Allgemeine Berichte | 25.02.2014

Mertlocher Möhnen feierten fünfzigsten Geburtstag

Närrisches Feuerwerk zum Jubiläum

Erste Gala-Sitzung der Session im Saal Herrmann

Mit Musik von Boney-M versetzte das Möhnenballett den Saal in die Discozeit der 70er Jahre; die 80er wurden nach Songs von George Michel und Madonna von den Nachwuchsakteuren des Vereins tänzerisch dargestellt.

Mertloch. Mit ihrer ersten Gala-Sitzung in dieser Session feierten die Mertlocher Möhnen am vergangenen Samstag auf den Tag genau ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum. Im vollbesetzten, historischen Saal von Antonimus Herrmann wurde den Jecken und Narren eine Karnevalssitzung der Spitzenklasse, gespickt mit Höhepunkten aus Tanz, Gesang und Büttenreden, geboten. Angeführt von ihrer Vorsitzenden Anke Geisbüsch und unterstützt durch die Fünkchen stürmten die närrischen Frauen auf die Bühne und eröffneten mit einem Begrüßungslied den närrischen Abend. Als selbst ernannte „Discokugel“ führte Anne Esch gewohnt souverän mit witzigen Moderationen durch das fast siebenstündige Programm.

Für die musikalische Unterhaltung zwischen den Programmpunkten sorgten Thomas Pinger und Stefan Geisbüsch.

Besondere Ehrungen

Vor Beginn des närrischen Feuerwerks konnte die Bezirksvorsitzende (Mayen-Koblenz) der Rheinischen Karnevalskorporationen (RKK) Karin Becker-Schmitt mehrere Ehrungen vornehmen. Für die langjährige aktive Unterstützung des Mertlocher Karnevals erhielten Hildegard Hoyer, Irmgard Dieler und Annette Krechel die Bronzene, Anke Geisbüsch und Andrea Geisen die Silberne und Hedi Kisgen die Goldene Verdienstmedaille des RKK.

Mit dem silbernen Verdienstorden am Band erhielt „Fastnachts-Urgestein“ Elfi Krechel, die seit 1974 die 5. Jahreszeit in Mertloch aktiv mitgestaltet, eine besondere Auszeichnung.

Zum Programmauftakt zeigten die in blau und rot gewandeten Fünkchen, dies sind junge Tänzerinnen und Tänzer im Alter von 3 bis 8 Jahren, dass sie unter der Leitung ihrer Trainerin Jutta Krechel schon viel gelernt haben. Ebenso für Begeisterung im Publikum sorgten die „Dancing-Teens“ die mit entsprechenden Blusen und Röcken tänzerisch die 60er Jahre darstellten. Einstudiert wurde die Gruppe von Uschi Notzon und Hilde Scholz.

Die benachbarte Karnevalsgesellschaft aus Münstermaifeld ließ es sich natürlich nicht nehmen, den Mertlocher Möhnen zum Jubiläum zu gratulieren. Präsident Dietmar Schäfer samt Elferrat sowie Obermöhn Michaela I. vom Nordseestrand ins Burgenland hatten neben Blumensträußchen auch die diesjährigen Sessionsorden mitgebracht. Mit ihrem aktuellen Möhnenlied „Eine Reise übers Maifeld“ brachte die Meensterer Obermöhn die Narrhalla in Schunkelstimmung. Zum Jubiläum waren aus der Nachbarschaft zudem noch das Bataillon Royal de Naudem sowie die Ewig Jungen Möhnen aus Welling, die als „lebendes“ Geschenk ihr Mariechen tanzen ließen, zur Gratulation erschienen.

Putzfrau Lisbeth, alias Tanja Remmel, berichtete zur Freude des Saals von den Problemen mit ihrem Herbertche und den anschließenden Sitzungen bei ihrem Therapeuten „Schlag mich“.

„Et Apollonia“ wollt´ Weinkönigin werden

Nach dem von Mariechen Laura Gersabeck, unter der Leitung ihrer Patentante Annette Krechel, exzellent vorgetragenen Solotanz, folgte der Auftritt der Büttenasse Elfi und Steffi Krechel (Mutter und Tochter) als „Ann und San“. Schon beim Einmarsch in den Saal begrüßten sie bestimmte Zuschauer mit spitz formulierten Bemerkungen und sorgten für anhaltende Lachsalven. Ein Original ist auch „Et Apollonia“ alias Andrea Geisen. Sie hatte interessantes von ihrer Bewerbung als Weinkönigin zu erzählen.

Fester Bestandteil in der Mertlocher Fasnacht ist auch Christian Geisbüsch, der bereits mit neun Jahren erstmals auf der Bühne stand. In der Rolle als „De Dunn“ hatte er dem Saalpublikum heitere lokale Neuigkeiten zu berichten.

Wie man mit wenig Geld tolle Kreationen zaubern kann, konnte in dem anschließenden Vortrag bewundert werden. „Klamotten aus Recycling“ hieß die Vorgabe bei einem Wettbewerb nach Art der TV Styling-Doku „Shopping Queen“. Sechs (Möhnen-) Kandidatinnen zeigten auf der Bühne den staunenden Saalgästen ihre selbst entworfenen Modelle aus Rettungsfolie, Kartoffelnetzen, Baumrinde, Hobelspänen, gefalteten Zeitungen, Plastikröhrchen und Eierkartons.

