haben die Barmherzigen Brüder Saffig als Dienstleister für psychisch beeinträchtigte Menschen nun offiziell das Projekt gestartet. Hierzu konnte der Hausobere der Barmherzigen Brüder Saffig, Frank Mertes, Gäste aus Politik, Sozialwesen und Wirtschaft in dem neu entstandenen Projektbüro in der Andernacher Friedrichstraße begrüßen. „Wir begleiten sehr gerne mit dem Know-how unseres Integrationsfachdienstes das Projekt. Seit vielen Jahren arbeiten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich mit dem Jobcenter zusammen. Nun ein gemeinsames Projekt im Rahmen der durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales freigegebenen Förderungen aufzulegen, freut uns natürlich sehr.“ In seinem Grußwort stellte der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth den Grundgedanken des Projekts heraus: „Unabhängig von persönlichen Fähigkeiten oder Schwächen, müssen alle Menschen die gleiche Wertschätzung erfahren. Es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich auf alle Lebensbereiche erstreckt. Die Arbeitswelt nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Und genau hier setzt das Projekt InAnI sinnvoll an.“ Rolf Koch, Geschäftsführer des Jobcenters Mayen-Koblenz zeigte sich ebenfalls überzeugt von den Zielen: „InAnI bietet eine hervorragende Möglichkeit durch intensive Beratung und Betreuung sowohl bei den betroffenen Menschen als auch bei den Arbeitgebern vorhandene Hemmschwellen abzubauen und aktiv den Inklusionsgedanken voranzutreiben.“ Diesen Gedanken nahm Matthias Richter vom Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft zum Anlass seines Impulses aus Sicht der Arbeitgeberschaft. „Wir müssen alles daran setzten, den Fachkräftemangel der Zukunft auf unterschiedlichste Art und Weise zu begegnen. Menschen mit Behinderung haben viel mehr Potenzial als manch einer glauben mag“, so der Leiter des Kreisverbandes Mittelrhein, der zudem eine klare Forderung in Richtung der Politik aussprach: „Allerdings müssen die richtigen Systeme zur Begleitung dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen und auch für die Arbeitgeberseite attraktiv gestaltet werden. Der fachliche Austausch ist hier unglaublich wichtig, er schafft Transparenz, baut Hürden und Vorbehalte ab.“
Zusammenschluss bisher strikt getrennter Rechtssysteme
Der Leiter der Beruflichen Integrationsdienste, Stefan Minning, ging anschließend auf die Details des Projektes ein und verwies auf die Überwindung der unterschiedlichen Systeme der Sozialgesetzbücher. „Mit unserem Projekt betreten wir gewissermaßen Neuland, denn wir vollziehen einen Zusammenschluss der bisher strikt getrennten Rechtssysteme der Sozialgesetzbücher zwei und zwölf. Die Durchlässigkeit an deren Schnittstelle wird durch gemeinsame Ansprechpartner im Sinne der Bedürfnisse der Betroffenen harmonisiert.“ Davon profitieren können schwerbehinderte Menschen und Schwerbehinderten Gleichgestellte. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie im Jobcenter oder im Sozialamt betreut werden. Voraussetzung ist lediglich, dass der Wunsch nach einer Beschäftigung vorhanden ist.
Die ganzheitliche Betreuung und Hilfe aus einer Hand ist damit ab sofort ein zentraler Baustein der Integrationsbemühungen im Kreis Mayen-Koblenz. Mehrere Akteure sind beteiligt: Neben den Beratungsfachkräften in den Sozialämtern und dem Jobcenter begleiten die Mitarbeiter der beruflichen Integrationsdienste der Barmherzigen Brüder Saffig die Menschen auf ihrem Weg und erstellen einen individuellen Hilfeplan. Weiterhin stehen sie als Ansprechpartner für Fragen der Arbeitgeber zur Verfügung. Sozialmediziner, Psychologen und externe Fachkräfte legen die Fallsteuerung fest und geben eine erste Einschätzung. Alle Maßnahmen haben die dauerhafte Integration der betroffenen Menschen zum Ziel. Ein Engagement für Menschen, das auch zutiefst christliche Werte berühre, fand Stefan Dumont, der als Pastor der Pfarreiengemeinschaft Andernach die Räumlichkeiten des Projektbüros als Abschluss der Feierstunde einsegnete.
Mehr Infos zum Projekt „InAnI“ gibt es unter Tel. (0 26 32) 98 91 31-0 94 oder im Internet unter www.berufliche-integrationsdienste.de.
