In Polch bereiten 13 Frauen und Männer Lebensmittel für die Tafelausgabe vor
Mitarbeiter der Sortiergruppe wirken still im Hintergrund
Polch. Bei der „Mayener Tafel“ gibt es viele ehrenamtliche Mitarbeiter, die in Polch, Mayen und Andernach als Fahrer, Träger, in der Ausgabe oder in der Bürogruppe tätig sind. Für die Öffentlichkeit weniger auffällig arbeiten die Sortiergruppen still im Hintergrund. Dabei ist die Sortiergruppe für das Funktionieren einer Tafel besonders wichtig. In Polch trifft sich die Vorbereitungsgruppe seit zehn Jahren jeden Dienstag ab 12 Uhr, um zu entscheiden, welche Sachen in die Ausgabe kommen dürfen und welche weggeworfen werden müssen. Da wird bei allen verschlossen angelieferten Lebensmitteln auf das Mindesthaltbarkeitsdatum geschaut, da werden die Kisten mit Frischware, also Obst und Gemüse, bis auf den Grund überprüft. Caritas-Mitarbeiterin Inge Michels-Proft, die hauptamtlich für die Tafel tätig ist: „Das ist Schwerstarbeit. Zwar kommt viel Ware an, doch einiges ist verschimmelt und nicht mehr brauchbar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben beim Sortieren, Filtern, Aufarbeiten alle Hände voll zu tun.“ Oft liegt auch gutes Obst zwischen verfaulten Bananen oder Salatköpfe zerdrücken die Erdbeeren, die dann leider weggeworfen werden müssen. Von 50 Kisten bleiben am Ende 15 Kisten an Obst und Gemüse übrig. Nur einwandfreie Ware gelangt in die Ausgabe.
Marlene Prieß, Leiterin der 13-köpfigen Gruppe, freut sich über einen Neuzugang: „Wir haben mit Karl-Theodor Petzchen noch einen Mann dazubekommen, der uns die Kisten schleppt.“ Hans Backhausen und Karl Moskopp unterstützen Barbara Böhland, Ruth Brand, Irene Franke, Erna Gilles, Martina Günter, Anita Rohfritsch, Gisela Wild und Ilona Wolff beim Sortieren. Rolf Schneider schneidet den ganzen Tag Kisten passgenau fürs Altpapier. „Das ist wichtig, sonst könnten wir vor lauter Kartons nicht mehr aus den Augen gucken“, so Marlene Prieß. Beim Mülltrennen wird darauf geachtet, dass alles in die richtige Tonne kommt. Mit einem Teil der aussortierten Ware wird noch die Vogelstation in Kirchwald unterstützt. Anita Rohfritsch: „Es kommt auch noch jemand, der einen Teil der aussortierten Äpfel gut für seine Pferde gebrauchen kann. So versuchen wir, den Abfall zu verwerten, den wir teilweise wieder in den Kreislauf zurückgeben können.“
Großer Zusammenhalt
Bei der Sortiergruppe besteht ein großer Zusammenhalt. Hier kann man sich freundschaftlich aufeinander verlassen. Die Jüngste in der Gruppe ist 54, die Älteste 79 Jahre alt. Marlene Prieß: „Wir sind eine gemischte, friedliche Gruppe, die Dienstag für Dienstag da ist und sehr rücksichtsvoll miteinander umgeht. Mir macht das Spaß, ich brauche das.“ Verbindend sei auch die Tasse Kaffee, die in der Pause gemeinsam genossen wird, betont Inge Michels-Proft: „So viel Zeit muss sein, denn ohne Euch könnte die Tafel nicht bestehen.“