Zu einer richtigen Jubiläumssitzung durfte natürlich der kirchliche Beistand nicht fehlen. Nach einer Idee von Elfi Krechel inszenierte Wolfgang Gresch mit Unterstützung durch den Frauen- und Männerchor des MGV Mertloch Szenen aus dem Musical „Sister Act“. Die als Nonnen und Priester verkleideten Darsteller sorgten dafür das während der beeindruckenden Gesangsdarbietungen kaum einer der Besucher auf seinem Stuhl sitzen blieb.

Schöne Gardetänze zeigten die Roten Funken, einstudiert von Jutta Scherhag, Simone Höger und Nicole Dieler sowie die Grünen Funken unter der Leitung von Annette Krechel und Jutta Scherhag.

Die Echten Fründe, die als Stargast den neuen „Heino“ (Thomas Pinger) mitgebracht hatten, sorgten mit kölschen und bayrischen Liedern für Schunkelstimmung.

70er und 80er Party

Zur Musik von Boney M., George Michael und Madonna tanzten die Möhnen unter Leitung von Annette Krechel, Jutta Scherhag und Petra Ritz im Outfit der 70er und 80er Jahre. Den Schlusspunkt setzte das, von Annette Krechel und Anne Müller trainierte, Männerballett. Die „Dreamdancer“ erschienen zunächst als Backstreet Boys und verwandelten sich auf der Bühne, indem sie sich unter dem Kreischen der „Fans“ die Hemden vom Leib rissen, in die Spice Girls. Im Finale verabschiedeten sich die Möhnen als „Flotte Bienen“ verkleidet, musikalisch von den Narren und Jecken. Über 200 Saalgäste waren hellauf begeistert und bedankten sich mit anhaltendem Applaus und stehend Ovationen. Die zweite Gala-Sitzung findet am Fastnachtssamstag, 1. März statt.

Lebensfreude geweckt!

„Wir wollen nur eines bezwecken, bei allen Menschen etwas Lebensfreude wecken“, mit diesem Leitspruch haben die Mertlocher Möhnen, seit ihrer Gründung am 22. Februar 1964, die fünfte Jahreszeit im Dorf geprägt. Den Anstoß zu der Vereinsgründung gab im Jahre 1963 ein Karnevalsumzug der Mertlocher Volksschule, an dem sich eine Gruppe von Frauen als Möhnen verkleidet beteiligte. Die Damen waren von der Wiederbelebung des Karnevals in ihrer Heimatgemeinde so begeistert, dass sie beschlossen, einen Möhnenverein zu gründen.

Die erste Obermöhn war damals Luzia Kawalek. Seitdem wird jede Karnevalssession am 11.11. mit einem bunten Abend in geselliger Runde eröffnet. Als Höhepunkte der närrischen Kampagne sind neben dem Möhnenkaffee an Schwerdonnerstag zwei Gala-Sitzungen zu nennen, in denen die Möhnen alle Register ziehen, um ihr Publikum bestens zu unterhalten. Die Förderung des Nachwuchses, der in mehreren Tanzgruppen auftritt oder bei Kindersitzungen den Spaß an der Fasenacht kennenlernt, ist den Möhnen ein wichtiges Anliegen.

Eine besondere Gruppe innerhalb des Vereins bilden die so genannten „Ahle Täsche“. Darunter gibt es sieben Ehrenmitglieder und sechs Gründungsmitglieder.

Auch außerhalb der fünften Jahreszeit bleiben die 137 Möhnenmitglieder nicht untätig. Sie beteiligen sich an den örtlichen Marktveranstaltungen, unterstützen Feste der Dorfgemeinschaft und organisieren im Mai eine Andacht in der Schwanenkirche bei Roes. Mächtigen Spaß haben die närrischen Frauen zudem bei ihrem jährlichen Vereinssausflug.

Amtierende Vorsitzende des Möhnenvereins ist Anke Geisbüsch.

Zum Vorstand gehören weiterhin Andrea Geisen, Nicole Dieler, Käthe Remmel, Anne Esch und Irmgard Dieler.

Weitere Fotos in unserer Mediathek unter http://mediathek.blick-aktuell.de/album/view/aid/32 .

Mit Musik von Boney-M versetzte das Möhnenballett den Saal in die Discozeit der 70er Jahre; die 80er wurden nach Songs von George Michel und Madonna von den Nachwuchsakteuren des Vereins tänzerisch dargestellt.
Die „Echten Fründe“ brachten mit Stargast Heino Stimmung in die Narrhalla.

Die „Echten Fründe“ brachten mit Stargast Heino Stimmung in die Narrhalla.

Mit Musik von Boney-M versetzte das Möhnenballett den Saal in die Discozeit der 70er Jahre; die 80er wurden nach Songs von George Michel und Madonna von den Nachwuchsakteuren des Vereins tänzerisch dargestellt.

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