Allgemeine Berichte | 16.06.2015

Unterstützung holen bei der IPAK e.V.

Pflegekinder - Herausforderung und Chance!

Pflegekinder - Herausforderung und Chance!

Koblenz. Es gibt viele verschiedene Gründe, warum eine Familie, aber auch eine einzelne Person, ein Pflegekind zu sich in den Haushalt aufnimmt. Alle wollen auf jeden Fall helfen, einem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Ob Pflegekind oder Adoptivkind, ob Säugling, Kleinkind oder schon größer, jedes bringt schon seine eigene Geschichte mit. Viele dieser Kinder können hervorragend damit umgehen, sie können in der neuen Familie eine gute Bindung aufbauen, werden geliebt und lieben zurück. Sie meistern den Spagat zwischen Herkunftsfamilie und Pflegefamilie, wenn Besuchskontakte bestehen. Sie wachsen in ihrer Adoptivfamilie auf, mit dem Wissen, dass es nicht ihre leiblichen Eltern sind und können sich vertrauensvoll darauf einlassen. Natürlich gibt es hin und wieder Probleme, aber nicht mehr als in anderen „normalen“ Familien auch. Aber nicht immer gestaltet sich ein Pflegeverhältnis oder eine Adoption so unkompliziert. Manche dieser Kinder tragen an ihrer Vorgeschichte schwer. Sie können sich an keine Regeln halten, sie treiben einen enormen Aufwand, um jegliche Pflichten zu umgehen. Hausaufgaben, waschen, Zähne putzen, Zimmer aufräumen werden täglich zu einem Kampf. Alles, was für andere Kinder zum normalen Alltag gehört, wird in Frage gestellt. Schlechte Laune, Beschimpfungen und Beleidigungen, häufige Wutausbrüche bis hin zu körperlicher Gewalt gegen sich oder Andere begleiten den Tagesablauf. Natürlich ist das nicht immer so, es gibt auch ruhige, entspannte Zeiten. Viele schöne Momente, in denen sich das Kind auf einen einlassen kann. Es wird gemeinsam gelacht, gespielt, ein Gefühl von Nähe und Bindung kommt auf. Doch dann kommt wieder die nächste Krise und man fragt sich, was macht man nur falsch in der Erziehung? Andere Eltern schaffen das doch auch. Dazu kommt häufig das Unverständnis von Bekannten, anderen Eltern oder sogar Lehrern.

Erfahrungsaustausch hilft weiter

Neben vielen Hilfsmöglichkeiten, die das Jugendamt anbieten kann, helfen Gespräche und der Erfahrungsaustausch mit anderen Pflege- oder Adoptiveltern. Die IPAK e.V., Interessengemeinschaft der Pflege- und Adoptiveltern Koblenz und Umgebung, bietet einen solchen Rahmen. Alle 14 Tage finden Treffen im Wechsel in Koblenz und in Mayen statt. Hier kann man andere Pflege- und Adoptiveltern kennen lernen, hört sich deren Probleme an und erzählt von seinen eigenen Erfahrungen. Man trifft auf Verständnis, bekommt viele hilfreiche Tipps und Anregungen. Gemeinsame Aktionen mit den Kindern und mehrmals im Jahr Supervisionen runden das Konzept der IPAK ab. Man kann Kraft tanken für den Alltag, merkt, dass man nicht allein solche Schwierigkeiten hat. Neue Ideen und vor allem Umdenken machen sich breit. Es ist ein schwerer Rucksack des früher erlebten Familienlebens, den viele Pflege- und Adoptivkinder ständig mit sich herumschleppen müssen. Den zu verstehen und beim Auspacken behilflich sein, langsam, angepasst und Kind gerecht, ist die enorme Aufgabe, die bewältigt werden muss. Die Herausforderung Pflegekind oder Adoptivkind kann eine große Chance auf Neues sein. Regeln und Werte werden in Frage gestellt, geprüft und zeigen sich als gut und richtig oder werden neu definiert. Man kann von diesen Kindern ganz viel lernen, egal wie schwierig manche Zeiten sind, aber zuerst muss man lernen, es zulassen zu können.

Wer die IPAK e.V. kennen lernen möchte, ist eingeladen. Termine und weitere Informationen unter www.ipak-koblenz.de oder bei der 1. Vorsitzenden, Liane Mußweiler, Tel. (0 26 51) 49 84 44.

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