Kreissparkasse und LBS Rheinland-Pfalz lieferten Expertentipps aus erster Hand
Wie mache ich mein Eigenheim richtig fit für die Zukunft ?
250 Besucher waren zum Informationsabend nach Kottenheim gekommen
Kottenheim/Region. Volles Haus in Kottenheims „Guter Stube“, dem Bürgerhaus. Da, wo in der fünften Jahreszeit der karnevalistische Frohsinn zu Hause ist, ging es am Montag der vergangenen Woche jedoch um eine ernstere Sache. Eine nicht aufschiebbare Angelegenheit, die uns über kurz oder lang alle betrifft: Denn eines ist klar - in einer Zeit des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft, wird der Anteil der Menschen, die 60 Jahre und älter sind, stark anwachsen. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung immer weiter an. 100-Jährige sind keine Seltenheit mehr. Und in jungen Jahren wird oft nicht an das Wohnen im Alter gedacht. Das schiebt man gerne von sich weg. Wer will sich schon damit beschäftigen, was in 10, 15, oder 20 Jahren sein wird. Wer also ein Haus bauen oder eine Immobilie erwerben, umbauen, renovieren oder modernisieren möchte, sollte in jedem Fall Wert auf eine barrierefreie Planung und Ausstattung legen, um den Bedürfnissen seiner Bewohner in jeder Lebensphase gerecht zu werden. Und da stellten sich natürlich viele Fragen. Etwa, wie sollte der zukünftige Wohnort aussehen? Wie müssen sich die Gemeinden entwickeln? Wie kann ich das Vermögen, das ich habe, das „Betongold“ auch erhalten? Welche Möglichkeiten gibt es, nachträglich einen Lift zu installieren? Oder, wie kann ein Bad umgestaltet werden, um damit im Alter besser und bequemer zurecht zu kommen? Das Spektrum der Fragen und dem damit verbundenen Informationsbedarf ist also groß. Grund genug für das Kreditinstitut mit „Herzblut“ in unserer Region, die Kreissparkasse Mayen, und die LBS Rheinland-Pfalz zu dieser Veranstaltung mit dem Titel: „Betongold zum Glänzen bringen“ einzuladen.
Hohmann: Das Betongold muss man gründlich putzen
Gerhard Hohmann, der bekannte Wirtschaftsredakteur des SWR, brachte es gleich in seiner Anmoderation auf den Punkt: „Wenn Betongold glänzen soll, dann muss man dieses Betongold auch gründlich putzen“. Und wie dies vonstatten gehen kann, darüber gaben LBS-Vorstandsmitglied, Uwe Wöhlert, Staatssekretär Professor. Dr. Salvatore Barbaro, Dipl. Ing. Bernhard Andre von der Verbraucherzentrale, Dipl. Ing. Ute Möseler, Landesberatungsstelle, Dipl. Ing. Dirk Korbach-Wirz. Architektenkammer, sowie innerhalb der Talkrunden Landrat Dr. Alexander Saftig, VG Bürgermeister Gerd Heilmann, Kottenheims Ortsbürgermeister Toni Schüller, KSK Vorstand Karl Josef Esch und der Leiter des KSK Immobiliencenters Jens Lichtenberg wertvolle Informationen und präsentierten ein nachhaltiges Gesamtkonzept, das energetische, städtebauliche, wohnungswirtschaftliche und soziale Aspekte im Landkreis Mayen-Koblenz berücksichtigt. So erfuhren die Besucher, das rund 47.000 Wohngebäude im Landkreis Mayen-Koblenz sanierungsbedürftig sind, und dies bedeutet bei einem Gesamt-Renovierungsaufwand von 1,4 Milliarden Euro, ein großes Potenzial für die heimische Wirtschaft. „Nur jede hundertste Wohnung ist dabei altersgerecht, und dies bei einem bis zu einem Drittel steigenden Seniorenanteil bis zum Jahre 2030. Da muss dringend etwas getan, rechtzeitig vorgesorgt werden, ehe es zu spät ist“, so der LBS-Vorstand Uwe Wöhlert. Dabei ist es für den Kreischef Dr. Saftig äußerst wichtig, dass unsere Dörfer als Alternative zur Stadt zukunftssicher bleiben. „Diese Kreisentwicklung müssen wir in die Köpfe und Herzen der Generationen hineinbringen, uns mit der richtigen Konzeption beschäftigen, um damit den Weg für die Zukunft im Alter zu finden. Hier ist es bestens gelungen, die unterschiedlichen Aspekte darzustellen, und ich glaube, wir konnten heute vielen Leuten Mut machen, Altbauten anzugehen, weil es sich lohnt, darin zu wohnen, weil wir die Ortskerne damit stärken und weil es möglich ist. Ich wohne selber in einem Haus, das 1950 gebaut wurde - und ich mag mein Haus“.
VG-Bürgermeister Gerd Heilmann fügte hinzu, dass seine Verbandsgemeinde „Vordereifel“ im integrierten, ländlichen Entwicklungs-Konzept bereits Leitprojekte zu den Themen „Energie, Infrastruktur und Demografie“ auf den Weg gebracht habe. „Die Bürgerinnen und Bürger möchten auch im Alter „zu Hause“ bleiben. Das zeigt sich auch darin, dass viele Häuser in Kottenheim nur von einer Person bewohnt werden“, so Toni Schüller, der dies als Ortsbürgermeister täglich hautnah erfährt.
Beispiele aus der Praxis, wie ein Altbau richtig saniert und barrierefrei umgebaut werden kann, brachte Bernhard André. Dass Barrierefreiheit nicht nur eine Rolle für ältere, sondern auch für jüngere Menschen spielt, vermittelte Ute Möseler, und Dirk Korbach-Wirz stellte in einem Vorher-Nachher-Beispiel die umfassende Sanierung eines Wohnhauses exemplarisch vor. „Die attraktiven Förderprogramme des Landes machen Bauen und Modernisieren von Wohneigentum für viele Haushalte erst möglich, betonte Professor Dr. Salvatore Barbaro, Staatssekretär im Bau- und Finanzministerium Rheinland-Pfalz und stellte die zinsgünstigen Darlehen der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz vor. Äußerst zufrieden mit der großen Resonanz zeigte sich Karl Josef Esch: „Man sieht, wie groß der Beratungsbedarf im Kreis ist“. Das KSK Vorstandsmitglied stellte im Interview mit SWR Moderator Gerhard Hohmann fest, dass die Themen „Energiekosten, Modernisierung und deren Finanzierung“ im Beratungsgespräch für die Kunden eine immer größere Rolle spielen. „Aber“, so Esch, „eine Sanierung lohnt sich immer“. Und diese Aussage untermauerte der Leiter des KSK-Immobiliencenters mit konkreten Finanzierungsbeispielen, in denen die öffentliche Förderung, auch Wohn-Riester, gleich mit eingebaut ist. Fazit von Karl-Josef Esch: „Wer heute dabei war und aufmerksam zugehört hat, der hat sicherlich gemerkt, dass wir mit dieser Info-Veranstaltung den „Nerv der Zeit“ getroffen haben“.
Staatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro referierte über attraktive Förderprogramme des Landes.
Ein exzellentes Referenten- und Gesprächsteam hielt unter der Moderation von SWR Wirtschaftsredakteur Gerhard Hohmann jede Menge Wissenswertes bereit. Fotos: B. Schmitz
Am Ende gab´s viel Applaus für eine absolut informative und interessante Veranstaltung.
Uwe Wöhlert, LBS Vorstand: „Es muss dringend etwas getan werden, ehe es im Alter zu spät ist“.
